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die bank 03 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE

BERUF & KARRIERE AUFBRUCH IM BANKENVERBAND Neue Zeiten, neues Denken, neues Arbeiten Der Bankenverband hat seine Organisationsstruktur grundlegend neu aufgestellt. Die beiden Hauptgeschäftsführer Andreas Krautscheid und Dr. Christian Ossig erläutern die Beweggründe dafür und stellen Struktur sowie neue Zusammenarbeitsformate im Detail vor. 72 03 // 2020

BERUF & KARRIERE Bei allen Ähnlichkeiten: Ein Verband ist kein Unternehmen. Unternehmen bekommen über kurz oder lang gespiegelt, ob ihre innerbetrieblichen Abläufe noch zeitgemäß sind oder zu Effizienzverlusten führen. Schwächelnde Zahlen sind oft ein sicheres Indiz dafür, dass Handlungsbedarf besteht. Bei Verbänden ist dies weniger eindeutig und weniger schnell sichtbar. Ein Verband, der hochgeschätzte Arbeit leistet, gut verdrahtet ist, fachliche Tiefe mit kommunikativer Stärke verbindet und alles in allem ein hervorragendes Standing genießt, sollte sich aber keine allzu großen Gedanken machen müssen. Hier und da sind vielleicht kleinere Anpassungen notwendig, ansonsten kann er so weitermachen wie bislang. Oder vielleicht doch nicht? Die Antwort lautet: Nein! Auch wenn die äußeren Parameter eine erfolgreiche Arbeit signalisieren, muss sich ein Verband die Frage stellen, ob über viele Jahre gewachsene Strukturen tatsächlich noch zeitgemäß sind und den künftigen Anforderungen einer dramatisch veränderten Welt gerecht werden. Irgendwann läuft auch ein Verband Gefahr, dass ein bloßes „Weiter so!“ nicht mehr ausreicht, um auf der Höhe des Geschehens zu bleiben und im Umgang mit den Stakeholdern höchste Qualität zu verbürgen. Handlungsbedarf erkannt Dieses „Irgendwann“ war für den Bankenverband vor ungefähr zwei Jahren erreicht. Es gab keinen direkten Anlass, keine Vorgabe von außen, keinen unmittelbaren Druck von innen. Das Ansehen des Bankenverbands – so viel Selbstbewusstsein darf sein – war damals gut und ist es auch heute. Und doch häuften sich die Anzeichen dafür, dass der Bankenverband nicht mehr zukunftsfähig aufgestellt war: neue Themen, für die es keine klaren Zuständigkeiten gab, umständliche Entscheidungsfindungen, Abteilungsegoismen, fehlende Transparenz und Reaktionsgeschwindigkeit, suboptimale Kommunikationsstränge. Aus dem Gefühl, dass es Handlungsbedarf gab, etwas zu ändern, wurde nach und nach ein starker Verdacht – und dann Gewissheit. Die Frage nach grundlegenden Veränderungen war deshalb schon bald keine Frage mehr des „Ob“, sondern nur noch eine Frage des „Wie“. Wer sich heutzutage optimieren möchte, ist in guter Gesellschaft. Viele Unternehmen und Institutionen haben sich in den letzten Jahren daran gemacht, verkrustete Strukturen aufzubrechen und ihre bisherige Arbeitsweise weiterzuentwickeln. Hier von einem bloßen Modetrend zu sprechen, wird der Sache nicht gerecht. „It’s the digitalization, stupid.“ Wir leben in einer Transformationsphase, die allumfassend ist, Geschäftsmodelle radikal verändert, neue Kommunikationsformen hervorbringt und auch auf die Arbeitswelt erhebliche Auswirkungen hat – neue Strukturen und Arbeitsweisen scheinen deshalb unumgänglich. Die Gefahr dabei jedoch ist, sich allzu schnell in einem Festival der Schlagwörter wiederzufinden, die mit großem Brimborium an die Wand geworfen werden: Agilität, Kulturwandel, flache Strukturen, Wände einreißen, Transparenz schaffen. Was hinter ihnen steht, ist keineswegs falsch oder bedeutungslos, ganz im Gegenteil. Ob in ihnen aber die passenden Antworten zu finden sind, steht nicht von vornherein fest. Standortbestimmung… Am Anfang muss deswegen eine saubere Analyse stehen: Was liegt im Argen? Was könnte besser laufen? Wo müssen – ganz unabhängig vom bisherigen Output – neue Wege beschritten werden? Mindestens genauso wichtig aber ist eine allgemeine Standortbestimmung: Wer oder was wollen, können und müssen wir eigentlich sein? Ein Verband ist für seine Mitglieder da. Für den Bankenverband sind dies vor allem die privaten Banken in Deutschland, aber auch außerordentliche Mitglieder wie die FinTechs. Ihren berechtigten Anliegen und Interessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit will der Bankenverband eine Stimme verleihen. Aber ein Verband kann sich und seinen Erfolg nicht nur über maximale Interessensdurchsetzung definieren – erst recht nicht, wenn er die Finanzbranche repräsentiert und obendrein Institute vertritt, die in puncto Größe, Internationalität und Geschäftsmodell teilweise deutlich voneinander abweichen. Im Sinn seiner Mitglieder ist es, wenn er eine größere Perspektive einnimmt, sich für eine verantwortungsvolle Finanzwirtschaft einsetzt, europäisch denkt und offen ist für Innovationen. Natürlich geht es auch und nicht zuletzt um die fachliche Detailarbeit: Die Interessen der Branche müssen Gehör finden, wenn komplizierte Regulierungsvorhaben auf gesetzgeberischem oder aufsichtlichem Weg umgesetzt werden. An dieser Stelle kann und muss der Bankenverband sein gesamtes Know-how in die Waagschale werfen. Am Ende wird er sich auch daran messen lassen müssen, ob er die Wirtschaftskraft seiner Mitglieder stärkt – aber eben nicht nur daran. … und Selbstverständnis Genau über dieses Selbstverständnis haben die Mitarbeiter des Verbands gemeinsam mit Vertretern unser Mitgliedsinstitute zu Beginn des Transformationsprozesses diskutiert. Am Ende – nach intensiver Aussprache und Beschluss im Vorstand – stand ein neues „Mission Statement“, das Auftrag, Sinn und Zweck unserer Arbeit in sechs klare Botschaften zusammenfasst. Nun ging es darum, alle Strukturen und Arbeitsprozesse des Verbands auf den Prüfstand zu stellen, jeden einzelnen Stein umzudrehen, Schwachpunkte zu benennen und als Ergebnis des Ganzen Wege und Ziele zu formulieren, die den Bankenverband zeitgemäß und zukunfts- 03 // 2020 73

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