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diebank 10 // 2019

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

DIGITALISIERUNG

DIGITALISIERUNG Organisation bzw. falsche Vorgehensweise an. Das Top-Management wird dagegen entlastet: Eine fehlende Unterstützung vonseiten des Vorstands wird nur von 17 Prozent der Befragten bemängelt. Eher Nachzügler als Vorreiter Obwohl sich die Marktteilnehmer darin einig sind, dass Neuerungen den Unternehmenserfolg stark beeinflussen, ist die Innovationsstrategie der meisten Banken stark defensiv ausgerichtet. 56 Prozent der Befragten haben sich für eine Folgestrategie entschieden. Das heißt: Sie beobachten den Markt und trauen sich erst aus der Deckung, wenn ein Mitbewerber vorangeht. Als Pioniere sehen sich lediglich 15 Prozent. Und 29 Prozent bekennen sich ganz klar zum Prinzip „Copy Cat“. Sie beobachten, was sich bei Mitbewerbern bewährt und kopieren dann – auch wenn sie so den wichtigen ersten Vorsprung verpassen und möglicherweise den Anschluss verlieren. Impulse von außen sind für die meisten Marktteilnehmer ausschlaggebend, um intern Veränderungen zu initiieren. Auf die Frage, warum Innovationen in ihrem Unternehmen angestoßen werden, antworten 60 Prozent: Als Reaktion auf eine Bedrohung des Geschäftsmodells durch neue Wettbewerber. Das Ergebnis dieser Strategie ist in den vergangenen Jahren offensichtlich geworden: Junge, agile FinTechs überraschen mit innovativen Produkten oder schlanken Anwendungen, und die Banken versuchen dann nachzuziehen. Aber die Institute haben sich in den vergangenen Jahren bemüht, durch Umstrukturierungen im Innovationsmanagement gegenzusteuern. Denn während früher eine eigenständige Innovationsabteilung nahezu unbekannt war, gibt es sie inzwischen in vielen Instituten. 36 Prozent der Befragten gaben an, dass diese Abteilung zusammen mit anderen für das Innovationsmanagement zuständig ist. 29 Prozent nennen die IT-Abteilung und 26 Prozent den Vorstand. Schade nur, dass ausgerechnet in den Fachabteilungen oder beim Business Development – also dort, wo neue Produktideen eher entstehen – das Innovationsmanagement selten angesiedelt ist. Freiraum für Neues schaffen Positiv fällt auf, dass sich die Innovationskultur insgesamt weiterentwickelt hat. In Neuerungen werden vornehmlich Chancen erkannt und nicht Risiken gesehen. Auch deshalb können Ideengeber hausintern punkten. 72 Prozent der Finanzexperten sagen, dass in ihrem Unternehmen kein Mitarbeiter Angst davor haben muss, sich mit einem Vorschlag zu blamieren. Deutlicher Verbesserungsspielraum bleibt aber auch hier: Nur in knapp der Hälfte der Unternehmen findet der Austausch über Abteilungs- bzw. Bereichsgrenzen hinweg regelmäßig statt, und nur 47 Prozent stimmen der Aussage zu, dass neue Ideen der Mitarbeiter in der Regel schnell und vorurteilsfrei überprüft werden. Bemängelt wird zudem von 60 Prozent ein fehlender Freiraum für Innovationen. Entsprechend einig sind sich die Experten, dass die Banken an der Unternehmenskultur weiter intensiv arbeiten müssen. Vor allem fordern sie dabei mehr Zeit für Innovationen und eine bessere Förderung durch das Management. FAZIT Unter dem Strich stellt die Studie der Branche kein wirklich gutes Zeugnis in punkto Innovationsfähigkeit aus. Zwar haben die Entscheider in den Instituten erkannt, dass technologische Innovationen den langfristigen Unternehmenserfolg sichern können, gleichzeitig scheuen sie sich aber auch vor mutigen Entscheidungen. Denn mit einem nach innen gerichteten Prozessdenken und einer „Copy-Cat“-Haltung wird aus einem behäbigen Dampfer kein Schnellboot. Autoren Valentino Pola ist Director bei der Cofinpro AG. Der Wirtschaftsinformatiker und agile Coach begleitet führende Banken und Kapitalverwaltungsgesellschaften bei der Erarbeitung, Konkretisierung und Erstellung digitaler Geschäftsmodelle. Markus Koschier ist Manager bei der Cofinpro AG. Als Diplom-Wirtschaftsinformatiker begleitet er innovative Digitalisierungsvorhaben und legt dabei das Augenmerk auf agile Vorgehensmodelle wie Kanban und DevOps. 42 10 // 2019

DIGITALISIERUNG ePaper EPAPER UND ZEITSCHRIFT „die bank“ im Abonnement ... Die Fachzeitschrift die bank ist eine wichtige Quelle für die neuesten Trends, Entwicklungen und Perspektiven in der Kreditwirtschaft. Sie gilt als Informationsmedium ersten Ranges mit hochwertigen Inhalten und fundierten Fachbeiträgen. Zusätzlich zur Print-Ausgabe erhalten Sie nun im Abonnement die bank auch im modernen ePaper-Format. So können Sie die bank weltweit und jederzeit in elektronischer Form lesen. Sichern Sie sich ein Jahr lang die Fachzeitschrift die bank für 140 €. Jetzt bestellen. www.bank-verlag-shop.de | medien @bank-verlag.de 10 // 2019 43

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