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diebank 07 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

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MARKT Auch Unicredit-Chef Jean Pierre Mustier betont, kein Interesse an den Krisenbanken Carige und MPS zu haben. Auch er wolle – wie im Geschäftsplan vorgesehen ist – organisch wachsen. Gerüchte über ein Interesse an der Commerzbank wurden von Unicredit nicht kommentiert, ein Zusammengehen mit der SocGen dementiert. In italienischen Bankenkreisen halten sich jedoch Gerüchte, dass Unicredit an der Bildung einer großen europäischen Bank interessiert sei, die neben der HypoVereinsbank auch die Bank Austria und eben die Commerzbank umfassen könnte. Die italienischen Aktivitäten sollen dabei ausgegliedert werden. Der Staat wird nicht – wie geplant – demnächst bei der Krisenbank MPS aussteigen, sondern wird die 68-prozentige Beteiligung vorerst behalten. Die Zukunft der Krisenbank Carige (Sparkasse von Genua) wird sich bei der für Ende September angesetzten Hauptversammlung entscheiden. Zur Diskussion stehen eine Teilverstaatlichung, eine Abwicklung oder die Intervention des Einlagensicherungsfonds der Privatbanken FITD. Vor Bildung einer dritten italienischen Großbank Derzeit zeichnet sich das Entstehen einer dritten italienischen Großbank ab. Als Protagonisten gelten dabei Ubi Banca, Banco Popolare di Milano (BPM), Banca Popolare dell'Emilia-Romagna (BPER) und eventuell Crédit Agricole mit ihren Italien-Töchtern. Eine weitere, kleinere Bankengruppe könnte im Süden des Landes um die schwer angeschlagene Volksbank von Bari (Popolare di Bari) gebildet werden. Vor allem Ubi Banca scheint fusionsbereit. CEO Victor Massiah zeigt sich offen für Übernahmen, sofern sie wertschöpfend und effizient seien. Das Institut hat vor einiger Zeit mittelitalienische Banken übernommen und die Integration noch nicht vollständig abgeschlossen. Mit im Bund der für die Bildung einer großen Bankengruppe gehandelten Institute ist auch die BPER. Erst kürzlich hat der Versicherer Unipol die Beteiligung bei dieser Volksbank auf 20 Prozent ausgedehnt und hält eine weitere Aufstockung für nicht ausgeschlossen. Auch hat BPER von Unipol jüngst die Unipol Banca erworben sowie die Banco di Sardegna integriert. Inwieweit sich die kapitalschwache Banco Popolare di Milano, die jüngst aus dem Zusammengehen von Banco Poplare di Verona und Banca Popolare di Milano entstanden ist, der dritte im Bund sein wird, ist fraglich. Ein weiterer Player mit Wachstumspotenzial in Italien ist die französische Crédit Agricole. Sie will den Ertrag ihrer Italien-Töchter von 3,5 Mrd. € im Vorjahr auf 3,8 Mrd. € im Jahr 2022 erhöhen. Mit den zahlreich übernommenen Instituten in Mittelitalien (Sparkassen von Cesena, Rimini, San Miniato und ihrer 5-prozentigen Beteiligung an Credit Valtellinese) wäre sie als Partner für eine Bankenfusion zwischen UBI- Banca und BPER zweifellos willkommen. Im ersten Quartal 2019 konnte Agricole ihren Nettogewinn in Italien um 11 Prozent auf 222 Mio. € erhöhen. Damit trägt das Italien- Geschäft zu 15 Prozent am Gesamtgewinn bei. Erfolgreicher Abbau von faulen Krediten Die beiden Großbanken Intesa Sanpaolo und Unicredit halten sich bei der nationalen Konsolidierung zurück. Intesa Sanpaolo hatte 2017 zwei Volksbanken in Venetien übernommen und will sich jetzt auf die weitere Reduzierung ihrer faulen Kredite konzentrieren. Nachdem deren Volumen seit 2017 bereits um die Hälfte reduziert worden ist, steht nun offenbar ein weiteres Abkommen bevor. Im Hinblick auf den Verkauf eines umfangreichen Portfolios fauler Kredite (Unlikely to Pay) im Umfang von bis zu 10 Mrd. € führt Intesa derzeit Exklusivverhandlungen über eine mögliche Partnerschaft mit Prelios. Unicredit hat erst kürzlich 2 Mrd. € fauler Kredite an Pimco abgegeben. Italiens Kreditinstitute haben ihr einst größtes Problem, den hohen Bestand an notleidenden Krediten, in den Griff bekommen. Laut der jüngsten Veröffentlichung der Banca d'Italia hat sich der Bestand an faulen Krediten im Jahr 2018 um 40 Mrd. auf 90 Mrd. € verringert. Dies entspricht 4,3 Prozent der gesamten Ausleihungen. Die Netto-Non Performing Loans machten mit 35 Mrd. € nur mehr 1,7 Prozent der gesamten Ausleihungen 26 07 // 2019

