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die bank 01 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

GROSSKREDITE IMMER

GROSSKREDITE IMMER GÜNSTIGER Zinsen fallen seit 30 Jahren ó Die durchschnittlichen Zinsen der Bankkredite für Unternehmen mit fünfjähriger Laufzeit lagen Ende November bei 2,07 Prozent. Große Kredite (Summen jenseits einer Mio. €) gibt es sogar schon für 1,89 Prozent und damit erstmals unterhalb der zwei Prozent-Marke. Eine Analyse von Barkow Consulting zur Entwicklung von Unternehmenskrediten in den letzten 40 Jahren zeigt, dass die Zinsen ihren absoluten Höhepunkt mit 13,27 Prozent im August 1981 erreichten. Schon seit 1972 gehen die Zinsen – von kleinen Ausnahmen abgesehen – nur noch in eine Richtung: abwärts. Aktuell betragen die Zinsen nur etwa ein Sechstel des Höchststands von 1981. Kreditzinsen/Unternehmen (Neukredite, 5-J-Zinsbindung, alle Volumina, in Prozent) 13,28 10,86 1972-09 1974-05 1976-01 1977-09 1979-05 1981-01 1982-09 1984-05 1986-01 1987-09 1989-05 1991-01 1992-09 1994-05 1996-01 1997-09 1999-05 2001-01 2002-09 2004-05 2006-01 2007-09 2009-05 2011-01 2012-09 2014-05 Quelle: Barkow Consulting ‚Credit Benchmark Model‘. 2,07 ZAHLUNGSMORAL IM ASIEN-PAZIFIK-RAUM Sorgen um den Cashflow ó Sind die Boomjahre der asiatischen Wirtschaft vorbei? Nach Jahren überwiegend positiver Meldungen kamen zuletzt mehr düstere Nachrichten aus dem fernen Osten. Die jüngste Ausgabe des Atradius Zahlungsmoralbarometers bestätigt die unbeständige wirtschaftliche Lage im Asien-Pazifik-Raum. Die Wachstumsprognosen werden durch mehrere Faktoren beeinflusst. Dazu gehören das verlangsamte Wachstum in China, eine gesunkene Inlandsnachfrage in einigen Schwellenländern aufgrund verschärfter Kreditbedingungen, sowie eine weltweite Nachfrageschwäche, die sich auch auf die Länder der Region mit engen Handelsbeziehungen zu den Industrienationen auswirken. In China wurden die regionalen Wachstumserwartungen aufgrund geringerer Importe und Investitionen nach unten korrigiert. Die Aussichten für Indien und Indonesien seien unsicher, berichtet Eric den Boogert, Atradius-Direktor in Hongkong. In einigen Ländern der Region steige die Besorgnis über eine zunehmende Verschuldung und die Verschlechterung der Bonität. Dies werde auch zu einer Verschlechterung des Zahlungsverhaltens in dieser Region führen. Befragte Forderungsmanagement-Experten gaben an, dass in der Region mehr als ein Drittel der ausstehenden Forderungen am Fälligkeitstermin noch nicht bezahlt waren. Dadurch wächst in den Unternehmen die Sorge um die Sicherstellung des Cashflows. IM MITTELSTAND ENTSCHEIDET DER RICHTIGE BLICKWINKEL ÜBER DIE RENDITE Wichtig ist der Kunden- statt des Branchenfokus ó Kleine und mittlere Betriebe können unabhängig von ihrer Branche Renditen erreichen, die um das Zwölf- bis Fünfzehnfache höher liegen als die des Branchendurchschnitts – indem sie sich auf die Wünsche und den Bedarf ihrer Kunden konzentrieren. Das zeigt die Mittelstandsstudie der Hochschule Bremen im Auftrag der Unternehmensberatung C&J Consult. Unternehmen, die mit ihrer Rendite unzufrieden sind, haben oft Angst, eine Chance auf mehr Erfolg zu verpassen und orientieren sich an den Konkurrenten in der Branche. Für die Studie wurden die Umsatzrenditen von 1.400 kleinen und mittleren Unternehmen aus 26 Branchen in Nordwest- Deutschland analysiert. Das Ergebnis: Nicht die Branche sei für Betriebe dieser Größe ein nachhaltiger Erfolgsfaktor, sondern eine fokussierte Strategie, insbesondere die Konzentration auf die eigene Zielgruppe, fasste Prof. Dr. Ulrich Kuron zusammen. Damit wurde die Ausgangshypothese der Wirtschaftswissenschaftlerin Magdalena Pollok belegt, wonach gute Ergebnisse branchenunabhängig sind. Für die Untersuchung der Umsatzrenditen analysierten die Bremer die Renditen über einen Zeitraum von fünf Jahren von Betrieben mit bis zu 250 Mitarbeitern und maximal 50 Mio. € Umsatz. Der Branchenmix war reichhaltig und ging von den Bereichen Druckerei und Chemie über Metall, Informations- und Kommunikationstechnologie bis hin zu Medizin oder Handel. Die Ergebnisse der statistischen Tests von Magdalena Pollok konnten nicht bestätigen, dass die Umsatzrenditen der besten mittelständischen Unternehmen in allen Branchen eine vergleichbare Höhe haben. Daraus ließe sich schlussfolgern, dass sich ein Branchenwechsel vielleicht doch lohnt. Allerdings hätte die Auswertung von Expertengesprächen gezeigt, dass Erfolg in einem anderen Markt vor allem dann schwierig ist, wenn das neue Geschäftsfeld wenig Bezug zur alten Tätigkeit aufweist, erläuterte die Wissenschaftlerin. Fazit: Wer hofft, durch einen Branchenwechsel seine Rendite zu verbessern, wird oft enttäuscht. Die höchsten Renditen erzielt, wer Nummer eins in den Köpfen seiner Zielgruppe ist, die Branchenzugehörigkeit ist dabei irrelevant. Bündelt der Mittelstand seine in Sachen Zeit, Geld und Energie begrenzten Potenziale auf eine oder wenige Zielgruppen, erhöht sich die Durchschlagskraft der KMU innerhalb ihres Markts fundamental, fasste Kuron das Ergebnis zusammen. 34 diebank 1.2015

