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die bank 03 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE

ó BERUF & KARRIERE gaben ganz vorn positioniert und 2014 das erfolgreichste Jahr in der Zusammenarbeit mit Vermögensverwaltern abgeschlossen. Nur die Großen der Branche, wie eine DJE Kapital AG, die aktuell rund zehn Mrd. € verwaltet, können sich ein Research-Team mit zwölf Spezialisten und eine Datenbank leisten. Deren Chef, Dr. Jens Ehrhardt, ist zudem ständig weltweit unterwegs, um sich mit den CEOs der Top-Konzerne über die Entwicklung von Branchen und Märkten auszutauschen. Kleinere lokal etablierte Verwalter können da nicht mithalten. Ihnen bietet Hauck & Aufhäuser Privatbankiers Workshops an, um die Zusammenarbeit mit den Medien zu verbessern, stellt renommierte Redner für Veranstaltungen bereit oder organisiert auch mal ein Dinner- Event. In der Nachfolgeberatung bringen die Experten über ihr Netzwerk Gesellschaften zusammen, die verkaufen bzw. kaufen wollen. Für Bentlage steht fest, dass der Trend klar zur Größe geht. „Als Einzelkämpfer werden es Vermögensverwalter künftig sehr schwer haben.“ Wer wachsen will und wachsen kann, hat zumindest keine schlechte Ausgangsposition. Wegen des Generationenwechsels stehen zahlreiche Firmen zum Verkauf. So hat sich auch Eichler & Mehlert auf einen Schlag verdoppeln können. Vor zwei Jahren übernahm die Bankkauffrau Kathrin Eichler, die ihre Karriere beim Bankhaus Lampe begann, die alt eingesessene Vinke Vermögensverwaltung GmbH und musste feststellen, dass in der Branche, die stark vom persönlichen Kontakt lebt, eine Übernahme allemal ein Kraftakt ist. „Mit allen Kunden mussten wir neue Verträge schließen“, sagt die Betriebswirtin. Rund 70 Kunden suchte sie für ein persönliches Gespräch auf und konnte am Ende der einjährigen Ochsentour dann aber immerhin eine fl Als Einzelkämpfer werden es Vermögensverwalter künftig sehr schwer haben. Wer wachsen will und wachsen kann, hat zumindest keine schlechte Ausgangsposition. „Trefferquote von 96,4 Prozent verbuchen“. Trotz des großen Aufwands wäre die Unternehmerin mittelfristig für einen weiteren Zukauf offen. Denn die Größe eröffnet auch neue Möglichkeiten. So wird Eichler 2015 erstmals einen eigenen Publikumsfonds auflegen. Größe als Erfolgsrezept Auch Markus Schön von der DVAM, die unter anderem kirchliche und karitative Kunden zu ihrer Klientel zählt, will zukaufen, „wenn wir etwas Gutes sehen, das zu uns und unseren Kunden passt“. Voraussetzung für eine erfolgreiche Übergabe sei jedoch, dass der Inhaber den Prozess begleite, um eine Abwanderung von Depotkunden zu vermeiden. Die UVV-Branche in Deutschland Wer klein bleiben will, hat es zunehmend schwer. Nicht nur die größere Konkurrenz wildert in deren Kundenportfolios. Auch die Depotbanken, bei denen die Vermögensverwalter die Anlagekonten ihrer Kunden auf deren Namen führen, geben den Margendruck weiter, um ihre hochgesteckten Ertragsziele zu erreichen. Laut einer Studie der Strategieberatung Simon-Kucher & Partners streichen in der Schweiz einige Großbanken wie UBS bereits den unabhängigen Vermögensverwaltern Sonderkonditionen und Kickbacks, wenn diese eine kritische Größe bei den Depots unterschreiten. Eine Entwicklung, die Studienautorin Petra Knüsel verstärkt auch für Deutschland erwartet. Knüsel: „Durch gestiegene regulatorische Anforderungen und wachsenden Margendruck ändert sich die Zusammenarbeit mit den Depotbanken.“ Der Prozess hat schon begonnen. Auch hierzulande steht diese Geschäftsbeziehung auf dem Prüfstand. Uwe Adamla von DJE Kapital will „mittelfristig die Zahl der Depotbanken von acht auf vier reduzieren, um die Komplexität und damit die Kosten zu reduzieren“. Zu gering dürfe deren Zahl aber auch nicht sein, Die Branche wird von kleinen Unternehmen dominiert, deren Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzende oftmals zuvor in einer Bank gearbeitet haben. Selbst die Nummer eins, die 1999 von Bert Flossbach und Kurt von Storch gegründete Kölner Flossbach von Storch AG, beschäftigt nur gut 100 Mitarbeiter. Der Branchenprimus verwaltet mehr als 15 Mrd. €. An zweiter Stelle folgt die 1974 gestartete DJE Kapital AG aus Pullach bei München. Das bayerische Familienunternehmen managt mit rund 100 Mitarbeitern 27 Fonds und ein Vermögen von rund zehn Mrd. €. DJE steht für Dr. Jens Ehrhardt, den Gründer der traditionsreichen Firma. Er war einer der ersten unabhängigen Vermögensverwalter (UVV), der einen eigenen Fonds auf den Markt gebracht hat. Sprachrohr der Finanzportfoliomanager ist der im Jahr 1997 gegründete Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VUV), an dessen Spitze zurzeit FIVV-Chef Andreas Grünewald steht. Transparenz in die verschwiegene und eher öffentlichkeitsscheue Branche bringt das 2014 gegründete Institut für Vermögensverwaltung (InVV) an der Hochschule Aschaffenburg. 72 diebank 3.2015

