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die bank 02 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

News & Trends FRAUEN IM

News & Trends FRAUEN IM VORSTAND 30 Jahre bis zum Drittel 45 : 630 – so lautet kein Sportergebnis, sondern vielmehr der Anteil von weiblichen zu männlichen Vorständen in deutschen börsennotierten Unternehmen, das entspricht einem Frauenanteil von gerade mal 8,7 Prozent. In den Vorjahren waren es nur 5,9 bzw. 5,2 Prozent. Es geht also aufwärts, wenn auch nur langsam. Steigt die Zahl der Vorstandsfrauen weiter so lahm wie zuletzt, dauert es bis 2047, bis Frauen ein Drittel der Vorstandsposten besetzen, haben die Berater von EY errechnet. Drei Viertel der Vorstände in DAX-Unternehmen und niedrigeren Indizes sind noch ausschließlich mit Männern besetzt. Immerhin haben vier Prozent der DAX-Konzerne – Allianz, Daimler, Deutsche Bank, Munich Re und Siemens – sowie die Aareal Bank aus dem MDAX bereits mindestens zwei Frauen in ihrem Vorstand. Ganz schlecht sieht es in der IT-Branche aus, wo nur ein Prozent der Vorstandsetage Kostüm statt Anzug trägt. ù Wenn sich das Tempo nicht verschärft, dauert es 30 Jahre, bis wenigstens ein Drittel der Vorstände Frauen sind. ONLINE BANKING UNTER PSD 2 „Virtuelle Tür“ wird geregelt geöffnet Durch die neue Zahlungsdiensterichtlinie (PSD 2) erhalten künftig verstärkt Dritte Zugriff auf die bei Banken geführten Kundenkonten. Was vielen Bankern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, kann aber auch eine Chance sein, sagen Stefan Roßbach und Thomas Büttner vom Frankfurter TME Institut. Für Banken bestehe zwar die Gefahr, den Kontakt zum Kunden zu verlieren. Zugleich erhielten sie aber die Chance, mehr Informationen über die eigenen Kunden zu erfahren: „Es kommt darauf an, schnell und konsequent zu handeln, um nicht nur noch Datenlieferant zu sein.“ So könnten die Banken künftig die Umsatzdaten von Fremdbankkonten ihrer Kunden in die eigenen Prozesse und Dienste integrieren. Sie können z. B. leichter prüfen, ob ein kreditsuchender Kunde über genügend Bonität verfügt. Die Anforderungen an die technische Schnittstelle für den Kontozugriff Dritter liegen im Entwurf vor. Über 260 Vertreter von Banken, FinTechs, Verbänden und andere Marktteilnehmer haben sich bereits dazu geäußert und dabei laut TME viele Fragen aufgeworfen, die nun von der EBA geklärt werden müssen – von der genauen Gestaltung des Kontozugriffs über die Sicherheit von Kontodaten und die Haftungsregelung im Betrugsfall bis zur Frage, ob es eine europaweit einheitliche Lösung für die Schnittstelle geben wird. Hinzu komme, dass viele Kreditinstitute die „virtuelle Tür“ aus verständlichen Gründen lieber nur für sich selbst offenhalten wollen, so Büttner. Der Gesetzgeber hingegen argumentiert mit mehr Wettbewerb; der Kunde soll entscheiden können, ob er Angebote seiner Hausbank oder Dienstleistungen eines anderen Anbieters nutzt. Im Einzelnen geht es hier um Kontoinformationen wie den Abruf von Umsätzen, um Zahlungsauslösungen etwa beim E-Commerce-Shopping und um Deckungsabfragen, etwa beim Bezahlen per Karte eines Drittemittenten am Point of Sale. Die Drittanbieter müssen sich aufwendig zertifizieren lassen, doch die Entwicklung der technischen Schnittstelle ist Sache der Bank. ù TÜRKEI Verschärfte Risikosituation Zunehmende politische Unsicherheit und die geschwächte türkische Lira sind derzeit die größten Negativfaktoren für die Wirtschaft in der Türkei. Kreditversicherer Coface geht daher von einem stark erhöhten Länderrisiko aus. Die negative Entwicklung wird verstärkt durch Faktoren wie die Terroranschläge, Spannungen an der Grenze zu Syrien, steigende Kreditzinsen und die anziehende Inflation. Vom Tourismus, der wegen der Sicherheitsproblematik und des angespannten Verhältnisses zu einigen Nachbarländern eingebrochen ist, sind keine Impulse für eine Besserung zu erwarten. Nach Einschätzung der Ökonomen werden die Kapitalzuflüsse aus dem Ausland entscheidend für die weitere Entwicklung sein. Diese sanken im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent. Schon seit September 2014 hat die Türkei nur ein B-Rating und liegt damit weit außerhalb der Top-Kategorien (A1 bis A4). Coface misst nicht die Staatsbonität, sondern das Risiko für Forderungsausfälle von Unternehmen. ù 6 02 // 2017

