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diebank 09 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT

MARKT HONGKONG-ZHUHAI-MACAU-BRÜCKE Analyse von Kapitalmarktreaktionen auf ein Bauwerk der Superlative China treibt die „Neue Seidenstraße“ mit Elan voran. Ein Baustein des großen Infrastrukturprojekts ist die im Oktober 2019 eröffnete Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke. Doch wie profitiert die regionale Wirtschaft davon? Im Rahmen einer Ereignisstudie werden die Reaktionen der Kapitalmarktteilnehmer auf den Bau analysiert. Zudem wird bewertet, ob es zu asymmetrischen Effekten zwischen Unternehmen aus Hongkong und Festlandchina gekommen ist. Die hier präsentierte Analyse von Kapitalmarktreaktionen auf die Fertigstellung eines bedeutenden Bausteins der Infrastrukturgestaltung unter der Bezeichnung „Neue Seidenstraße“ zeigt – zumindest mit Blick auf das hier betrachtete Bauwerk –, dass Infrastruktur insgesamt für die Wirtschaft wertschaffend ist, dass aber diese Wertschaffung sehr asymmetrisch ausfällt. Politische Entscheidungsträger außerhalb Chinas müssen sich bei Angeboten zur Infrastrukturfinanzierung genau überlegen, wie sie Verträge so gestalten, dass auch die lokal ansässige heimische Wirtschaft davon signifikant profitiert. Gerade für Infrastrukturgroßprojekte, die darauf abzielen, dezentrale Entwicklungsimpulse zu setzen, erscheinen die Erfolgsaussichten oft unklar und zudem noch ungleich verteilt. Auch deshalb werden viele von der Volksrepublik China angestoßene Projekte, die gemeinhin unter dem Begriff „Neue Seidenstraße“ zusammengefasst werden, mit einigen Vorbehalten bedacht. Es gibt Befürchtungen, dass chinesische Unternehmen überproportional von der verbesserten Infrastruktur profitieren, während andere Unternehmen auch Nachteile erfahren. Eine unvoreingenommene Bewertung des Ausbaus der Infrastruktur ist allerdings meist schwierig, wenn Projekte keinen klaren Endzeitpunkt haben und aus einer Vielzahl von interdependenten Einzelmaßnahmen bestehen. Abgeschlossene, geografisch abgegrenzte einzelne Großprojekte können dagegen als natürliche Experimente neue Aufschlüsse für 28 09 // 2020

MARKT eine breitere politische Reflexion liefern, gerade auch mit Blick auf internationale Ambitionen der neuen Seidenstraße. Die jüngst fertiggestellte Hongkong- Zhuhai-Macau-Brücke stellt solch ein abgegrenztes Projekt dar. Zur Eröffnung des Bauwerks wird nachfolgend aufgezeigt, wie die regionale Wirtschaft davon profitieren kann. Als zukunftsorientiertes, zeitnahes Messkonzept werden dazu im Rahmen einer Ereignisstudie die Reaktionen der Kapitalmarktteilnehmer herangezogen, und es wird bewertet, ob es zu asymmetrischen Effekten zwischen Unternehmen aus Hongkong und Festland- China gekommen ist. Die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke Die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau grenzen an die Provinz Guangdong und liegen an der Mündung des Perlflusses mit neun weiteren Städten. Das Städtecluster leistet einen wesentlichen Beitrag zur Position Guangdongs als wirtschaftsstärkster Provinz Chinas. Um diese Stellung in Zukunft auch international weiter zu festigen, hat die chinesische Regierung am 7. Dezember 2016 mit dem „13. Fünf-Jahresplan für Wirtschaft und soziale Entwicklung in der Volksrepublik China“ erstmals eine Stoßrichtung für die künftige Entwicklung in der Region vorgegeben. Nach Abschluss eines Rahmenvertrags zur Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Guangdong, Hongkong und Macau am 1. Juli 2017 folgte 2019 mit dem „Outline Development Plan for the Guangdong-Hong Kong-Macao Greater Bay Area“ (ODP) eine ausführlichere Beschreibung der Vorhaben der chinesischen Regierung bis ins Jahr 2035. Der Plan sieht vor, dass die Region Guangdong-Hong Kong-Macao Greater Bay Area (GBA) zu anderen wirtschaftsstarken Bay Areas der Welt (San Francisco, New York, Tokio) aufschließt und auch einen Beitrag zur „One Belt, One Road“-Initiative leistet. Dabei handelt es sich um ein außenpolitisches Konzept der Führung in Peking zur Integration der Wirtschaftsräume Asien, Europa und Afrika. Dafür wesentlich sind der Ausbau und die Vernetzung der regionalen Infrastruktur. Initiative der Regierung in Hongkong Eins der größten Infrastrukturprojekte in der Region ist die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke (HZMB). Ihr Bau geht auf eine Initiative der Regierung in Hongkong zurück, die der chinesischen Regierung die Errichtung im Jahr 2002 vorschlug. Nach dem Baubeginn im Jahr 2009 entwickelte sich die HZMB, die am 24. Oktober 2018 eröffnet wurde, zum größten Meeres-Brücken-Tunnel-System der Welt. Durch das Bauwerk verkürzen sich die idealen Fahrzeiten zwischen den Städten Hongkong, Zhuhai und Macau von über vier Stunden auf etwa 30 Minuten. Die Brücke selbst erstreckt sich über eine Länge von insgesamt 55 km, wovon 6,7 km durchgehend untertunnelt sind, um die Schiffbarkeit zu gewährleisten, wie die BBC berichtete. Die finalen Baukosten betragen laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua 126,9 Mrd. Yuan (18,3 Mrd. US-$). Die Brücke ermöglicht nicht nur eine Verringerung der Transportkosten zwischen den angebundenen Städten, sondern erleichtert auch den Marktzugang zu den drei Metropolen. Welche zu 09 // 2020 29

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