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diebank 08 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT KOMMENTAR ZUR

MANAGEMENT KOMMENTAR ZUR VERBRIEFUNGSREGULIERUNG Eine kleine Welt, in der für die große geprobt wird? Gesucht wird: Eine kluge Regulierung. Denn auch, wenn Krisen oft strukturell ähnliche Ursachen haben mögen: die konkreten Auslöser wiederholen sich wahrscheinlich nie. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, wie viel Zeit und Kraft in die Regulierung des europäischen Verbriefungsmarkts investiert wurde und erst recht in die STS-Verbriefungen. Andere Kapitalmarktinstrumente sind gegenüber Verbriefungen im Vorteil. Die Kommentatoren sprechen sich für ein Level Playing Field für alle Bondmarktsegmente gleichermaßen aus.

MANAGEMENT History shows that there are two things we can be sure of when it comes to financial crises: there will be another „ one, and the next one won’t be the same as the last.“ So steht es aktuell ganz oben auf der Web-Seite der Bank of England. Leider scheint diese uralte Weisheit in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten. In der Geschichte gab es nur eine Tulpenkrise, es gab nur eine Implosion von Eisenbahnbonds und auch der Zusammenbruch des amerikanischen Subprime-Markts für Immobiliendarlehen wird so nicht wiederkommen. Krisen mögen strukturell ähnliche Ursachen haben. Eine allgemeine Überschuldung von Staat und Gesellschaft gehören sicher dazu. Doch die konkreten Auslöser im Einzelnen oder in einer Kombination derselben wiederholen sich selten, vielleicht sogar nie. Eine kluge Regulierung konzentriert sich daher nicht primär auf den einen vermeintlichen Auslöser der letzten Krise. Vielmehr sollte sie sorgsam auf ein Level Playing Field zwischen den verschiedenen Kapitalmarktinstrumenten achten. Gerade heute, in einer Zeit, in der viele innovative und auch traditionelle Kapitalmarktinstrumente nebeneinander existieren und um die Gunst der Investoren werben, ist es wichtig, dass keines der Instrumente besonders bevorzugt oder benachteiligt wird. Wenn sich alle auf einer gemeinsamen Ebene bewegen, ist der Finanzmarkt insgesamt stabiler. Um ein Bild zu verwenden: Sind im Wald alle Bäume gleich stark, wird Waldbränden besser vorgebeugt, falls ein Baum brennt. Für den Finanzmarkt: Bei einem Level Playing Field gehen wir besser gerüstet in die nächste Krise. Doch daran fehlt es leider. Das bedeutendste und auffälligste Feld der Regulierung betrifft das größte Bondmarktsegment. Es dürfte aktuell ca. 60 bis 70 Prozent des Marktvolumens überhaupt ausmachen. Indes, es ist so gut wie überhaupt nicht reguliert. Vielmehr bleibt es von allen wesentlichen Bestimmungen der Bank- und Versicherungsregulierung ausgenommen. Gemeint ist der Markt der Staatsanleihen. Die Kapitaladäquanzverordnung (Capital Requirements Regulation, CRR) behandelt Risiken von Zentralstaaten und Zentralbanken so, als ob es diese gar nicht gäbe. Das Argument ist, jeder Staat könne zur Bedienung seiner Verbindlichkeiten Steuern erheben oder anheben, und Spötter ergänzen völlig unfairerweise: „Oder Geld drucken!“. In den Bilanzen der Banken schafft diese unterstellte Risikolosigkeit bemerkenswerte Effekte, die immer wieder untersucht werden: Wie viel Eigenkapital müssten Kreditinstitute eigentlich vorhalten, wenn die Ausnahmen für Staatsanleihen entfielen? Die Antwort ist unabhängig vom angewandten mathematischem Modell: Sehr viel mehr als jetzt. Darüber wird intensiv nachgedacht – auch in Basel. Dennoch hat der aktuelle CRR Quick Fix im Zusammenhang mit der Covid-Krise daran nichts geändert. Im Gegenteil, möchte man sagen: Gewichtungsadjustierungen zur Marktanpassung sind für 2020 ausgesetzt – gerade auch für Staatsanleihen. Für das zweitgrößte Segment, die gedeckten Schuldverschreibungen (Covered Bonds), reichen auf europäischer Ebene bislang zwei Seiten in der CRR (Art. 129), um sie abschließend zu bestimmen. Im Vergleich zur Regulierung der Staatsanleihen immerhin eine dramatische Steigerung des Regulierungsumfangs. Und auch das drittgrößte Segment, die Corporate Bonds, sind auf europäischer Ebene wenig reguliert. Stattdessen gebe es – so bemängelt es noch 2017 der EU-Expertenbericht „Improving European Corporate Bond Markets“ – viele überlappende und widersprüchliche nationale Regulierungen, die eine Herausbildung eines europäischen Corporate-Bond- Markts erheblich erschwerten. Dies ist bei der angestrebten Kapitalmarktunion misslich. Angesichts der schwachen Regulierung dieser Marktsegmente ist bemerkenswert, wie viel Zeit und Kraft stattdessen in die Regulierung des europäischen Verbriefungsmarkts investiert wurde. Allein in der CRR werden 08 // 2020 45

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