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die bank 01 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BANKING tierten

ó BANKING tierten ‘emotionalen‘ Investmentthema“, sagt der Ampega-Geschäftsführer. Ob gemischte Vorstände tatsächlich zu besseren Ergebnissen kommen, das ist unter Experten heftig umstritten. Mut machen könnte eine Studie des Research- Instituts der Crédit Suisse. „Ein höherer Frauenanteil in Führungspositionen sollte nicht als ,nice to have’ oder pflichtgemäße Erfüllung von Quoten betrachtet werden. Mehr Frauen im Senior Management führen zu einer Verbesserung des Finanzergebnisses und zu höheren Aktienmarktrenditen“, heißt es in der Studie „The CS Gender 3000: Women in Senior Management“. Während sich der Neuzugang in der Indexfamilie noch beweisen muss, hat das 2007 lancierte Nachhaltigkeitsbarometer Global Challenges Index (GCX) schon gezeigt, dass nachhaltiges Wirtschaften und Rendite sich keinesfalls ausschließen und damit dem Index eine gute Performance Hannover wird als einzige deutsche Börse von einer Frau geführt. in einer turbulenten Zeit beschert. Auf Jahressicht habe der GCX, der 50 internationale Aktien von besonders nachhaltig orientierten Unternehmen umfasst, um mehr als acht Prozent zugelegt, errechnete die Börse. Der DAX stieg in dieser Zeit nur um zwei Prozent. Zum guten Abschneiden trägt aber sicher auch das breite Anlageuniversum bei. Enthalten sind nämlich 50 Unternehmen, von denen allein die deutschen mit Aurubis, Henkel, Linde, SAP und Vossloh aus so unterschiedlichen Branchen wie Kupfer, Konsumgüter, Gase, Software sowie Verkehrstechnik und damit nicht aus klassischen Umweltbranchen kommen. Ein gewisses Klumpenrisiko wird so vermieden. Als grüne Renditebringer stuft die Börse die GCX-Mitglieder ein, weil sie einen aktiven Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen leisten würden. Dazu zählen Klimawandel, Trinkwasserversorgung, Erhalt der Artenvielfalt, nachhaltige Waldwirtschaft, Bevölkerungsentwicklung, Armutsbekämpfung und verantwortungsvolle Führungsstruktur. Über die Einhaltung der hohen Umwelt- und Sozialstandards wacht auch die Nachhaltigkeitsrating-Agentur Oekom Research, die die Zusammensetzung fortlaufend überprüft. Zweimal im Jahr, bei Bedarf auch häufiger, findet ein Re- Balancing statt. „Lange Zeit haben sich nur institutionelle Anleger wie Stiftungen und Pensionskassen mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt. Doch mittlerweile tun das immer mehr Privatanleger”, sagt die Geschäftsführerin der norddeutschen Börsen. Der Anteil privater Investoren am Markt für nachhaltige Geldanlagen in Deutschland liegt Schätzungen zufolge mittlerweile bei gut 25 Prozent. Mit dem in Hannover und auch in Hamburg gehandelten NORD/LB AM GCX-Indexfonds und dem PRIMA Gobal Challenges Fonds können deshalb seit zwei Jahren auch Privatanleger in den GCX investieren, der zunächst nur Institutionellen offenstand. Neben German Gender Index und GCX hat die Börse den Global Challenges Corporates konzipiert, der nachhaltig wirtschaftende Anleihe-Emittenten in einem Korb versammelt. Bei den Top-Themen Gender und Nachhaltigkeit soll es jedoch nicht bleiben. Noch will Reich die Details nicht nennen, lässt aber durchblicken, dass schon bald ein weiterer Index die Familie verstärken könnte. „Voraussetzung ist immer, dass wir Marktteilnehmer finden, die eine Lizenz von uns erwerben