NEWS & TRENDS REALLOHNZUWACHS Banker kommen gut weg Die Reallöhne steigen kräftig, berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (iwd) in seiner Verbandsumfrage 2017. In den größten Branchen wurden zuletzt viele mehrstufige Lohnerhöhungen mit langen Laufzeiten vereinbart. Ganz oben liegen das Gaststättenpersonal in Bayern, das sich über 3 Prozent mehr Gehalt gleich in der ersten Stufe freuen darf, sowie die Chemische Industrie. In der Zeitarbeitsbranche kommt es punktuell sogar zu Steigerungen bis 4,8 Prozent, was aber auf eine Angleichung des West-Ost-Niveaus zurückzuführen ist. Banker erhalten bis Ende 2018 in drei Stufen insgesamt 3,7 Prozent mehr. Die Tarifverdienste je Stunde sind in den ersten drei Quartalen 2016 mit 2,1 Prozent etwas weniger stark gestiegen als in den Vorjahren. Im Durchschnitt, so der iwd, werden die Bruttolöhne im Jahr 2017 um gut 2 Prozent steigen, also fast so stark wie im Vorjahr. Einige Branchen testen auch neue Wahlmodelle. So können Bedienstete der Deutschen Bahn einen Teil ihrer Lohnerhöhung in zusätzliche Urlaubstage oder kürzere Wochenarbeitszeiten wandeln. ù REGULIERUNG EU plant Roboter-Regeln Das EU-Parlament will den Einsatz ziviler Roboter reglementieren und Grundlagen für die ersten europäischen Robotergesetze schaffen. Neben ethischen Fragen, Haftungsrisiken und möglichen Gefahren für den Menschen beschäftigt die Abgeordneten vor allem die Veränderung der Arbeitswelt durch die zunehmende Automatisierung. Neben Robotern in der Industrieproduktion sind auch Softwareroboter wie Chatbots (etwa in Call Centern) oder Social Bots (z. B. im Social-Media-Marketing) betroffen. In Europa ist Deutschland beim Einsatz von Robotern führend und liegt weltweit auf dem vierten Rang (nach Korea, Japan und Singapur): Laut der International Federation of Robotics (IFR) kommen auf 10.000 Beschäftigte in Deutschland 300 Roboter. ZAHL DES MONATS 0,1 Prozent ist in Deutschland der Anteil der Zahlungen per NFC an sämlichen Zahlungsarten. ANLAGESCHWIERIGKEITEN Deutsche Aktien und Gold top Gute Anlagemöglichkeiten sind im Zeitalter negativer Einlagezinsen verzweifelt gesucht. Dass es aber nicht gänzlich unmöglich ist, rentable Anlagen zu besitzen, beweist der Bankenverband mithilfe dieser Grafik, die die Performance von Blue Chips und Gold belegt: 10.000 €, angelegt zu Jahresbeginn 2016, ergaben bis Anfang 2017 ein Plus von* PREISE STEIGEN IN EUROPA Inflation auf Stippvisite Die Inflation in Europa wird in diesem Jahr steigen, da sind viele Experten einig. 1.200 € 1.100 € 200 € 50 € 30 € 5 € Deutsche Aktien (DAX-Wert) Gold Bundesobligationen (5 Jahre Laufzeit) Sparbriefe (4 Jahre Laufzeit) Termineinlagen bei Banken (bis 1 Jahr Laufzeit) Spareinlagen (3 Monate Kündigungsfrist) Der Ölpreis könnte bis zum Jahresende bei 58 US-$ je Barrel liegen, schätzen die Volkswirte von Sal. Oppenheim, damit dürfte die Inflation auf 1,8 Prozent klettern. Bei einem Ölpreisanstieg auf 70 Dollar wären es sogar 2 Prozent. Ohne signifikante Zweitrundeneffekte bleibe es aber bei einem Strohfeuer. Noch höhere Preisanstiege erwarten sie für die USA. Nach einem vorübergehenden Stand von 3 Prozent werde sich die amerikanische Inflationsrate zwischen 2 und 2,5 Prozent einpendeln, so die Kölner Banker. ù * Durchschnittswerte; ohne Steuern und Transaktionskosten. Quelle: Bankenverband. Wer am ersten Handelstag 2016 DAX-Werte kaufte und behielt, vermehrte sein Geld in Jahresfrist im Schnitt um etwa 12 Prozent. Mit Kursgewinnen und Dividenden wurden so aus 10.000€ leicht 11.200 €. Ganz knapp darunter verzeichnete Gold – trotz starker Schwankungen und politischen Einflüssen – einen Wertzuwachs von 11 Prozent. Wer auf sichere Anlagen setzte, musste sich auch im letzten Jahr wieder mit mageren Einkünften begnügen. ù 02 // 2017 7

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