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die bank 03 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

fi EIGENKAPITALRENDITE

fi EIGENKAPITALRENDITE UND KAPITALKOSTEN IN EUROPA ” 1 Durchschnitt 2002 - 2007 Durchschnitt 2008 - 2013 Öl & Gas 7,7 % 21,5 % Gesundheitswesen 6,5 % 18,2 % Gesundheitswesen 6,9 % 18,3 % Konsumgüter 7,5 % 15,8 % Rohstoffe 7,9 % 17,0 % Öl & Gas 8,8 % 14,8 % Versorgungsunternehmen 7,0 % 16,0 % Telekommunikation 7,2 % 13,3 % Konsumgüter 7,9 % 15,8 % Finanzdienstleister (ohne Banken) 8,7 % 11,7 % Banken 8,1 % 15,3 % Verbraucherdienstleister 7,7 % 11,1 % Industrie 8,4 % 13,6 % Industrie 10,9 % 8,9 % Finanzdienstleister (ohne Banken) 7,9 % 12,8 % Rohstoffe 10,7 % 9,8 % Verbraucherdienstleister 7,8 % 11,0 % Versorgungsunternehmen 9,9 % 7,9 % Technologie 9,3 % 9,3 % Techologie 7,8 % 8,3 % Telekommunikation 0,5 % 7,8 % Banken 4,3 % 10,0 % Eigenkapitalrendite nach Steuern Kapitalkosten Eigenkapitalrendite nach Steuern Kapitalkosten Durchschnittswerte der Sektoren auf Basis des European Global Industry Index von Thomson Reuters Datastream; Kapitalkosten definiert als risikoloser Zinssatz + Beta x Risikoprämie. Quelle: Datastream, zeb.research. 8 diebank 3.2015

FINANZMARKT ó Double Trouble EUROPÄISCHER BANKENSEKTOR Anhaltende Niedrigzinsen und stetig zunehmende regulatorische Anforderungen belasten europäische Banken in den kommenden Jahren nachhaltig. Die Doppelbelastung ist dabei so massiv, dass die zur Erreichung von zukünftig akzeptablen Renditen und Kapitalquoten erforderlichen Maßnahmen bereits aus heutiger Sicht von bestimmten Instituten kaum mehr bewältigt werden können. Stattdessen verstärkt sich der Konsolidierungsdruck im europäischen Bankenmarkt, der in den kommenden Jahren weitere Übernahmen und Zusammenschlüsse auch unter den großen Instituten erwarten lässt. Es besteht aus politischer Sicht die Gefahr neuer oligopolistischer Strukturen in Europa. Dirk Holländer | Olaf Scheer | Frank Mrusek | Ekkehardt Bauer Keywords: Niedrigzinsen, Regulatorik, Konsolidierung, Europa Gleich zwei substanzielle Krisen haben dem europäischen Bankensektor in den vergangenen Jahren zugesetzt, und der Ausblick auf die kommenden Jahre lässt keine wesentliche Besserung erwarten. Im Gegenteil: Die Doppelbelastung aus Niedrigzinsen und verschärfter Regulatorik wird mittelfristig enorme Konsequenzen für die Kreditinstitute mit sich bringen. Der Konsolidierungsdruck und die damit verbundenen anstehenden Veränderungen in der europäischen Bankenlandschaft geben der Thematik eine zusätzliche, politische Dimension, auf die besonderes Augenmerk gelegt werden soll. Ein Blick auf die aktuelle Situation der europäischen Bankindustrie offenbart sehr schnell ein wesentliches Grundproblem des Sektors: die im Durchschnitt viel zu geringe Rentabilität. Ein Vergleich der Eigenkapitalrenditen (EKR) und Kapitalkosten unterschiedlicher Industriesektoren in Europa zeigt sehr deutlich, dass, selbst bei einem Rückgriff auf die längst vergessenen Jahre vor der Finanzkrise, Banken eine Rendite erwirtschafteten, die lediglich im Mittelfeld aller Branchen lag ” 1. So erzielten Banken 2002 bis 2007 zwar im Durchschnitt Renditen deutlich über den von Investoren geforderten Kapitalkosten. Die verbreitete Annahme, dass Banken vor der Krise übermäßige Überschüsse verdient hätten, ist aber in diesem Industrievergleich nicht haltbar. Auch die Performance von Bankaktien war mit einem Total Shareholder Return, d. h. dem gesamten Wertzuwachs aus Kursgewinnen, Dividenden und Kapitalmaßnahmen, von +17,8 Prozent pro Jahr vergleichsweise nur moderat. In der Folge potenzierte sich diese Grundproblematik in den Jahren der Finanz- und Staatsschuldenkrise. So liegt der Bankensektor seit 2008 mit einer durchschnittlichen EKR nach Steuern von nur 4,3 Prozent mit großem Abstand auf dem letzten Platz und erreicht dabei bei weitem nicht die Kapitalkosten von rund zehn Prozent. Diese Situation hat sich auch jüngst nicht verändert. Im Jahr 2013 lag die EKR nach Steuern der größten europäischen Institute mit 3,8 Prozent sogar noch unter dem langfristigen Durchschnitt. Dementsprechend erzielten Bankaktien zwischen 2008 und 2013 am Kapitalmarkt mit einem negativen Total Shareholder Return von -9,1 Prozent pro Jahr die schlechteste Wertentwicklung aller Sektoren. Die aktuelle Situation: fehlende Rentabilität bei guter Kapitalausstattung Trotz fehlender Rentabilität verfügen einige Institute aus heutiger Sicht inzwischen über eine gute Eigenkapitalausstattung und überschreiten deutlich die aktuellen regulatorischen Kapitalanforderungen. So bestanden von den größten 50 europäischen Banken, bis auf die italienische Monte dei Paschi di Siena, insgesamt 49 Institute den Asset Quality Review und den darauf aufbauenden Stresstest der Europäischen Zentralbank. Dem gingen jedoch umfangreiche Kapitalerhöhungen in den vergangenen Jahren voraus. So wurden von allen europäischen Banken zwischen Anfang 2007 und Oktober 2014 allein rund 360 Mrd. € Eigenkapital an Kapitalmärkten neu aufgenommen. Dies entspricht genau einem Drittel der gesamten Kapitalerhöhungen aller Unternehmen in Europa. Dabei wurden nicht nur in den Krisenjahren 2008 und 2009 Kapitalerhöhungen durchgeführt, gerade auch 2013 stieg der Kapitalbedarf als Folge der Staatsschuldenkrise und im Vorgriff auf die anstehenden Anforderungen aus Basel III wieder deutlich an. Dementsprechend positiv entwickelten sich die Kapitalquoten. So stieg z. B. die Tier 1 Ratio, das Verhältnis zwischen regulatorischem Tier-1-Kapital und risikogewichteten Aktiva (RWA), die im Jahr 2007 für die größten 50 europäischen Banken im Durchschnitt noch 7,9 Prozent betrug, bis Ende 2013 bereits auf 13,5 Prozent. 3.2015 diebank 9

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