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diebank 08 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT INTERVIEW

MANAGEMENT INTERVIEW Volksbanken können Auswirkungen von Corona gut bewältigen Allen ökonomoschen Schwierigkeiten aufgrund der Corona-Pandemie zum Trotz: Laut Gerhard Hofmann, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), haben die deutschen Genossenschaftsbanken ihre Risiken im Griff. Ein starker Anstieg der Risikovorsorge sei bislang nicht eingetreten. Er rechnet zugleich mit weiteren Fusionen unter den Instituten. 58 08 // 2020

MANAGEMENT die bank: Herr Hofmann, werden die BVR-Mitglieder ihre Risikovorsorge wegen der Corona-Krise deutlich erhöhen? Gerhard Hofmann: Die Corona-Krise hat natürlich auch eine Reihe unserer Kunden wirtschaftlich getroffen. Der Lockdown bedeutet Umsatzausfälle für viele Unternehmen, damit eine Verschlechterung ihrer Bonität und erhöhte Kreditausfallrisiken aufseiten der Banken. Dennoch haben die deutschen Genossenschaftsbanken ihre Risiken im Griff. Ein starker Anstieg der Risikovorsorge ist bisher nicht eingetreten, und nach heutigem Kenntnisstand erwarten wir ihn auch nicht. Dabei hilft auch, dass aufgrund der regionalen Ausrichtung der Geschäftstätigkeit der Genossenschaftsbanken das Kreditportfolio der Gruppe insgesamt nicht nur sehr granular, sondern auch regional diversifiziert ist. Niemand kann den Verlauf der Corona- Krise genau vorhersehen. Die Genossenschaftsbanken sind aber so robust, dass sie die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie gut bewältigen können. In der gesamten genossenschaftlichen Finanzgruppe haben wir inzwischen ein bilanzielles Eigenkapital von 116 Mrd. € erreicht. Das ist ein starker Puffer, wie ihn nur wenige andere Bankorganisationen haben. die bank: Haben die Volksbanken die Kreditvergabe in der Krise ausgeweitet, und wie viel Prozent vom Volumen werden durch KfW-Bürgschaften gedeckt? Hofmann: Das Kreditwachstum der Genossenschaftsbanken ist im zweiten Quartal 2020 weiterhin auf hohem Niveau und stellt das höchste seit dem Jahr 2000 dar. Der prozentuale Zuwachs von Juni 2019 bis Juni 2020 lag nach ersten auswertbaren Zahlen bei voraussichtlich 6,4 Prozent, was ein Plus von 39 Mrd. € darstellt. Insgesamt haben unsere Banken per Ende Juni 2020 Kredite in Höhe von voraussichtlich 646 Mrd. € im Bestand. Das hohe Wachstum sehen wir übrigens sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft. Genossenschaftsbanken unterstützen ihre Kunden mit Krediten auch in kritischen Phasen, soweit sich dies nach vernünftiger Beurteilung noch rechtfertigen lässt. Ganz sicher haben die schnellen und entschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung geholfen, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona- Pandemie abzumildern. Laut KfW-Zusagestatistik betrug der Marktanteil der Genossenschaftsbanken per Ende Mai 2020 bei KfW-Corona-Förderkrediten knapp 30 Prozent nach dem Fördervolumen, nach der Anzahl der Förderkreditzusagen je nach Kreditart zwischen 30 und 40 Prozent. die bank: Wie schlimm dürfte die Rezession für den Mittelstand sein? Hofmann: Der deutsche Mittelstand dürfte in diesem Jahr wegen der Pandemiefolgen die stärkste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg erfahren. Die Schätzungen reichen von minus 6 bis 9 Prozent in der Veränderung des Bruttoinlandsprodukts. Aktuelle Unternehmensumfragen legen zwar nahe, dass der konjunkturelle Tiefpunkt im Sommer durchschritten wird. Die sich anschließende Erholung wird jedoch aller Voraussicht nur langsam voranschreiten, und erst 2022 könnte das Niveau der wirtschaftlichen Aktivitäten vor der Krise wieder erreicht sein. Zudem sind weitere Rückschläge bei der Pandemiebekämpfung nicht auszuschließen, die die konjunkturelle Erholung unterbrechen könnten. die bank: Wird die Krise – falls sie länger anhält – den Konsolidierungsprozess unter den Volksbanken beschleunigen? Hofmann: Die Corona-Krise verstärkt Entwicklungen, die bereits vorher angelegt waren, so zum Beispiel die Reaktion auf die hohe Regulierungsdichte und die weitere Digitalisierung des Bankgeschäfts. Wir alle sind in den letzten Monaten kompetenter im Umgang mit digitalen Medien geworden. Mehr und mehr Kunden haben verstanden, dass ein Online-Zugang zum eigenen Konto wichtig ist. Es gibt vor diesem Hintergrund seit einigen Jahren einen Trend zu Fusionen auch unter Genossenschaftsbanken. Für das laufende Jahr rechnen wir mit rund 40 Zusammenschlüssen. die bank: Herr Hofmann, vielen Dank für das Gespräch. Die Fragen stellte Jan F. Wagner. 08 // 2020 59

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