MARKT aus. Der Abbau fauler Kredite erfolgte weitgehend durch Verkauf dieser Darlehen. Damit hat sich Italien den europäischen Banken angeglichen. Währenddessen entsteht derzeit ein neues Problem: Italiens Banken müssen bis Ende 2020 auslaufende Bonds im Wert von 250 Mrd. € erneuern. Das dürfte infolge der innerhalb eines Jahres verdoppelten Zinsdiskrepanz zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen teuer kommen. Diese treibt die Refinanzierungskosten nach oben. Hinzu kommt das schlechte Rating für italienische Staatsbonds. Bislang gelang es den Banken, diese Kosten mit steigenden Käufen hochverzinster Staatsanleihen zu kompensieren. Nun hat aber Unicredit angekündigt, das Engagement in Staatsanleihen reduzieren zu wollen. Andere Banken wollen nachziehen. Das Damoklesschwert 2020 besteht zweifellos in wachsenden Refinanzierungskosten und der damit verbundenen, sinkenden Ertragskraft. Zusammengehen auch bei Vermögensverwaltern Auch bei Vermögensverwaltern werden wachsende Zusammenschlüsse erwartet. Crédit Agricole hat vor drei Jahren Pioneer von Unicredit übernommen und 2017 die Mehrheit an der Mailänder Banca Leonardo erworben. Die größte Investmentbank Italiens, Mediobanca, setzt ihre Einkaufstour fort und will ihre internationale Position ausbauen. Sie hat nach der Übernahme von 66 Prozent an der französischen M&A-Boutique Messier Maris FAZIT Um den laufenden Konsolidierungs- und Sanierungsprozess abzuschließen benötigen die Banker ein politisch ruhiges Umfeld und neue Rahmenbedingungen seitens der EU. Letztere sind nötig, um Cross Border Deals erfolgreich abzuschließen. Damit die Zinsdiskrepanz zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen (Spread) nicht weiter zunimmt und damit die Refinanzierung der Banken erschwert, ist politische Stabilität erforderlich. Diese hängt auch vom Willen der Regierung ab, den EU-Forderungen nach Schulden-und Defizitabbau nachzukommen. Das angedrohte Strafverfahren gegen Italien wurde vorerst aufgeschoben. Die aktuelle Regierungskrise in Rom kann zweifellos zu weiteren Zinserhöhungen führen und die Konsolidierung zusätzlich belasten. & Associés (MMA) nun die Julius-Bär-Tochter Kairos ins Visier. „Wir wollen im Vermögensverwaltungsgeschäft expandieren“ sagte CEO Alberto Nagel in Mailand und bestätigte, in diesem Jahr etwa 2 Mrd. € für Zukäufe zur Verfügung zu haben. Vor MMA hatte die Bank bereits den alternativen britischen Asset Manager Cairn Capital (2015) übernommen und 2017 einen Anteil von 69 Prozent am Schweizer Vermögensverwalter Ram Active Investments erworben. In Südeuropa ist Mediobanca bereits in Spanien, Portugal und Griechenland präsent. Auch Eurizon, die Vermögensverwaltungstochter von Intesa Sanpaolo, schließt Zukäufe nicht aus und hat zuletzt Büros in Frankreich, Spanien, der Schweiz und in Deutschland eröffnet. Die Bank hat schon früher als andere auf den Ausbau der Vermögensverwaltung gesetzt und gehört auf diesem Gebiet zu den wichtigsten Akteuren in Europa. Außerdem baut Intesa Sanpaolo das Bankassurance-Geschäft stark aus und investiert 300 Mio. € in den Versicherungssektor. Hier will die Bank aber nur organisch wachsen, nicht durch Übernahmen. Ziel ist, in diesem Geschäftsbereich, wie bereits im Lebensversicherungsgeschäft, die Nummer 1 in Italien zu werden. Autorin Thesy Kness-Bastaroli berichtet seit Jahren für deutsche, Schweizer und österreichische Zeitungen über die italienische Wirtschaft. Als Wahl- Mailänderin ist sie in der Wirtschaftshauptstadt Italiens gut vernetzt und hält enge Kontakte zu den wichtigsten Bank-und Finanzunternehmen. Anmerkung der Redaktion: Der Redaktionsschluss für diesen Beitrag lag vor dem Bruch der italienischen Regierungskoalition Anfang August. 07 // 2019 27

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