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die bank 03 // 2022

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

DIGITALISIERUNG für

DIGITALISIERUNG für Online-Transaktionen zu senken. Luxusmarken wie Gucci und Louis Vuitton können NFTs als Authentifizierung für materielle und teurere Luxuswaren nutzen. Viele Einzelhändler haben in der Vergangenheit den Einstieg in den E-Commerce verschlafen. Daher wollen sie die Chancen rund um das Metaverse nun nicht verpassen. NFTs in Verbindung mit Gaming, Kunst, Sport und Handel zeigen hier greifbare Anwendungen dieser Technologie auf, die damit Einzug in die Gesellschaft hält. Gerade für Retailer birgt eine frühzeitige strategische Ausrichtung auf digitale Welten die Chance, weitere Lock-In-Effekte für eigene Services zu kreieren. Krypto-Lösungen könnten im ersten Schritt als Bezahlalternative dazu führen, Gebühren zu senken und Margen auszubauen. Ähnliche Krypto-basierte Entwicklungen sind bereits in Europa zu sehen. Marken wie H&M oder Kaufland haben bereits erste Metaverse-Ideen umgesetzt. Erkennbar ist ferner schon heute, dass Retailer bemüht sind, ihre User durch eigene Applikationen und Loyalitätsprogramme zu binden. Was bedeutet dies für Banken und Finanzdienstleister? Wenn das Web3 mit neuen Ansätzen zur Anwendung von dezentralen Strukturen in der Realwirtschaft ankommt, werden sich auch Banken früher oder später damit auseinandersetzen müssen. Im Fokus werden dabei insbesondere Fragen der Infrastruktur stehen. Den prominentesten Treiber stellt in diesem Zusammenhang das dezentrale Finanzwesen (DeFi) für das Bankensystem dar. Dies bietet aber zugleich auch eine Reihe potenzieller Lösungen für die Probleme an, die der traditionellen Finanzinfrastruktur innewohnen. Eine Transformation technologischer Strukturen wird jedoch ein langsamer und mühsamer Prozess sein, der den Banken und zentralisierten Akteuren viele Möglichkeiten zur Anpassung und Innovation bietet, um betriebswirtschaftliche Vorteile oder gar neue Gewinne zu erzielen. Das dezentrale Finanzwesen als Peer-to- Peer-System, das nicht von einer zentralisierten Institution wie einer Bank kontrolliert wird, benötigt keine Filialen, Mitarbeiter, Rückbuchungen und Kreditgespräche mehr. Es handelt algorithmisch, sicher und sofort. Mit dem Wegfallen zentraler Institutionen werden die Kosten erheblich gesenkt, wodurch Kredite erschwinglicher werden und die Einlagenraten steigen. Jeder wird gleichbehandelt, was das Finanzwesen demokratisiert und die Chancenungleichheit, die das derzeitige System plagt, verringert. Technologie steckt noch in den Kinderschuhen DeFi bietet eine Lösung für die fünf Hauptprobleme des aktuell zentralisierten Finanzsektors: zentrale Kontrolle, eingeschränkter Zugang, Ineffizienz, mangelnde Interoperabilität und Undurchsichtigkeit. Das dezentrale Finanzwesen bietet neue Möglichkeiten. Die Technologie steckt zwar noch in den Kinderschuhen, doch die Aussichten sind vielversprechend – und bisherige Funktionen werden vereinfacht (wie z. B. automatisierte Market Maker, dezentrale Börsen, dezentrale Marktsteuerung, Kontrolle usw.). Der Bereich Handelsfinanzierungen könnte durch NFTs nachhaltig verändert werden. Eine Lösung könnte darin bestehen, die Zah- 62 03 | 2022

DIGITALISIERUNG FAZIT Teil der künftigen Finanzwelt wird ein hybrides Finanzmodell sein, das die durch DeFi möglich gemachte revolutionäre Technologie mit den bereits länger etablierten Strukturen der traditionellen Kreditinstitute verbindet. Zentralbanken, Clearing-Stellen, Regulierungsbehörden und Wirtschaftsaufsichtsbehörden werden bei der Digitalisierung und Dezentralisierung des Finanzsystems eine entscheidende Rolle spielen. Obwohl traditionelle (also zentrale) und dezentralisierte Praktiken oft gegeneinander ausgespielt werden, scheinen bisher nur wenige die Vorteile zu erkennen, die aus der Kombination des Besten aus beiden Welten resultieren und die den Finanzinstituten und den Banken auch künftig eine feste Rolle sichern können. lungsgarantie des Endkäufers in Form eines NFT zu tokenisieren – mitsamt Bestellscheinen, Lieferscheinen, Frachtbriefen oder Rechnungen über die gesamte Lieferkette hinweg. Das Verfahren bietet somit die Möglichkeit, sowohl große Unternehmen als auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) abzudecken. NTFs ermöglichen es den Käufern außerdem, ihre gesamten Lieferketten zu sichern. Speziell in unsicheren Zeiten sind durchgängige, digitale Lieferketteninformationen geschäftsentscheidend, um mögliche drohende Versorgungsengpässe frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Autor Bernd Richter ist Innovationsexperte bei FIS und beschäftigt sich mit regulatorischen Trends im globalen Zahlungsverkehr sowie im Banking. 03 | 2022 63

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