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die bank 01 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE

ó BERUF & KARRIERE LEONHARD FISCHER Der Umtriebige fi AT THE TOP In der internationalen Finanzbranche wurde Leonhard Fischer wegen seiner umtriebigen, offen-sympathischen Art – und darüber hinaus auch wegen der Kunst der eigenen Darstellung – über Jahre hinweg als „Starbanker“ gesehen. Und in der Tat: der Mann, den seine Freunde und einige Journalisten-Kollegen kurz „Lenny“ nennen, hat seit vielen Jahren bereits das strahlende Image als „Finanzmann für alle Fälle“. Begegnet man ihm zu unterschiedlichen Anlässen, gewinnt man zwangsläufig den Eindruck, dass er sehr gerne im Fokus steht. Auch wenn es inzwischen etwas ruhiger um Leonhard Fischer (51) hat in Bielefeld sowie an der University of Georgia BWL studiert. Seine Karriere begann er 1985 bei der US- Investmentbank JP Morgan. Von dort ging es zur Dresdner Bank. Fischer war Leiter des Investmentbankings und rückte 2001 in den Vorstand der Allianz SE auf. Nur ein Jahr später wurde er Vorstandschef der Schweizer Versicherungsgruppe Winterthur und in der Folge Mitglied der Geschäftsleitung der Credit Suisse. Heute ist Fischer CEO des Finanzinvestors RHJ International. den bald 52-Jährigen wurde, ist er in Deutschland, der Schweiz, in London, in New York und inzwischen auch in Brüssel bekannt wie ein bunter Hund. Der weltoffene, in Nordhorn in der Grafschaft Bentheim nahe der niederländischen Grenze Geborene hat seine Karriere in der Finanzbranche nach dem fl Der Mann, den seine Freunde und einige Journalisten-Kollegen kurz „Lenny“ nennen, hat seit vielen Jahren bereits das strahlende Image als „Finanzmann für alle Fälle“. BWL-Studium an der Universität in Bielefeld und der University of Georgia im Jahr 1985 bei der US-Investmentbank JP Morgan begonnen. Hier wurde sein ereignisreicher Weg vorgezeichnet. Von hier trieb es ihn rund zehn Jahre später zur Dresdner Bank AG. Dort wurden seine besonderen Fähigkeiten rasch erkannt, sodass er bei der damals noch finanziell recht stabilen Bank im Jahr 1999 in den Vorstand aufrückte. Gerade einmal ein Jahr später leitete Fischer bereits das Investmentbanking bei diesem Institut, das zunächst unter Dresdner Kleinwort Benson (später unter Dresdner Kleinwort Wasserstein) firmierte. Nach der in Deutschland für viel Aufsehen sorgenden Übernahme der Dresdner Bank durch die Allianz AG im Jahr 2001 wurde Leonhard Fischer in den Vorstand der Allianz S.E. berufen. Offensichtlich hat man es in der Branche nicht zuletzt Fischer angelastet, dass die geschäftliche Entwicklung der Dresdner Bank unter dem Allianz-Dach nicht wie erhofft verlief. Und so übernahm er im Jahr 2002 die Rolle des Vorstandschefs der Schweizer Versicherungsgruppe Winterthur. In diesem Kontext wurde Leonhard Fischer in der Folge auch Mitglied der Geschäftsleitung der Winterthur-Eignerin Credit Suisse mit Hauptsitz in Zürich. Was den Mann mit dem inzwischen recht lichten Haar stark macht, ist sein Wissen über die modernen Finanzmarkt- Szene. Wenn es in den vergangenen Jahren bei Finanzdienstleistungsunternehmen um die Besetzung von Führungsposten ging, dann war bei der Suche nach geeigneten Fachleuten sehr oft der Name Leonhard Fischer im Spiel. Er hat Erfah- 84 diebank 1.2015

