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die bank 02 // 2021

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

News & Trends

News & Trends CYBER-BETRUG BOOMT Kundenkonten im Visier Im Jahr 2020 handelte es sich bei jeder zweiten betrügerischen Transaktion im Finanz- und E-Commerce-Bereich um eine erfolgreiche Übernahme eines Kundenkontos durch Cyber-Kriminelle. Laut dem Softwareunternehmen Kaspersky stieg der Anteil solcher Betrugsvorfälle von 34 Prozent im Jahr 2019 auf 54 Prozent im Jahr 2020 an. In 16 Prozent der Fälle kam es zu Geldwäsche- Transaktionen. Die Nutzung digitaler Finanzdienstleistungen und des elektronischen Handels (E-Commerce) nahm im vergangenen Jahr aufgrund der Pandemie weltweit zu. Dies hat zu einem Anstieg von Social-Engineering-Angriffen geführt, so die Softwarefirma. Hierbei erschleichen sich Cyber-Kriminelle durch eine individuelle Ansprache das Vertrauen potenzieller Opfer, um beispielsweise an vertrauliche Informationen wie Account-Zugangs- oder Finanzdaten zu gelangen. ù Geldwäsche-Transaktionen sind unter Cyber-Kriminellen beliebt. DIGITALE DIENSTLEISTUNGEN B2B-E-Commerce weiter stark im Trend Immer mehr Unternehmen vertreiben ihre Produkte und Dienstleistungen online. Der eigene Online-Shop liegt mit 56 Prozent in der Gunst der Vertriebler vor dem Außendienst sowie telefonischen oder schriftlichen Bestellungen. Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung zur Nutzung digitaler Vertriebswege weiter beschleunigt, so eine Studie von ibi research. In Summe bedienen sich große Unternehmen häufiger digitaler Vertriebsmöglichkeiten als kleine Händler. Beim Online-Shop ist das Verhältnis jedoch umgekehrt: Kleine Marktteilnehmer setzen zu 62 Prozent einen eigenen Online-Shop ein, während große Akteure das nur zu 55 Prozent tun. Auffällig ist zudem, dass die vollautomatisierten Bestellungen von Maschine zu Maschine von 12 Prozent im Vorjahr auf heute 20 Prozent gestiegen sind. Hier erwarten die Autoren der Studie in den kommenden Jahren eine Fortsetzung des Trends. 88 Prozent der Firmen bieten ihren Kunden die Zahlung per Vorkasse sowie die Rechnung (83 Prozent) als Bezahlmethoden an, danach folgen Lastschrift (71 Prozent), Kreditkarte (68 Prozent) und dann PayPal (66 Prozent). Die Auswahl zwischen diesen Verfahren unterscheidet sich nicht merklich über die Unternehmensgrößen hinweg. Auffallend ist, dass fast jedes vierte Großunternehmen Leasing und Ratenkauf anbietet, während kleine und mittlere Unternehmen diese Lösungen kaum im Portfolio haben. Die am Markt verfügbaren Instrumente der Absatzfinanzierung bieten hier vermutlichen noch einiges an Potenzial. „Die Ergebnisse der Studie zeigen sehr klar, dass der Verkauf an Unternehmen, teilweise oder komplett, verstärkt über digitale Vertriebskanäle erfolgt“, so ibi- Geschäftsführer Dr. Georg Wittmann. „Im Vergleich zu den Aktivitäten an der Kundenschnittstelle sehen wir aber sehr deutlich, dass es bei den Finanz- und Payment-Prozessen im B2B-E-Commerce noch sehr viel Nachholbedarf gibt. Insbesondere im Debitorenmanagement sowie bei den Rechnungsprozessen können die Unternehmen noch viel Potenzial ausschöpfen.“ ù CORONA-KRISE Finanzbranche spart an Weiterbildung Die Möglichkeiten für Up- und Re-Skilling in den Unternehmen haben sich deutlich verringert. Fast die Hälfte der Arbeitnehmer (46 Prozent) weltweit gab in einer Befragung an, dass ihr Arbeitgeber während der Corona-Pandemie die Möglichkeiten zur Weiterbildung und Umschulung reduziert hat. Die Aussage „Mein Arbeitgeber hat die Möglichkeiten zur Höherqualifizierung (z. B. Fortbildung und Entwicklung) im Vergleich zum Niveau vor der Pandemie reduziert“ fand Zustimmung bei 41 Prozent der Befragten in Deutschland, so eine aktuelle Studie von Degreed. 52 Prozent der Befragten aus der Finanzbranche antworteten, dass ihr Arbeitgeber die Weiterbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten im Vergleich zum Niveau vor der Pandemie reduziert hat. Etwas besser war die Lage in der industriellen Fertigung und bei den Business Services (beide 49 Prozent), gefolgt von der Consumer-Sparte und dem Einzelhandel (42 Prozent) sowie dem Gesundheitswesen (41 Prozent). ù 6 02 // 2021