Betriebswirtschaft Kompakt NOCH MEHR FIRMENWAGEN AUF PUMP Im Netz neue Geldgeber entdecken ó Mehr als zwei von drei Neuwagen, die gewerblich genutzt werden, kommen aktuell mithilfe einer Finanzierung auf die Straße. In Zukunft planen viele Unternehmen, diesen Anteil weiter auszubauen und wollen bei knapp drei Vierteln ihrer Neuwagen eine Fremdfinanzierung nutzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Marktstudie von TNS Infratest, die im Auftrag des Bankenfachverbands die Investitions- und Finanzierungsabsichten deutscher Unternehmen untersucht hat. Auch bei Gebrauchtwagen und sonstigen Kraftfahrzeugen wollen Unternehmen künftig mehr Finanzierungen verwenden als bisher. Zur Finanzierung mobiler Investitionsgüter greifen Unternehmen in erster Linie auf die Angebote von Kreditbanken zurück. Als Spezialanbieter von Finanzierungen sind die Institute oft Kooperationspartner der Hersteller von Kraftfahrzeugen, Maschinen oder Kommunikationstechnik. Über Kredite sichern sich die Hersteller und Händler so letztlich einen besseren Absatz ihrer Waren. Die Studie zeigt auf, dass die wichtigsten Kriterien der Wahl eines Finanzierungspartners neben guten Konditionen die Vertrauenswürdigkeit und eine qualifizierte Beratung sind. Zwar kommt die Mehrzahl der gewerblichen Finanzierungen heute noch beim Händler oder Hersteller bzw. in der Bankfiliale zustande. Mehr als jeder vierte Unternehmer könnte sich aber auch einen Finanzierungsabschluss im Internet vorstellen. NRW EIN FLOP, BAYERN TOP Forschung hilft an die Spitze ó Auf die Frage nach Deutschlands „dynamischster Großstadt“ hätte vielleicht nicht jeder mit der Stadt am Mittellandkanal geantwortet, aber im „Städteranking 2014“ der IW Consult belegte Wolfsburg den ersten Platz – gefolgt von Ingolstadt und Würzburg. Hinter München und Erlangen befindet sich die Audi-Stadt auch auf den dritten Platz bei der Bewertung des wirtschaftlichen Niveaus. Das Ranking zeigt aber auch: Viele Städte in Westdeutschland sind kaum noch wettbewerbsfähig, während sich forschungsstarke Standorte wie Berlin, Ludwigshafen, Stuttgart und Dresden besonders gut entwickeln. IW-Direktor Michael Hüther: „Die Wirtschaft wird immer globaler, wissensintensiver und digitaler. Dafür sind Standorte mit einem Netz an forschungsintensiven Unternehmen und Instituten besonders gut gerüstet.“ Von diesen Standortvorteilen können viele nur träumen. Vor allem Kommunen in Nordrhein-Westfalen verpassen zunehmend den Anschluss an die ökonomische Entwicklung, den Städten Remscheid, Gelsenkirchen, Herne, Oberhausen, Duisburg und Hamm droht die Bedeutungslosigkeit im Standortvergleich. BANKENSYSTEM UNTER DER LUPE Begrenzte Gewinnspanne denkbar ó Trotz der Vorreiterrolle Deutschlands, die Bankensanierungs-Richtlinie frühzeitig umzusetzen, fällt die Prognose für die Entwicklung des deutschen Bankensystems in den folgenden zwölf bis 18 Monaten negativ aus. Eine Ursache dafür könnte Moody’s zufolge in der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Finanzinstituten (BRRD) inklusive Bail-in liegen. Laut der „Banking System Outlook“- Studie der Ratingagentur schafft das langsam steigende Wirtschaftswachstum, (plus 1,5 Prozent im Jahr 2014 sowie 1Prozent im aktuellen Jahr) ein stabiles Betriebsumfeld. Dem wirken die immer noch weiter steigenden Regulierungskosten, ein weiterer Anstieg der notleidenden Kredite sowie schlechte Ratings entgegen und führen so zu nur noch weiter begrenzten Gewinnspannen. Die Analysten von Moody’s sind der Ansicht, dass die Banken dennoch in der Lage sein werden, Krisen leichter zu überwinden. Dabei helfen unter anderem natürlich die verbesserten Eigenkapitalpuffer, aber auch die kontinuierliche Reduzierung hoher Risiko-Forderungen in der Schiffsfinanzierung und bei gewerblichen Immobilien. Insgesamt stimmt der negative Ausblick auf das deutsche Bankensystem für 2015 mit dem Ausblick auf die langfristigen Senior Ratings von 23 der 40 getesteten Banken überein. 1.2015 diebank 35

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