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die bank 02 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT Zuhause ordern und

MARKT Zuhause ordern und bezahlen, vor Ort essen Auch immer mehr Gastronomen setzen auf Kartenzahlung. Boten im Jahr 2017 knapp 73 Prozent bargeldloses Bezahlen an, waren es im vergangenen Jahr bereits 84,6 Prozent. Das ergab eine Umfrage von Mastercard und dem Kassensystem-Spezialisten Orderbird. Mit 91 Prozent erwarte fast jeder der befragten Gäste, dass ein Gastronom auch Karten akzeptiere. Mehr als jeder Dritte habe sich schon einmal gegen ein Restaurant entschieden, weil er dort nur bar zahlen konnte. Fast jeder zweite Gastronom gab an, dass die Gäste mit Karte mehr ausgeben würden als bei Barzahlung. Auf das Trinkgeld hat die Bezahlart beim Gros der Gäste (62,8 Prozent) keine Auswirkung. Wohin die Reise gehen könnte, macht ein Berliner Restaurant vor. Ganz ohne Scheine und Münzen arbeitet die „Data Kitchen“. Für das öffentlich zugängliche Restaurant in der Hauptstadtrepräsentanz des DAX-Konzerns SAP hat Szene-Gastronom Heinz Gindullis ein futuristisches Konzept umgesetzt. Bestellt und auch bezahlt haben die Gäste bereits im Büro oder von unterwegs, nicht etwa per Telefon, sondern via App für eine bestimmte Uhrzeit. Vor Ort zückt der Besucher dann sein Smartphone und öffnet in einer futuristisch anmutenden Automatenwand ein Fach mit seinem Essen. Getränke und Dessert serviert das Personal, gezahlt wird alles per App. Drei Jahre nach der Eröffnung von Berlins erstem Digital-Lokal zieht Restaurantleiter Christian Hamerle eine positive Bilanz. Bis zu viermal könne er seine Tische zur Mittagszeit belegen und damit deutlich häufiger als die meisten Konkurrenten. Finanziell wurde das Trio bei seiner Gründung von den klassischen FFF (Friends, Family and Fools) sowie mit 100.000 € aus dem staatlichen Förderprogramm EXIST unterstützt. Beim Gewinnen von Business-Angels in der Berliner Szene schließlich habe nicht zuletzt das Netzwerk der WHU geholfen, unterstreicht Seifert. Anders als viele Kollegen starteten die Jungunternehmer ihre Karriere aber weder in der Garage noch im Keller, sondern in einem kostenfreien Büro im Dachstuhl der FU Berlin. „Da war es im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt“, erinnert sich Seifert. Schließlich ging es in das erste eigene Büro nach Mitte, als die Mieten noch erschwinglich waren, bevor man Ende 2014 in eine etwas günstigere Gegend umzog, in der Barzahlen die Räume eines pleitegegangenen Start-ups übernahm. Die ersten Partner hatten die Gründer zu diesem Zeitpunkt bereits gewonnen. Wie mühsam das war, das hat der heute 29-Jährige nicht vergessen und damals schnell gelernt, dass man als Gründer Chuzpe braucht und einfach machen muss: Bei der Drogeriemarktkette dm hatte man sich schon zweimal eine Abfuhr eingehandelt, bevor Seifert aus lauter Verzweiflung direkt beim Vorstand Christoph Werner, dem Sohn des Gründers, anrief. Und der lud die Jungunternehmer tatsächlich ein. Autorin Eli Hamacher ist Diplom-Volkswirtin und arbeitet seit 30 Jahren als Wirtschaftsjournalistin. Die Freelancerin schreibt für „die bank“ vor allem über die Branche und Porträts über einzelne Unternehmen. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeit sind Auslandsmärkte. Karte oder Cash? Eine Frage des Alters Vor allem ältere Menschen greifen noch häufig zum Bargeld. Nur etwa jeder Vierte der über 60-Jährigen bezahlte 2019 bei seinen letzten Einkäufen mit Karte, ergab eine Umfrage der Meinungsforscher vom Institut für Demoskopie Allensbach. Ein Jahr zuvor war es jedoch erst jeder Fünfte, was beweist, dass sich auch die ältere Generation bewegt. Bei den Jüngeren (16 bis 44 Jahre) zahlt die Mehrheit bereits mit Karte, wobei der Anteil bei den unter 30-Jährigen binnen eines Jahres von 39 auf 51 Prozent nach oben kletterte. Laut Allensbach besitzen 94 Prozent der Deutschen eine Girocard, unabhängig von Einkommens- und Altersgrenzen. Jede fünfte Bezahlung mit Girocard sei im ersten Halbjahr 2019 kontaktlos erfolgt, so die Statistik der Deutschen Kreditwirtschaft. Vor allem die Jüngeren sind offen für die neue Technologie. Jeder Zweite der unter 30-Jährigen habe bereits kontaktlos gezahlt, über alle Altersgrenzen hinweg seien es 30 Prozent. Als Vorteile werden die Schnelligkeit und die einfache Handhabung genannt. In einer Welt ohne Bargeld würden die Jüngeren am liebsten mit dem Smartphone bezahlen, 67 Prozent fänden solch eine Umstellung sehr leicht oder eher leicht. Bei den älteren Bürgern fänden hingegen drei Viertel den Abschied von Scheinen und Münzen sehr schwer oder eher schwer. 12 02 // 2020