und Finanzprodukte vertreiben wollen, die die Wertentwicklung eines Index abbilden“, sagt die Börsenchefin. Seit mittlerweile gut sechs Jahren prägt die heute 38-Jährige bereits das Geschehen an den beiden Handelsplätzen in Hannover und Hamburg. Den Ausbau der Indexfamilie und die Etablierung des Fondsservice Hannover zählen für die Juristin seither zu den Milestones. Aber auch die Stärkung des Zweitmarkts mit geschlossenen Fonds, an dem sich Anleger frühzeitig von ihren unternehmerischen Beteiligungen trennen können, gehört für Reich zu den wichtigen Entscheidungen. Denn als Handelsplattform und Anlagealternative werde der Zweitmarkt auch für Privatanleger immer wichtiger. Unter der Dachmarke Zweitmarkt.de betreut die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG bereits seit 1998 den Handel mit geschlossenen Fonds an der Fondsbörse Deutschland. Bei dieser außerbörslichen Handelsplattform arbeiten die Börsen in Hamburg und Hannover seit Herbst 2008 mit München zusammen, während die regionalen Zwerge ansonsten nur über den maklergestützen Xontro-Handel verbunden sind, den sie gemeinsam betreiben und der sich auf den inländischen Privatanleger konzentriert. Anleger können am Zweitmarkt Anteile von rund 5500 geschlossenen Fonds (Immobilien-, Schiffs-, Lebensversicherungs-, Private Equity- und andere Spezialfonds) handeln, wobei Immobilien am stärksten nachgefragt werden. 38 diebank 01.2016

BANKING ó Um die Liquidität auf der Plattform zu erhöhen, hat die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG Ende 2014 ihren Hauptkonkurrenten, das Maklerunternehmen Deutsche Zweitmarkt AG, von der Salomon-Invest-Gruppe und M.M.Warburg übernommen. Mittelfristig würden sich durch die geplante Zusammenführung der Handelsaktivitäten beider Häuser etwa 90 Prozent des Zweitmarktvolumens auf einer Handelsplattform konzentrieren, schätzt Axel Gadeberg, Vorstand der Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG. Aus seiner Sicht bietet diese Bündelung den Vorteil, dass sich „die Liquidität auf einer Plattform konzentriert und sich damit die Handelbarkeit der geschlossenen Fonds weiter verbessert“. Mehr als 300 Banken und Sparkassen kooperierten heute mit der Fondsbörse Deutschland und böten ihren Kunden einen Zugang zum Zweitmarkt. Wollen die Regionalen ihr Überleben sichern, ist Kreativität gefragt. Neue Ideen entstünden immer wieder in Gesprächen mit Marktteilnehmern wie Banken und Anlegern, verrrät Reich. „Die Einführung des börslichen Fondshandels etwa war 2002 eine absolute Innovation.” Unter dem Dach der gemeinsamen Trägergesellschaft BÖAG hatten sich die Börsen Hamburg und Hannover schon 1999 zusammengeschlossen Seitdem können sie auf das Know-how von gleich zwei Börsenräten mit knapp 50 Mitgliedern aus Kreditinstituten, Versicherungsunternehmen, Emittenten und Anlegern zurückgreifen. Gleichzeitig profitieren die beiden Börsen von Synergien. Die Mitarbeiter arbeiten platzübergreifend, wobei Hannover zum Beispiel für Rechnungswesen und Finanzen und Hamburg für IT verantwortlich zeichnet. Während Sandra Reich als Geschäftsführerin das Gesicht der Börse Hannover ist, zieht Thomas Ledermann in Hamburg die Fäden. Beide sind im Vorstand bei der BÖAG. Und beide verantworten den Wertpapierhandel, der 2014 nicht allzu rund lief. An den beiden Handelsplätzen wurden Umsätze von insgesamt gut 9,4 Mrd. € erzielt und damit 60 Prozent weniger als im Jahr zuvor. „Die Abnahme ist auf das niedrigere Umsatzvolumen im Anleihehandel zurückzuführen“, erläutert Reich. Die norddeutschen Börsenplätze seien traditionell stark im Handel mit Bundesanleihen. Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank habe dafür gesorgt, dass diese Papiere bei vielen Investoren 2014 nicht mehr so hoch im Fokus gestanden hätten wie zuvor. 2015 sollte es besser laufen. Reich will die Börse mit einem guten Ergebnis verlassen: Mit Ablauf ihres Vertrags zum 31. März 2016 wird sie sich ins außereuropäische Ausland verabschieden. Die BÖAG betonte bei der Bekanntgabe der Personalie, dass Reich auf eigenen Wunsch ausscheide. Wohin die Karriere- Reise geht, will die Börsenchefin noch nicht verraten. Zu ihrem Nachfolger wurde Henrik Janssen berufen. Er ist derzeit stellvertretender Geschäftsführer der Börse Hannover. ó „Sehr geehrte Frau Dr. Reich, sehr geehrte Herren“ – diese Begrüßung hört Sandra Reich immer noch häufig in Veranstaltungen oder bei Sitzungen. Seit ihrer Berufung zur Börsenchefin vor sechs Jahren hat sich daran wenig geändert, was sie selbst ein wenig überrascht. Meist ist die heute 38-Jährige allein unter Männern und bestätigt einmal mehr, was Anfang des Jahres eine Studie der Managementberatung Oliver Wyman untermauert hatte: „In keiner Branche haben Frauen eine so geringe Chance, aus dem mittleren Management in die Führungsetage aufzusteigen wie in der Finanzwirtschaft.“ Dr. Sandra Reich Sandra Reichs Erfolgsrezept klingt simpel, fast ein bisschen zu schön, um wahr zu sein. „Einfach machen“, sagt sie. „Man sollte sich nicht ständig fragen, ob man bereit für den nächsten Schritt ist oder ob man die nächste Herausforderung auch schaffen wird.“ Gemacht hat die Bankkauffrau und promovierte Diplom-Wirtschaftsjuristin schon so einiges. Mit 27 kam die Mecklenburgerin als Vorstandsassistentin zur BÖAG Börsen AG in Hannover und übernahm bereits ein Jahr später die Leitung der Handelsüberwachungsstelle. 2007 rückt sie als Stellvertreterin in die Börse Hannover auf, nur zwei Jahre später wird sie Vorstandsmitglied und gleichzeitig Geschäftsführerin der Börse Hamburg und der Börse Hannover. Da ist sie gerade mal 31 Jahre und jüngste Börsenchefin der Republik. Ihre Karriere hatte die Mutter von zwei kleinen Söhnen zunächst als Firmenkundenbetreuerin bei einer Sparkasse in Mecklenburg-Vorpommern gestartet und anschließend vier Jahre bei der Deutschen Bank Erfahrungen gesammelt. Seit 2013 sitzt Reich im Aufsichtsrat des Hamburger M-Dax-Unternehmens Aurubis AG, des weltgrößten Kupferproduzenten. Sie vertritt in diesem Gremium als einzige Frau die Interessen der Anteilseigner, die Betriebsratsvorsitzende spricht als einzige Frau für die Arbeitnehmerseite. Die vom Bund verabschiedete Frauenquote für Aufsichtsräte befürwortet die Börsenchefin. „Frauen als Aufsichtsräte stellen andere Fragen und sprechen andere Themen an als Männer. Über diesen Weg können sich auch die Denkprozesse in den Vorstandsetagen ändern.“ Von einer Quote für Vorstände hält sie hingegen nichts. Hier spiele der persönliche, unbedingte Wille zu Verantwortung und Engagement eine große Rolle. „Entscheidender ist es, dass Unternehmen die Rahmenbedingungen ändern. Frauen muss es ermöglicht werden, Führungspositionen wahrzunehmen und dann auch in den Vorstand zu gehen.“ 01.2016 diebank 39

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