Der Branche ein Gesicht geben INTERVIEW Andreas Grünewald ist seit 2014 ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender des Verbandes unabhängiger Vermögensverwalter e.V. in München. Zu dessen Mitgliedern gehört auch sein eigenes Unternehmen, die FIVV AG, eine unabhängige, inhabergeführte Vermögensverwaltung für Privatkunden und Unternehmerfamilien, Stiftungen und Family Offices, die Grünewald 1999 gründete. fi INTERVIEW diebank: Profitieren die unabhängigen Vermögensverwalter vom Anlagenotstand sowie dem Vertrauensverlust der Kunden in die traditionellen Banken? Grünewald: Unsere Branche ist noch immer zu unbekannt. Der Marktanteil liegt lediglich bei drei Prozent. Unser entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber den Vermögensverwaltern der Banken ist, dass wir in der Wahl der Finanzprodukte völlig ungebunden sind und deshalb ohne Zielkonflikte entscheiden können. Dafür werden unsere Mitglieder direkt durch ein Honorar entlohnt statt indirekt über Provisionen für die Produkte, was zu falschen Anreizen führen kann. Der Kunde hat allerdings das Provisionsmodell verinnerlicht und trennt sich auch nicht so leicht von seiner Bank. diebank: Wie die Banken so muss auch Ihre Branche mit der verstärkten Regulierung klarkommen. Wie wirkt sich diese aus? Grünewald: Seit 1998 benötigen Finanzportfolioverwalter eine Zulassung. Damals kam es deshalb bereits zu einer ersten drastischen Marktbereinigung. Bis heute ist die Zahl bei den Unabhängigen Verwaltern dann von etwa 1.400 auf rund 450 gefallen. Eine weitere Konsolidierung erwarten wir mit Inkrafttreten von MiFID II. Zuwendungen von dritter Seite an die Vermögensver- walter werden zum Beispiel ab 2018 wahrscheinlich nicht mehr zulässig sein. diebank: Was bedeutet das für die Branche? Grünewald: Der Großteil unserer Mitglieder folgt schon jetzt unserer Empfehlung und verpflichtet sich, auf diese Zuwendungen gänzlich zu verzichten. Sie setzen ausschließlich auf die Honorarvergütung. Diese besteht in der Regel aus einem fixen Anteil und einer erfolgsabhängigen Komponente. Dieser Änderung ab 2018 sind wir somit bereits zuvorgekommen, weshalb sie uns eher stärken wird. Wegen des Regulierungsdrucks, aber auch des Generationenwechsels geht der Trend zu größeren Verwaltern. Das würde uns allerdings auch sichtbarer machen. Schon heute geben vor allem die größeren Verwalter der Branche ein Gesicht. diebank: Wie verändert sich die Beziehung zu den Depotbanken? Grünewald: Nicht nur der unabhängige Vermögensverwalter braucht eine gewisse Größe, um am Markt bestehen zu können. Auch die erforderlichen Mindestvolumina steigen, da sich der Aufwand andernfalls für Kapitalverwaltungsgesellschaften kaum mehr lohnt. Möchte ein Vermögensverwalter heute einen Fonds auflegen, braucht es ein Volumen von etwa fünf bis zehn Mio. €, künftig eher mehr. Auch deshalb geht der Trend in unserer Branche zur Größe. diebank: Ein Kernproblem insbesondere der kleinen Finanzportfoliomanager ist aber auch, dass sie immer mehr Zeit und Geld für die Regulatorik aufwenden müssen. Grünewald: Deshalb wollen wir unsere Unternehmen ab 2015 durch ein maßgeschneidertes Compliance-Management-System in ihrem Tagesgeschäft entlasten. Standardisierte Abläufe sparen Zeit und damit Kosten. So wollen wir vor allem auch die kleineren Vermögensverwalter unterstützen. diebank: Der Verband hat 2014 freiwillig eine Ombudsstelle geschaffen, um bei Konflikten objektiv vermitteln zu können. Wie viele Fälle hatten Sie schon? Grünewald: Die Stelle wurde noch nicht in Anspruch genommen. Bis Mitte 2015 hätten wir diese Schlichtungsstelle aber ohnehin einrichten müssen. So will es eine EU-Richtlinie. Wir haben dies vorgezogen, um den Schutz unserer Anleger zu stärken. Denn letztlich lebt unsere Branche vor allem von der Empfehlung zufriedener Kunden. diebank: Herr Grünewald, vielen Dank für das Gespräch. Das Interview führte Eli Hamacher. 3.2015 diebank 73

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