BERUF & KARRIERE ó rungen in der Versicherungsbranche, im Börsenwesen, im Umgang mit traditionellen Anlagevehikeln ebenso wie mit strukturierten Produkten und Derivaten. Auch auf dem Gebiet alternative Investments macht dem schillernden Banker kaum jemand etwas vor. Kein Zweifel, Lenny Fischer ist einer jener Menschen, die sich aufgrund ihrer sympathischen Erscheinung selbst gut „verkaufen“ können. Er hat die besondere Gabe, sich in der Öffentlichkeit positiv darzustellen. In diesem Zusammenhang war es ihm möglich, seine exzellenten Kontakte zur Finanzpresse geschickt zu nutzen, um seine eigene Meinung stets gut zu platziert zu sehen. Dass er in den vergangenen Jahren auch als Person gewachsen ist und Stärke zeigt, wird durch mutige Aussagen über die Finanzbranche unter Beweis gestellt. Und so machte er sich bei einigen seiner Kollegen unbeliebt, als er eines Tages mit der wohl durchaus zutreffenden These „Die Finanzindustrie hat sich kollektiv blamiert“ an die breite Öffentlichkeit ging. Dass er das allerdings erst im zweiten Quartal 2009 bemerkte und äußerte, spricht nicht gerade für seine Weitsicht. Obwohl: Fischer hatte bereits in den Jahren 2007 und 2008, und damit recht früh, die möglichen Folgen der Subprime- Krise erkannt. Seine Schlussfolgerung daraus: In der traditionellen Finanzbranche – Banking, Investmentsfonds, Versicherungen – könnte es schon bald recht stürmisch zugehen. Fischer hielt in diesem Kontext nach neuen interessanten Aufgaben Ausschau. Bereits vor dem Höhepunkt der Finanzkrise lockte ihn die seit dem Jahr 1786 fl Bei RHJ International ist Fischer in der Lage, seine Stärken als „Ideenschmied“ einzubringen. Hier kann Fischer bis heute seinen Ideenreichtum umsetzen. existierende Finanzbeteiligungsgesellschaft RHJ International nach Brüssel. Das auch in London und New York tätige börsengelistete Unternehmen ist als Spin-off der amerikanischen Private- Equity-Gruppe Ripplewood in den Bereichen Asset Management, Wealth Management und Merchant Banking tätig. Hier kann Fischer bis heute seinen Ideenreichtum umsetzen. Bei RHJ International ist Fischer in der Lage, seine Stärken als „Ideenschmied“ einzubringen. Dass er auf die Stärke bekannter Marken schwört, zeigt allein der Fakt, dass er daran glaubt, der Name Kleinwort Benson habe in Finanzkreisen nach wie vor einen exzellenten Klang. Und so übernahm RHJ im Herbst des Jahres 2009 Kleinwort Benson – also ein Unternehmen, das Fischer bereits bestens kannte. Man wolle neue Kunden für das Merchant Banking von Kleinwort Benson gewinnen, hieß es damals. Der Bereich Merchant Banking umfasst die gesamte Palette der Finanzberatung bei Banken, über Unternehmensfinanzierung, Fusionen & Übernahmen, Anlageberatung bis hin zur Verhinderung feindlicher Übernahmen. „Wir wollen diese Nische ausfüllen“, sagt Fischer und weist darauf hin, dass ein solcher sehr alter Ansatz in einer durch zahlreiche Unsicherheiten geprägten Welt wiederum als modern gelten könne. Der Standort London sei dabei ein Riesenvorteil, argumentiert er. Beteiligungen an Kleinwort Benson, an der BHF-Bank und der Quirin Bank zeugen von der starken Ausrichtung von RHJ in Richtung Finanzdienstleistungen. Darüber hinaus hält RHJ noch eine geringe Beteiligung an einem japanischen Körperpflege- und Ernährungsunternehmen. Andere Nicht-Finanzbeteiligungen hat RHJ in den vergangenen Jahren bereits abgebaut. Dass Leonhard Fischer in den vergangenen Monaten in der eigenen Darstellung etwas stärker in der Defensive geblieben ist, hat seine Gründe auch darin, dass bei den Beteiligungen nicht alles nach Wunsch lief und läuft. So unter anderem beim inzwischen illiquiden Vermögensverwalter Arecon, an dem RHJ zeitweise eine Beteiligung von 80 Prozent hielt. fl Wenn es in den vergangenen Jahren bei Finanzdienstleistungsunternehmen um die Besetzung von Führungspositionen ging, war sehr oft der Name Lenny Fischer im Spiel. Das Schweizer Unternehmen war von ehemaligen Winterthur-Kollegen Leonhard Fischers gegründet worden, hatte die Erwartungen allerdings nicht erfüllt. Dass galt umgekehrt auch für die Hoffnungen, die man bei Arecon in Fischer als „Türöffner“ bei institutionellen Investoren gesetzt hatte. Man wird von Fischer und seinen Kollegen weiterhin hören, denn die Brüsseler Finanzgesellschaft will wachsen, wenn auch mit Bedacht. „Wir sind nicht da, um uns z. B. bei Mergers & Acquisitions in den Ranglisten nach oben zu kämpfen“, sagt Fischer voller Überzeugung. Man wolle vielmehr durch Qualität überzeugen und immer ein vergleichsweise kleiner Player sein, sagt der Mann, der sich in seiner neuen Rolle offensichtlich sehr wohl fühlt. ó Jonas Dowen 1.2015 diebank 85

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