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diebank 08 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 2 | Ab wann

MARKT 2 | Ab wann Entgelte für die Verwahrung von Einlagen fällig werden ausgewählte Banken, Stand: 27. Juli 2020 1.200.000 0 1.00.000 -0,1 800.000 -0,2 -0,3 600.000 -0,4 400.000 -0,5 200.000 -0,6 0 -0,7 Sparkasse Rotenburg- Oberholz Hannoversche Volksbank Kreissparkasse Heilbronn Commerzbank GLS Bank Freibetrag bis Deutsche Bank Postbank Zinssatz Ethik Bank VR-Bank Bamberg- Forchheim PSD Bank Hessen Thüringen Stadt- und Kreissparkasse Moosburg Quelle: Verifox, eigene Recherche. Zugleich ist das Girokonto von unschätzbaren Wert und aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken: Es ermöglicht nämlich die Teilnahme am Wirtschaftsverkehr. Bankkunden können etwa jederzeit Ein- und Abhebungen vornehmen, am Lastschriftverfahren teilhaben, Daueraufträge einrichten und Überweisungen tätigen. Zudem erhalten Bankkunden eine girocard (landläufig immer noch als „EC- Karte“ bekannt), die als elektronische Geldbörse genutzt werden kann. Wird das Girokonto online geführt, so ist der Bankkunde unabhängig von Raum und Zeit und kann seine Bankgeschäfte auch außerhalb der Schalteröffnungszeiten tätigen, was insbesondere während der akuten Corona-Zeit ein enormer Vorteil war. Das gute alte Girokonto kann aber noch mehr: Es kann ganz problemlos in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt werden, sodass dem Inhaber jeden Monat ein bestimmter Betrag zur Existenzabsicherung zur Verfügung steht. Allein schon das Beispiel des Girokontos verdeutlicht, wie wertvoll Banken für die Wirtschaft sind. Nimmt man die von Kreditinstituten ausgereichten Kredite noch hinzu, so dürfte schnell klarwerden, dass eine neue Bankenkrise katastrophale Auswirkungen für die Volkswirtschaft hätte. Aus diesem Grund sind Banken und Sparkassen auch verpflichtet, kontinuierlich zu prüfen, wie profitabel sie sind und für einen Ausgleich von Verlusten zu sorgen. Angesichts der notorisch schwachen Profitabilität vieler Geldhäuser wird es für Bankkunden deshalb auch immer schwerer werden, ein kostenloses oder günstiges Girokonto bei einer Bank zu finden. Für Abhilfe soll eine zertifizierte Vergleichsplattform für Girokonten sorgen, die auf der Umsetzung einer europäischen Richtlinie beruht. Aktuell hat das Online-Portal Check 24 das Rennen gemacht. Die Vergleichsplattform ist auf der Website des Anbieters er- reichbar. Neben den Betriebskosten eines Girokontos sind aber auch die Betriebskosten von Geldautomaten nicht zu unterschätzen. Laut Medienberichten sollen diese zwischen 20.000 bis 25.000 € pro Jahr liegen. Hinzu kommt der Ärger, der den Geldhäusern durch die zahlreichen vollendeten Diebstähle durch Sprengungen entsteht. Im Jahr 2019 sollen es 142 gewesen sein, in 207 Fällen war der Versuch an Bargeld zu gelangen, hingegen erfolglos, der Geldautomat jedoch meistens trotzdem kaputt. Autorin Carmen Mausbach. Die Diplom-Kauffrau ist seit 2002 als freie Wirtschaftsjournalistin tätig. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die redaktionelle Mitarbeit im Bus-Netzwerk für betriebswirtschaftliche und steuerliche Fachinformationen. 52 08 // 2020

MARKT FAZIT Für Verwahrentgelte, Kontoführungs- und Abhebungsgebühren haben Bankkunden nur wenig Verständnis. Die Gefahr, dass Kunden ihr Konto deshalb kündigen und zu einer günstigeren Bank oder Sparkasse wechseln, ist daher groß, vor allem wenn es bald noch eine zertifizierte Vergleichsplattform für Girokonten gibt. Hinzu kommt, dass immer mehr Girokonten online geführt werden, sodass kaum noch eine enge persönliche Beziehung zur Hausbank besteht. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman prognostizierte bereits in ihrem Bankenreport Deutschland 2030, dass in den nächsten fünf Jahren etwa 25 Prozent aller Bankkunden ihre Hausbankbeziehung wechseln werden. Das sich allein daraus ergebende kumulierte Ertragsrisiko bezifferten die Experten auf 8 bis 10 Mrd. €. In Zeiten niedriger Zinsen, zahlreicher Regulierungsauflagen, unaufschiebbarer Investitionen und nicht abschätzbarer Auswirkungen der Corona-Pandemie muss es für die Bankenlandschaft jedoch maßgebliches Ziel sein, profitabel zu bleiben. Der Bankenverband warnt deshalb auch davor, die Einlagefazilität weiter zu senken: Dies würde mittelfristig die Kreditvergabekapazitäten dämpfen und unter Umständen unerwünschte konjunkturelle Effekte auslösen. Zudem sind sprunghaft steigende Vermeidungseffekte bei den Banken und bei deren Kunden zu befürchten. Als Beispiel führt der Verband eine erhöhte Bargeldhaltung an, was die Geldversorgung ineffizienter mache. Aus seiner Sicht ist es daher auch völlig richtig, dass die EZB als Reaktion auf die Pandemie ihre Leitzinsen konstant gehalten hat. Darüber hinaus plädiert der BdB dafür, den im November 2019 eingeführten Freibetrag für die Überschussliquidität zu erhöhen. Durch die massive Ausweitung der Zentralbankbilanz im Rahmen des Pandemie-Kaufprogramms ist die Überschussliquidität im Bankensystem nämlich deutlich gestiegen und zwar von knapp 1,8 Bio. € im März 2020 auf zuletzt rund 2,8 Bio. € (Stand August). Doch während die EZB mit der Einführung des Freibetrags im Herbst 2019 knapp 50 Prozent der Überschussliquidität von ihrem negativen Zins freigestellt hatte, sind es derzeit nur noch 30 Prozent. Wünschenswert wäre es zudem, die Frage der Zulässigkeit von Negativzinsen im klassischen privaten Bankgeschäft bei Sichteinlagen höchstrichterlich abzuklären. Kunde und Bank erhielten dadurch eine klare Orientierung. Die vermehrte Anlage in Aktien, die langfristig gesehen sowieso alternativlos ist, wäre ebenfalls eine Option, um dem Verwahrentgeld zu entkommen.

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