MARKT INTERVIEW No cash, no tip, no sugar In der trendigen Berliner Kaffeehaus-Szene hebt sich das „Ben Rahim“ in den Hackeschen Höfen gleich dreifach ab: Die Kunden sollen die braune Bohne pur genießen und schmecken, es gibt zwar Milch, aber keinen Zucker. Trinkgeld ist nicht erwünscht, und seit Anfang Oktober erfährt der Besucher in einer englischsprachigen Botschaft an der Eingangstür, dass das Café nur noch Kartenzahlung akzeptiert. Über die Gründe sprach unsere Autorin mit dem Besitzer Ben Rahim. die bank: Herr Rahim, als einer der ersten Coffeeshops in Berlin haben Sie das Bezahlen mit Scheinen und Münzen abgeschafft. Warum? Ben Rahim: Wir mussten jeden Abend mindestens eine halbe Stunde abrechnen. Viele Gäste haben mit sehr kleinen Münzen gezahlt, so hat auch jeder einzelne Bezahlvorgang lange gedauert. Jetzt müssen wir nicht mehr nachforschen, wenn die Kasse nicht stimmt, und kein Wechselgeld mehr vorhalten. Die Mitarbeiter sollen sich auf das Herstellen der Kaffeespezialitäten und den Kunden konzentrieren können. die bank: Wie haben denn die Gäste reagiert? Nicht jeder hat eine Karte oder zahlt mit dem Smartphone. Rahim: Das ist kein Problem. Anders als im Restaurant zahlt man ja bei uns sofort nach der Bestellung und bekommt dann erst seinen Kaffee. Man weiß also sofort Bescheid, und es hat sich niemand beschwert. Unseren Stammgästen haben wir zudem eine Prepaid-Karte angeboten mit Logo von Ben Rahim und PIN. Wer diese nutzt, bekommt einen kleinen Rabatt. die bank: Wie hat sich die Abschaffung des Barzahlens auf Ihre Umsätze ausgewirkt? Rahim: Seitdem wir nur noch Karte akzeptieren, ist der Umsatz klar gestiegen. Die Gäste laden eher mal Freunde ein oder gönnen sich auch einen Snack zum Kaffee, sei es Kuchen, Sandwich oder Müsli. die bank: Was sagen Ihre Mitarbeiter dazu, dass in Ihrem Coffeeshop Trinkgeld nicht erwünscht ist? Rahim: Ich zahle deutlich höhere Gehälter als die Konkurrenz, sodass die Baristas nicht auf den Tip angewiesen sind. Wenn ein Gast aber unbedingt Trinkgeld geben möchte, kann er dies über die Karte abbuchen lassen. die bank: Herr Rahim, vielen Dank für das Gespräch. Die Fragen stellte Eli Hamacher. 02 // 2020 13

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