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diebank 09 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT Die Wirtschaft Auf

MARKT Die Wirtschaft Auf dem afrikanischen Kontinent leben rund 1,3 Milliarden Menschen in 54 Staaten. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Bevölkerung nach UN-Schätzungen beinahe verdoppeln. Mehrere afrikanische Länder zählen zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, darunter Äthiopien, Elfenbeinküste, Senegal, Ghana und Kenia. Laut Doing Business Report 2019 der Weltbank war Subsahara-Afrika seit 2012 jedes Jahr die Region mit den meisten Reformen. So haben Dauer und Kosten einer Unternehmensgründung in den vergangenen Jahren massiv abgenommen. Besonders gut schnitten 2018 Dschibuti, Togo, Kenia, Elfenbeinküste und Ruanda ab. Fast 90 Prozent der weltweiten Vorkommen an mineralischen Rohstoffen wie Gold, Platin und Kobalt liegen in Afrikas Böden. Die jährliche Zuwachsrate bei den Internetnutzern liegt bei mehr als 20 Prozent. Zudem hat der Kontinent ein gewaltiges Potenzial an erneuerbaren Energien. In Marokko etwa steht das modernste Solarkraftwerk der Welt, gebaut mit deutscher Unterstützung. Gleichzeitig schreitet die regionale Integration weiter voran. Als Musterbeispiel gilt laut einer Sonderstudie der Helaba („Afrika, Reformen verbessern Wachstumsaussichten“) die East African Community mit ihrem gemeinsamen Markt. Eine Währungsunion werde angestrebt, dürfte sich aber noch einige Jahre hinziehen. Allerdings liegen auch acht der 15 undemokratischsten Länder weltweit auf dem Kontinent. Angesichts des starken Bevölkerungswachstums müssen Millionen Jobs für die junge Generation geschaffen werden. Die Hälfte der Bevölkerung lebt zudem immer noch ohne Strom. Investoren handelt es sich meist um Konzerne, weil das finanzielle Risiko für Mittelständler oftmals zu groß ist.“ Für Toben ist Afrika zwar einerseits der Chancen-Kontinent, auf dem sich der Doing Business Index für viele Länder in den vergangenen Jahren deutlich verbessert hat, der aber andererseits auch große Risiken aufweise: allen voran Devisenknappheit, eine steigende Auslandsverschuldung und mangelnde Transparenz. In einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammern nannten die befragten deutschen Unternehmen als größte Risiken für ihr Geschäft in Afrika die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die oftmals unsichere Finanzierung sowie die schwankenden Wechselkurse. Wie zügig sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern können, hat Toben selbst erlebt. „Africa Rising“ titelte das Wirtschaftsmagazin „The Economist“ vor knapp zehn Jahren. Doch im Zug der Rohstoffkrise, die vor allem die Rohölpreise Ende 2014 abstürzen ließ, ging es für viele Länder wieder steil bergab. Statt sich über sprudelnde Devisen zu freuen, schalteten sie in den Krisenmodus. Anfang 2016 übernahm Toben, der zuvor für die Commerzbank in Lateinamerika war, die Leitung des Afrika-Geschäfts. „Das war für mich erst einmal eine kalte Dusche“, erinnert sich der Banker, der dann aber miterlebt hat, wie sich einzelne Länder erholten, wirtschaftsfreundliche Reformen anschoben und die Diversifizierung vorantrieben. „Mit Covid-19 scheinen sich jedoch viele Probleme zu wiederholen, jetzt jedoch im Fall vieler Länder des Kontinents auf einem wesentlich höheren Schuldenniveau“, fürchtet Toben. 12 09 // 2020

