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die bank 03 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE fi

ó BERUF & KARRIERE fi SHARPE-RATIO UND ANREIZSTRUKTUREN ” 1 5 Sharpe-Ratio (unerklärter Anteil) 0 -5 -10 -15 0,0 0,1 0,2 0,3 0,4 0,5 0,6 Bonusanteil (instrumentiert) Vorkrisenperiode (2003-2007) Krisenperiode (2008-2011) Linear Vorkrisenperiode (2003-2007) Linear Krisenperiode (2008-2011) 66 diebank 3.2015

BERUF & KARRIERE ó Optimale Vergütungsstrukturen in Banken PERSONAL Aufsichtsbehörden üben sich darin, die Vergütungspraktiken in Banken zu reformieren. Augenfällig ist die Bandbreite an teils stark voneinander abweichenden Reformansätzen, was vor allem dem Mangel an empirischen Erkenntnissen zur Auswirkung variabler Leistungsvergütung auf die Profitabilität und das Risikoprofil von Banken geschuldet ist. Die Autoren stellen kausale Zusammenhänge zwischen Bonuszahlungen, der Handelsprofitabilität und der Risikonahme dar 1 . Matthias Efing | Florian Frank | Harald Hau | Patrick Kampkötter | Johannes Steinbrecher Keywords: Vergütungssysteme, Regulierung, Beauftragtenwesen Zwischen der Bank of England (BoE) und der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) hat es in jüngerer Vergangenheit erhebliche Differenzen bezüglich neuer Regulierungsansätze zu Vergütungspraktiken in Banken gegeben. Die britische Notenbank sprach sich gegen die von der EBA verfolgte Deckelung von Bonuszahlungen bei 100 Prozent des Grundgehalts (200 Prozent mit Zustimmung der Aktionäre) aus. Anstatt Boni in ihrer Höhe zu begrenzen, sollen diese nach Willen der BoE stärker an der langfristigen Profitabilität von Banken ausgerichtet werden. Der Konflikt zwischen den Aufsichtsbehörden offenbart den Mangel an Konsens über die Rolle von erfolgsabhängiger Vergütung in Banken. Während Fürsprecher Bonuszahlungen einen positiven Einfluss auf die Profitabilität zuschreiben, identifizieren Gegner diese als Ursache für exzessive Risikonahme vor und während der Finanzkrise 2 . Letztendlich sind jedoch empirische Studien notwendig, damit zielgerichtete Reformanstrengungen vor dem Hintergrund der folgenden drei Fragen geführt werden können: 1. Steigert erfolgsabhängige Vergütung von Bankangestellten die Bankprofitabilität? 2. Führt erfolgsabhängige Vergütung zu einer höheren Risikonahme bzw. -neigung der Mitarbeiter? 3. Falls beide vorhergehenden Fragen mit ja zu beantworten sind, was ist das optimale Ausmaß erfolgsabhängiger Vergütung aus gesellschaftlicher Sicht? Neue Einblicke in die Vergütungspraktiken von Banken Hinsichtlich der Bonuszahlungen für Bankangestellte aller Hierarchiestufen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stehen zwei Bankbereiche im Fokus, die aus einer Risikomanagementperspektive besonders interessant sind und das Kapitalmarktgeschäft beinhalten: Investment Banking und Treasury/ Capital Markets. Beide Bereiche tragen maßgeblich zum Handelsergebnis einer Bank bei. Gerade im Hinblick auf die Kapitalmarktaktivitäten der Banken hat sich gezeigt, dass auch die Anreizstrukturen und die damit verbundenen Handlungen der Mitarbeiter die Erträge und Risiken der Banken signifikant beeinflussen können. Dies wurde beispielsweise durch die Händlerskandale der Société Générale und UBS oder den Libor-Skandal deutlich. Empirische Befunde für andere Branchen erhärten ebenfalls den Verdacht, dass die Vergütungsstrukturen der Mitarbeiter unterhalb des Top-Managements einen signifikanten Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben 3 . Sollen die Wirkungsweisen der Anreizstrukturen untersucht werden, müssen folglich die Anreize auf der Mitarbeiterebene berücksichtigt werden. Der für diese Untersuchung analysierte Datensatz basiert auf anonymisierten Gehaltsdaten der international tätigen Unternehmensberatung Towers Watson. Der Datensatz enthält Informationen für die Jahre 2004 bis 2011 zu über 120 Banken aus Deutschland (68), Österreich (24) und der Schweiz (31) und repräsentiert über den gesamten Untersuchungszeitraum rund 50 bis 70 Prozent der relevanten Bankaktiva in den entsprechenden Ländern sowie Informationen für einen Großteil der Angestellten einer Bank. Die Vergütungsdaten beinhalten unter anderem Informationen zu Basisgehalt, Bonuszahlungen, Geschäftsbereich und Hierarchiestufe der Mitarbeiter. Deutliche Rückgänge der Bonuszahlungen im Krisenzeitraum Die Bedeutung der Bonuszahlungen schwankt stark zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen. Der Bonusanteil (Anteil der Bonuszahlungen an der Gesamtvergütung) im Retail Banking 3.2015 diebank 67

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