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diebank 07 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

REGULIERUNG 1 | Der

REGULIERUNG 1 | Der Compliance-Index in verschiedenen Mitarbeiterclustern Index 76,1 * Index 84,9* Index 51,3* Total Population Mitarbeitercluster A Mitarbeitercluster B * d. h. auf einer Skala von 0-100. nommene Compliance-Risiko, also das aktuelle oder potenzielle Risiko für Erträge und Kapital, das durch Verstöße gegen Gesetze, Regelungen, Vorschriften, Vereinbarungen, vorgeschriebene Praktiken oder ethische Standards entsteht. Unter Verwendung dieser Ausgangsdaten können dann die Wirkungszusammenhänge zwischen den latenten Variablen mithilfe der Verfahren der Strukturgleichungsanalyse geschätzt werden. Dazu werden die Wirkungszusammenhänge in einem linearen Mehrgleichungssystem (sog. Strukturgleichungen) abgebildet und die Modellparameter mithilfe des Partial- Least-Squares (PLS)-Ansatzes von H. Wold so geschätzt, dass die Erklärungs- und Prognosekraft des Modells im Hinblick auf das Compliance-Risiko maximiert wird. Im Prinzip ist der dabei zur Anwendung kommende PLS- Algorithmus eine Sequenz von Ordinary- Least-Squares (OLS)-Regressionen in Form von gewichteten Vektoren, die nach dessen Konvergenz Fixpunktgleichungen erfüllen. In anderen Worten fasst das Modell die Wirkungszusammenhänge zwischen Maßnahmen und Mitarbeiterverhalten formal so, dass diese effektiv messbar und damit steuerbar werden. In Kombination mit einer Clusteranalyse lassen sich auf diese Weise Mitarbeitergruppen im Unternehmen finden, die sich in der Wirksamkeit der Maßnahmen unterscheiden. Unter dem Begriff Clusteranalyse werden unterschiedliche Verfahren zur Gruppenbildung zusammengefasst, die sich vor allem im Hinblick auf folgende zwei Aspekte unterscheiden: Z Wahl des Proximitätsmaßes, d. h. des statistischen Maßes, mit dem die Ähnlichkeit bzw. Unähnlichkeit (Distanzmaße) zwischen Objekten gemessen wird. Z Wahl des Gruppierungsverfahrens, d. h. der Vorgehensweise, nach der eine Zusammenfassung von ähnlichen Objekten zu Gruppen (Fusionierungsalgorithmen) oder aber die Zerlegung einer Erhebungsgesamtheit in Gruppen (Partitionierungsalgorithmen) erfolgen soll. Das Ergebnis ist ein mitarbeitergruppenspezifischer Compliance-Index (KPI), mit dem die Wirksamkeit der Maßnahmen innerhalb der Organisation gemessen, gesteuert und überwacht werden kann. ÿ 1 Darüber hinaus ist der Index auch in Einzelkomponenten zerlegbar. Er stellt somit ein aussagekräftiges Analyseinstrument dar und ist ein hilfreiches Controllinginstrument für das Management eines Unternehmens. Der Compliance-Index wird genutzt, um Stärken und Schwächen im Compliance-Managementsystem zu identifizieren und daraus, falls notwendig, strategische Maßnahmen zur Verbesserung abzuleiten. Dazu können modellgestützt konkrete, datengetriebene Handlungsportfolios aufgebaut werden, auf die man sich konzentrieren sollte, um vorhandene Ressourcen effektiv einzusetzen. ÿ 2 Um das gemessene Indexniveau zu halten, müssen Maßnahmen im rechten oberen Quadranten beibehalten werden („Stärken“). Um das gemessene Indexniveau zu verbessern, müssen Maßnahmen im rechten unteren Quadranten überarbeitet werden („Schwächen“). So zeigt das Beispiel „Mitarbeitercluster B“, dass hier 60 07 // 2019

REGULIERUNG 2 | Handlungsportfolio Mitarbeitercluster B 10 9 8 Hier fokussieren 7 Wahrnehmung 6 5 4 3 2 Tone from the Top Vorbeugen von Fehlverhalten Erkennen von Fehlverhalten Reagieren auf Fehlverhalten 1 0 % 5 % 10 % 15 % 20 % 25 % 30 % Einfluss auf Mitarbeitercompliance präventive und reaktive Maßnahmen (Trainings und Investigations) des Compliance- Managementsystems verbessert werden müssen, um die Wirksamkeit zu erhöhen. Der Tone from the Top (z. B. die Vorbildfunktion der Führungskräfte) und detektive Maßnahmen (wie Monitoring & Testing) sind hier von untergeordneter Bedeutung. Durch wiederkehrende Messungen kann der Erfolg von Maßnahmen zur Verbesserung der Wirksamkeit des Compliance-Managementsystems im Zeitablauf aufgezeigt werden, so wie es bspw. vom U.S. Department of Justice seit April 2019 gefordert wird. FAZIT Der Compliance-Index hat zum einen eine Informationsfunktion, denn er vermittelt wichtige Informationen über Stärken und Schwächen des Compliance-Managementsystems eines Unternehmens. Außerdem kann er in einzelne Komponenten zerlegt werden. Wird zusätzlich eine Clusteranalyse durchgeführt, ermöglicht diese eine Betrachtung der Wirksamkeit des Compliance-Managementsystems in unterschiedlichen Mitarbeitergruppen. Zum anderen hat der Index eine Steuerungsfunktion, da aus den ermittelten Stärken und Schwächen strategische Maßnahmen zur Verbesserung der Wirksamkeit des Compliance-Managementsystems abgeleitet werden können. Die Wirkung umgesetzter Maßnahmen kann im Zeitablauf betrachtet werden und zeigt die Entwicklung des Compliance-Indexes. Eine weitere Funktion des Indexes ist die Kommunikation, denn er bildet ein wichtiges Diskussionsthema im Unternehmen, um an der Verbesserung der Compliance- Kultur zu arbeiten. Darüber hinaus wird der Compliance-Index von Unternehmen (wie z. B. EON SE) dazu eingesetzt, eine Verbesserung der Wirksamkeit des Compliance- Managementsystems nach außen zu kommunizieren. Autoren Dr. Sebastian Rick ist Senior Manager im Bereich Financial Services der KPMG AG WPG und Experte für quantitative Methoden zur Messung und Verbesserung der Wirksamkeit von Compliance. Dr. Ralf Jasny ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaft und Finanzdienstleistungen an der Frankfurt University of Applied Sciences und Experte für quantitative empirische Sozialforschung. Timo Purkott ist Partner im Bereich Financial Services der KPMG AG WPG und berät Kunden in den Bereichen Regulatory & Compliance, Bekämpfung von Finanzkriminalität und Regulatory Technology. 07 // 2019 61

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