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die bank 04 // 2021

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT ZAHLUNGSVERKEHR IM FOKUS OFFEN FÜR NEUES Mit dem Zahlungsverkehr geben die Banken zunehmend eine wichtige Kundenschnittstelle an neue Wettbewerber ab. Noch halten die etablierten Player aber die entscheidenden Trümpfe in der Hand, um weiterhin als zentrale Schaltstelle für private Finanzgeschäfte zu agieren. Wie Banken die Plattform-Ökonomie für sich nutzen können, dazu wurden jüngst Experten befragt. Mit der Digitalisierung haben die Banken die Chance, stärker auf die Wünsche des Kunden einzugehen. Häufig wird jedoch der Blick nur nach innen gerichtet, so ein Ergebnis der aktuellen „Bankenstudie 2021 – Spannungsfeld Digitalisierung“. Knapp die Hälfte der 211 im Januar und Februar 2021 befragten Experten aus der Finanzbranche ist der Meinung, bei Digitalisierungsmaßnahmen gehe es vorwiegend um Effizienzsteigerungen, und der Kunde mit seinen Bedürfnissen stehe weniger im Fokus. Diese Entwicklung birgt Gefahren, auch weil dem Kunden im heutigen Marktumfeld zahlreiche Alternativangebote zur Verfügung stehen. Wie schnell die etablierten Banken einen „Nokia-Effekt“ erleiden und Marktanteile verlieren können, zeigt das Beispiel Zahlungsverkehr. Newcomer wie PayPal oder Klarna eroberten innerhalb weniger Jahre den B2C-Geldtransfer. Die Umfrageergebnisse der Studie unterstreichen dies. Neun von zehn deutschen Bankexperten sind der Ansicht, dass Banken mit dem Zahlungsverkehr eine wichtige Kundenschnittstelle verlieren. Und auch die Zukunftsaussichten sind eher ernüchternd für die Branche. 84 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass die Institute den Bereich Zahlungsverkehr immer stärker an bankfremde Unternehmen verlieren. Positiv zu bewerten ist, dass die Banken sich dem Angriff der FinTechs und E-Commerce-Konzerne jetzt entgegenstellen, siehe auch Abbildung ÿ 1. So gehen zwei Drittel der Experten davon aus, dass sich die Finanz- institute wieder verstärkt im Zahlungsverkehr engagieren werden. Das ist auch notwendig, muss aber weitaus mehr Bereiche umfassen: Kryptowährungen, Kreditvergabe, Geldanlagen und Vermögensverwaltung werden in der Studie als potenzielle Gefahrengebiete genannt, in denen bankfremde Anbieter künftig eine wichtige Rolle einnehmen werden. Widersacher von außen Den Banken wird der Gegenwind künftig noch stärker ins Gesicht wehen, denn mittlerweile werden neben den großen Zahlungsdienstleistern auch internationale IT-Konzerne und Vergleichsportale als Konkurrenten wahrgenommen. Der Gegner lauert also außerhalb und nicht mehr innerhalb der eigenen Branche. Auf die neuen Konkurrenten haben die etablierten Player allerdings bislang noch keine passende Antwort gefunden. So ist die Hälfte der Umfrageteilnehmer der Meinung, dass die Institute immer noch nicht erkannt haben, welche Gefahren wirklich von den bankfremden Mitbewerbern ausgehen. Damit die Banken auch künftig die zentrale Anlaufstelle in Finanzfragen bleiben, müssen sie sich in Teilen neu erfinden. Im Mittelpunkt sollte nicht mehr das Produkt stehen, sondern das eigentliche Bedürfnis des Kunden. Und das Fundament dafür bilden neue, vernetzte Ökosysteme. Für die Branche 32 04 // 2021

MANAGEMENT heißt das auch: Kooperationen aufbauen und mit Unternehmen aus diversen Branchen partnerschaftlich zusammenarbeiten. Der Plattformgedanke kreist um einen Marktplatz von Finanzinstrumenten, bei dem die Fäden über das jeweilige Kundenkonto bei der Bank zusammenkommen. Angeschlossen daran sind: externe Finanzinstitute, FinTechs, InsurTechs und Partner aus anderen Branchen, die daran interessiert sind, Finanzdienstleistungen direkt in ihre Angebote für Endkunden einzubetten. Die Bank kann dann je nach Kundeninteresse maßgeschneiderte Nischenprodukte aus diesem virtuellen Schaufenster anbieten. Über das Plattform-Modell können einerseits neue Zielgruppen für das eigene Kontomodell erreicht werden und andererseits auch Banking-as-a-Service- (BaaS) oder Embedded-Finance-Modelle Drittanbietern zur Verfügung gestellt werden. Das Zusammenstellen und Integrieren von Bankdienstleistungen wird Teil des Unternehmensangebots, um verschiedene Branchen in das eigene Produkt- und Ökosystem einzubinden. Starre Strukturen aufbrechen Damit stehen die neuen FinTechs und E-Commerce-Konzerne also nicht unbedingt im Wettbewerb mit den Banken, sondern 04 // 2021 33

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