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diebank 07 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT TOP 100 DER

MARKT TOP 100 DER DEUTSCHEN KREDITWIRTSCHAFT Die Konsolidierung hat begonnen 2018 war nach mehreren eher ruhigen Jahren ein verhältnismäßig aufregendes für den deutschen Bankenmarkt. In unserer jährlichen Auswertung „Die 100 größten deutschen Kreditinstitute“ schlägt sich diese Unruhe mit zahlreichen Verschiebungen im Ranking nieder. Etwas niedriger als im Vorjahr liegt die Summe der TOP 100 um etwa 1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Beginnen wir an der Spitze – wo sich allerdings wie gewohnt nichts ändert. Seitdem im Jahr 2016 die Fusion mit der WGZ die DZ Bank auf den 2. Platz nach vorne brachte, sind die Top 5 unverändert, mit der Deutschen Bank vor der DZ, der KfW, der Commerzbank und der Münchener HVB/UniCredit. Diese Konstanten stehen. Dann aber bleibt das Auge hängen. Nanu, noch einmal Deutsche Bank? Ja, die DB PFK AG steht nun auf dem 6. Platz. Hier schlägt sich die Übernahme der Deutschen Postbank AG durch die Deutsche Bank final nieder und unterstreicht die im Geschäftsbericht formulierte Strategie „Eine Bank, zwei Marken“ optisch eindrucksvoll. Die Verschmelzung wurde im Mai 2018 wirksam und die alte Postbank existiert seither nur noch als Marke, offiziell: „Postbank – eine Niederlassung der DB Privat- und Firmenkundenbank AG“. Trotzdem darf man hier von einem satten Sprung nach vorne sprechen, denn im letzten Jahr rangierte die Postbank noch auf Platz 12 unserer Tabelle. Des Rätsels Lösung liegt u. a. darin, dass in die Konzerneröffnungsbilanz (rückwirkend zum 1. Januar 2017) auch die Deutsche Bank Bauspar-AG einbezogen wurde; die bereinigte Bilanzsumme wuchs so um 130 Mio. € an. Die Top 10 werden komplettiert durch alte Bekannte. Durch den Aufstieg der Postbank werden die LBBW und die BayernLB jeweils einen Platz nach unten geschoben auf nun 7 und 8, die Helaba bleibt auf Platz 10. Die „ING Holding Deutschland GmbH“ (unverändert auf 9) fällt besonders durch den neuen Markenauftritt auf. Außerdem ist die Interhyp, die Baufinanzierungen vermittelt, seit letztem Jahr vollständig im Eigentum der ING Deutschland und die Bilanzsumme stieg um 5,7 Prozent – so viel (prozentual), wie sonst bei keiner Bank unter den ersten Zehn. Konsolidierungsdruck zeigt Wirkung Was aktuell besonders auffällt, ist die Vielzahl von Fusionen in Deutschland. Die Konsolidierung hat offenbar Fahrt aufgenommen und der Bankensektor steckt in der von vielen Experten schon länger prophezeiten Umbruchphase. Deutschland wird immer wieder als „overbanked“ kritisiert, vor allem die Vielzahl an kleinen Häusern dürfte es in Zukunft noch schwerer haben. Die Berater von Oliver Wyman etwa gehen in ihrem jüngsten Bankenreport davon aus, dass von den zuletzt gezählten 1.600 Bankfilialen in Deutschland im Jahr 2030 nur noch 150 bis 300 übrig sein werden. Die Institute müssten ihre Zukunft als Zulieferer von 8 07 // 2019

MARKT Dienstleistungen oder Finanzprodukten angehen oder als Orchestrator, der komplexe Lösungen anbietet und die Schnittstelle zum Kunden kontrolliert. In diesem „Evolutionsszenario“ benötigten Banken vor allem zwei Kunstfertigkeiten: Innovationsfähigkeit und mehr kulturelle Flexibilität. Hinzu kommt, dass sich das traditionelle Drei-Säulen-Modell aus Privatbanken, Sparkassen und genossenschaftlichen Banken zu einem neuen Modell der vier Säulen weiterentwickeln könnte. Als viertes Bein wären dann die FinTechs mit im Spiel, die mit allerlei frischen Ideen rund um Dienstleistungen den Konsolidierungsdruck für die Branche weiter erhöhen. Noch sind diese allerdings nicht stark genug, um in unser Ranking einzuziehen. Selbst das Schlusslicht der TOP 100, die Dortmunder Volksbank, weist für 2018 (mit eigenem Rekord) eine Bilanzsumme von über 7 Mrd. € aus. Im Vergleich bringt es FinTech-Branchenprimus N26, das in mehreren Funding-Runden schwindelerregende 430 Mio. € von Investoren einsammelte und mit seiner Bewertung von 2,3 Mrd. € als erstes deutsches Finanz-„Einhorn“ gefeiert wurde, laut einer Recherche der Portale Gruenderszene.de und Finanz-Szene.de auf gerade einmal 150 Mio. € Bilanzsumme. Bis das erste FinTech sich in den TOP 100 wiederfindet, dürften noch einige Fusionen ins Land ziehen. Der hierzulande spektakulärste Fusionsplan wurde, wie allgemein bekannt, im April 2019 „ergebnislos beendet“, und die Idee, die maßgeblich von Bundesfinanzminister Olaf Scholz befeuert wurde, platzte nach einem langen Eiertanz, unzähligen Gesprächsrunden und einer gefühlten Million von Experten-Statements wie eine Seifenblase. Dabei hätten die Deutsche Bank und die Commerzbank seiner Ansicht nach so schön zusammengepasst. Dass aber selbst die addierte Bilanzsumme der beiden noch nicht ausreichen würde, um im Konzert der globalen Größen mitzuspielen – geschenkt. International rangieren Deutschlands Banken weiter unter „ferner liefen“, weit abgehängt von den chinesischen und US-amerikanischen Geldhäusern. Es ist zwar nur ein geringer Trost, aber in den Nachbarländern ist es nicht besser. Im jüngsten „Euro Banking Pulse“ des Consultingsunternehmens Alvarez & Marsal bekommen die 24 größten europäischen Banken generell schlechte Noten: Europas Spitzenbanken mangele es durchweg an Widerstandsfähigkeit, ihr Renditeniveau übertreffe nicht die Erwartungen von Kunden, Markt und Regulierern. In Deutschland attestiert A & M unseren beiden größten Banken eine 07 // 2019 9

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