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diebank 09 // 2019

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT zent liegt –

MARKT zent liegt – deutlich über dem europäischen Durchschnittswert von 13 bis 17 Prozent. Zeitgleich zum EWR-Beitritt wurde in Liechtenstein der erste Fonds aufgelegt. Auch hierbei profitiert das Fürstentum von kurzen Kommunikationswegen: Die Zulassungsdauer neu aufgelegter Fonds beträgt zwischen zehn und 20 Tagen. Zudem liegen die allgemeinen Verwaltungskosten weit unter dem europäischen Durchschnitt. Innerhalb von 22 Jahren wuchs der Markt von null auf 489 zugelassene Fonds, welche von 16 Vermögensverwaltern gemanagt werden. Das verwaltete Fondsvolumen beträgt insgesamt 50,4 Mrd. Franken. Hoher Anlegerschutz Investoren in Liechtenstein genießen seit jeher einen hohen Anlegerschutz. Das liechtensteinische Bankengesetz erlegt Banken und anderen Finanzdienstleistern die Pflicht auf, für eine ausreichende Sicherung der Einlagen und Anlagen zu sorgen. Zudem hat sich der LBV 2001 für eine eigenständige Lösung entschieden und die „Einlagensicherungs- und Anlegerschutz-Stiftung des Liechtensteinischen Bankenverbandes“ (EAS) gegründet. Weil die regulatorischen Anforderungen stets anspruchsvoller werden, öffnete der LBV das bestehende System auch für andere Finanzdienstleister, die sich gesetzlich einem Anlegerentschädigungssystem anschließen müssen. Eine einzige, kombinierte Sicherungseinrichtung stellt für die spezifischen Verhältnisse des liechtensteinischen Finanzplatzes somit die ideale Lösung dar. 2002 gründeten liechtensteinische Vermögensverwalter den Verein unabhängiger Vermögensverwalter in Liechtenstein (VuVL), der mit der Finanzmarktaufsicht im Vorfeld der Schaffung des Gesetzes und der Verordnung über die Vermögensverwaltung (VVG) kooperierte. Dieses 2006 in Kraft getretene Gesetz stellte eine wichtige Initialzündung für die Entwicklung unabhängiger Vermögensverwalter in Liechtenstein dar. Heute wird in Liechtenstein ein Kundenvolumen in Höhe von rund 38,7 Mrd. Franken verwaltet, wobei die Zahl der Kunden stetig steigt. Hauptaufgabe der Vermögensverwalter ist es dabei nach wie vor, die Wünsche der Kunden mit den immer komplexer werdenden Regulierungsvorgaben seitens der EU und der liechtensteinischen Behörden in Einklang zu bringen. Die Nachfrage nach Anlagen in Liechtenstein ist angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Risiken rund um Themen wie Brexit, Handelskrieg und Schuldenkrise ungebrochen hoch. Hier zeigt sich der Vorteil der Positionierung des Finanzplatzes als politisch unabhängiger Standort, der gleichzeitig vollumfänglich in die EU-Regulatorik eingebunden und damit für europäische Anleger attraktiv ist. In nur 20 Jahren zum Versicherungsstandort Ein Finanzstandort ist erst komplett, wenn er über solvente Versicherungsunternehmen verfügt, die wirt- 16 09 // 2019

MARKT Save the Date 12. Februar 2020 schaftliches Handeln durch Risikoabwägung erst ermöglichen. Umso erstaunlicher, dass es noch zu Beginn der 1990-er Jahre keinen einzigen Versicherer im Fürstentum gab. Heute übersteigt die Zahl der Versicherer mit 38 sogar die der Banken. Besonders der Bereich der Schadenversicherung ist infolge zahlreicher Neugründungen in den letzten Jahren überdurchschnittlich stark angewachsen. Der erste Versicherer, die österreichische UNIQA, wurde 1995 durch die Finanzmarktaufsicht registriert, es folgten Fortuna und Valorlife. Angestoßen wurde diese Entwicklung durch die EWR-Mitgliedschaft und die damit verbundene Öffnung des europäischen Markts. 1997 wurde ein Direktversicherungsabkommen mit der Schweiz abgeschlossen, sodass alle liechtensteinischen Assekuranzleistungen sowohl im gesamten EU- Raum als auch in der Schweiz vertrieben werden können. Die Assekuranz hat sich zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standbein entwickelt und ist heute eins der wichtigsten Exportgüter des Landes Digitalisierung als Chance Die liechtensteinische Wirtschaft konnte sich stets durch Kreativität und Innovationskraft auf dem europäischen Markt behaupten. Aktuell liegt der Schwerpunkt auf der digitalen Transformation. So verabschiedete die Regierung Liechtensteins im Mai 2019 den Bericht und Antrag über Token und VT-Dienstleister, kurz Blockchain-Gesetz. Das Gesetz soll Anfang 2020 in Kraft treten und hat die Aufgabe, die Rechtssicherheit für Nutzer und Dienstleister zu stärken, um die positive Entwicklung der Token-Ökonomie in Liechtenstein weiter voranzutreiben. Damit wird Liechtenstein eines der ersten Länder weltweit sein, das über ein umfassendes Rahmengesetz für die sogenannte Token-Ökonomie verfügt. Um Talente, Ideen und Finanzierer zusammenzubringen, begann die bereits 2017 von Regierung und Fürstenhaus gemeinsam gegründete Standortinitiative digital-liechtenstein.li mit ihrer Arbeit. Ihr gehören mittlerweile etwa 40 Liechtensteiner Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Bank, Bildung und Versicherungswirtschaft an. Neben der Organisation von Veranstaltungen und Fachbeiträgen fördert digital-liechtenstein.li den Bereich der Aus- und Weiterbildung und leistet damit einen Beitrag dazu, dass das Fürstentum auch in Zukunft modern und nachhaltig aufgestellt ist. FAZIT Der Finanzplatz Liechtenstein hat den Wandel zum europakonformen Standort geschafft und verbindet das bewährte Sicherheitskonzept mit den immer komplexer werdenden Regulierungsanforderungen des EWR-Wirtschaftsraums. Das Konzept hat Erfolg: In kurzer Zeit hat sich das Fürstentum zu einem attraktiven Standort für Banken, Versicherer und Vermögensverwalter entwickelt und sich damit zukunftsfähig gemacht. Dieser Vorsprung soll in Zukunft konsequent durch die Weiterentwicklung digitaler Technologien ausgebaut werden. Autor Reto Näscher ist CEO von The Prosperity Company AG in Ruggell, Liechtenstein. 8. Fachkonferenz Zahlungsverkehr der Zukunft 12. Februar 2020 in Köln • Open Banking • Mobile Payment • Artificial Intelligence Wir freuen uns auf Sie! www.zv-konferenz.de Bank-Verlag GmbH | Wendelinstraße 1 | 50933 Köln | Telefon: 0221-5490-133 | events@bank-verlag.de 09 // 2019 17

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