NEWS & TRENDS DACH-REGION Weniger Insolvenzen in 2020 Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist im Pandemiejahr 2020 in Deutschland, Österreich und der Schweiz gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Allerdings fiel der Rückgang in den drei Ländern recht unterschiedlich aus. In Österreich war das Minus mit 40 Prozent deutlich stärker als in Deutschland mit 8 Prozent und in der Schweiz mit 19 Prozent. Das geht aus der aktuellen DACH-Studie zu Insolvenzen und Neugründungen 2020 von Bisnode D&B hervor. In Deutschland mussten insgesamt 10.705 Firmen Insolvenz anmelden. „Dass in der DACH-Region die Zahl der Insolvenzen im vergangenen Jahr insgesamt zurückgegangen ist, hat eine Ursache in den massiven Unterstützungsmaßnahmen der Regierungen als Antwort auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie“, erläuterte Frank Wenz, Area Director Data DACH bei dem Unternehmen. So wurde in Deutschland die Pflicht zur Insolvenzanmeldung bei einer durch die Corona-Pandemie bedingten Überschuldung im vergangenen Jahr ausgesetzt und zuletzt bis zum 30. April 2021 verlängert. Dazu kamen Finanzhilfen und Überbrückungskredite für Firmen sowie das Kurzarbeitergeld. ù ZAHL DES MONATS 10.000 Vollzeitstellen will die Commerzbank bis 2024 abbauen. Das geht aus den jüngst bekannt gewordenen Sparplänen des Kreditinstituts hervor. KI-BASIERTE CLOUD-DIENSTE BSI erstellt Kriterienkatalog Mit dem neuen Kriterienkatalog für KI-basierte Cloud-Dienste (AIC4) schafft das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Grundlage, um die Sicherheit von KI-Systemen bewerten zu können. Der AIC4 definiert ein Basisniveau an Sicherheit für KI-basierte Dienste, die in Cloud-Infrastrukturen betrieben werden. ù AUS DER BANKENAUFSICHT BaFin informiert über nachhaltige Geldanlagen Auf der Suche nach nachhaltigen Investments stoßen Interessenten immer wieder auf riskante Anlageformen. Grundsätzlich sollen Verbraucher den Risikogehalt eines Investitionsangebots abschätzen können. Auch grüne Geldanlagen können Risiken für Anleger bergen. Die BaFin erläutert daher Anlegern auf ihrer Webseite, worauf sie bei nachhaltigen Investments achten sollten. Ab März 2021 soll die Offenlegungs-Verordnung der Europäischen Union für mehr Transparenz bei nachhaltigen Geldanlagen sorgen. Dann müssen Finanzmarktteilnehmer und Finanzberater schrittweise nachhaltigkeitsbezogene Informationen auf ihrer Internetseite, in vorvertraglichen Dokumenten und ab 2022 auch in regelmäßigen Berichten offenlegen. STUDIE Krypto-Anleger oft risikobereit Vor wenigen Jahren waren Kryptowährungen allenfalls für Internet-Nerds interessant. Welcher Typ Mensch verbirgt sich genau hinter einem Krypto-Anleger? Laut einer Analyse des Leibniz-Instituts für Finanzmarktforschung SAFE sind private Anleger, die in Kryptowährungen investieren, größtenteils männlich, haben ein höheres Portfoliovermögen, loggen sich öfter ins Online Banking ein als Anleger, die nicht in Kryptowährung investieren, handeln häufiger und halten mehr Wertpapiere, insbesondere mehr Einzelaktien. Zudem beteiligen sich Krypto-Kleinanleger eher an risikoreicheren Index-Fonds. Wer sein Geld vornehmlich selbst in digitalen Zahlungsmitteln anlegt, verfügt zudem über ein fast doppelt so hohes Monatseinkommen im Vergleich zu privaten Anlegern, die Kryptowährungen meiden. Andreas Hackethal, Leiter der Forschungsabteilung Household Finance beim Institut, sagte: „Offenbar haben Krypto-Anleger ein gesteigertes Interesse an ihrer eigenen finanziellen Situation und betrachten ihre Anlage womöglich als Hobby, vielleicht sogar als Profession. ù 02 // 2021 7

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