MARKT 1 | Wichtigste deutsche Export- und Importmärkte in Afrika Anteil am Export-/Importwert 2018 in Prozent Sonstige 20,8 % Sonstige 24,7 % Südafrika 35,6 % Südafrika 40,1 % Tunesien 6,6 % Exportmärkte Importmärkte Ägypten 5,8 % Marokko 9,0 % Nigeria 10,7 % Algerien 9,5 % Ägypten 14,0 % Tunesien 7,9 % Libyen 15,3 % Quelle: Statistisches Bundesamt, Helaba Volkswirtschaft/Research. Mit mehr als 200 Mitarbeitern bearbeitet die Deutsche Bank den Kontinent, betreibt eine Niederlassung in Johannesburg in Südafrika und Repräsentanzen in Lagos (Nigeria) sowie Kairo (Ägypten) und ist eine der größten Korrespondenzbanken in Afrika. Sie strukturiert und arrangiert Finanzierungen und verschafft den Ländern so Zugang zu den traditionellen Kapitalmärkten weltweit sowie zu alternativen Finanzierungsquellen. Mit seinen Geschäften trägt der deutsche Marktführer vor allem zur Entwicklung der Infrastruktur auf dem afrikanischen Kontinent mit Straßen, Flughäfen, Häfen, Krankenhäusern, Schulen, Telekommunikationsnetzen oder Finanzservices bei. Zu den jüngsten Projekten zählt eine Finanzierung in der Elfenbeinküste. Im Auftrag des Wirtschaftsund Finanzministeriums des westafrikanischen Staats finanziert die Deutsche Bank gemeinsam mit der Islamic Corporation for the Insurance of Investment and Export Credit (ICIEC) den Neu- bzw. Ausbau von insgesamt sieben Krankenhäusern. Das soll die medizinische Versorgung vor Ort deutlich verbessern und auch dazu beitragen, die Corona-Pandemie einzudämmen. Die Deutsche Bank engagiere sich in Afrika vor allem für nachhaltige Entwicklungsprojekte, sagt Claire Coutar, die unter ande- Marschallplan für Afrika Mit dem Marshallplan für Afrika hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Anfang 2017 einen Paradigmenwechsel in der Entwicklungspolitik mit Afrika eingeleitet. „Im Kern geht es dabei um eine neue Form der Zusammenarbeit: Weg vom Geber-Nehmer-Verhältnis hin zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe mit einem Schwerpunkt auf der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und einer Stärkung der staatlichen Kapazitäten“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums. Von Anfang an sei klar gewesen, dass es sich dabei um keinen rein deutschen Ansatz handeln solle. Während der deutschen G20-Präsidentschaft im Jahr 2017 hat die Bundesregierung daher den „Compact with Africa" auf den Weg gebracht. Ziel ist es, besonders reformorientierte Länder in Afrika dabei zu unterstützen, ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und damit attraktiver für private Investitionen zu werden. Der deutsche Beitrag zur Umsetzung sind die sogenannten Reformpartnerschaften, die mit sechs der zwölf Compact-Länder vereinbart wurden. Ziel der Reformpartnerschaften ist es, die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagement und Investitionen zu verbessern, um neue Arbeitsplätze und damit Einkommen für die junge und wachsende Bevölkerung Afrikas zu schaffen. Eine Reformpartnerschaft setzt laut BMZ Eigenleistung der Partner voraus und knüpft an deren individuelle Entwicklungsagenda an. Davon abgeleitet vereinbaren das BMZ und der Partner eine gemeinsame Reformagenda, in der sich beide Seiten zu bestimmten Leistungen verpflichten: Der Partner zu den vereinbarten Reformen, das BMZ zur finanziellen und technischen Unterstützung. Teil der deutschen Unterstützung für den „Compact with Africa“ ist der Entwicklungsinvestitionsfond (EIF). Von insgesamt 1 Mrd. € entfallen bis zu 400 Mio. € auf das Programm „AfricaConnect“, mit dem die KfW-Tochter Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) private Investitionsprojekte von deutschen und europäischen Unternehmen in Afrika durch Darlehen fördert. Mit „Africa- Grow“ (bis zu 400 Mio. €) verbessert die KfW für afrikanische kleine und mittlere Unternehmen und Start-ups den Zugang zu Eigenkapital und ähnlichen Finanzierungen, also Wachstums- und Wagniskapital. Weitere 200 Mio. € sollen in eine erweiterte Beratung für neue Märkte fließen, etwa den Ausbau von Standorten der Auslandshandelskammern und den „German Desk" der DEG. 09 // 2020 13

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