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diebank 07 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT ITALIENISCHER

MARKT ITALIENISCHER BANKENMARKT Politische Verunsicherung bremst Banken-Konsolidierung Italiens Bankenlandschaft hat sich in den letzten Jahren neu sortiert, und von den einst über 900 Kreditinstituten blieb innerhalb weniger Jahre nur noch beinahe die Hälfte übrig. Der Konsolidierungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Doch die wachsende Isolierung Italiens, die Anti-Europa-Politik der seit einem Jahr amtierenden Koalitionsregierung und die schwache wirtschaftliche Performance des Landes halten potenzielle Investoren fern von Unternehmen und Banken. Der Generaldirektor des Bankenverbands ABI (Associazione Bancaria Italiana), Giovanni Sabatini, zeigte sich unlängst davon überzeugt, dass künftig nur mehr 113 unabhängige Bankgruppen in Italien agieren werden (siehe dazu auch das folgende Interview). 24 07 // 2019

MARKT Pier Carlo Padoan, ehemaliger Finanzminister (2013 bis 2018) und Chefökonom der OECD, befürchtet, dass der Konsolidierungsprozess ins Stocken geraten sei. Zwar wurden von der Vorgängerregierung in den letzten Jahren mit den Reformen der Volksbanken, der genossenschaftlich organisierten Banken und der Bankstiftungen die besten Voraussetzungen für die Konsolidierung im Kreditwesen geschaffen. Die Isolierung Italiens sei jedoch nach den Europawahlen – mit dem deutlichen Sieg der rechtsradikalen Lega – noch verstärkt worden, sagte Padoan vor dem Foreign Press Club in Mailand. Potenzielle Investoren würden vorsichtig, sich in Italien zu engagieren. Seit Mitte 2018 hat sich die Anzahl der genossenschaftlich organisierten Banken von 58 auf 52 Gruppen verringert. Hinzu kommen noch weitere 104 unabhängige Genossenschaftsbanken, die keiner Gruppe zuzuordnen sind. Vor zehn Jahren gab es noch 327 Genossenschaftsbanken. Zwar ist Italien auch mit dem Abbau der Bankfilialen vorangekommen. Innerhalb von zehn Jahren hat sich deren Anzahl um ein Viertel auf 25.400, die Anzahl der Beschäftigten um ein Fünftel, auf 280.000 Personen, verringert. Um die Rentabilität zu verbessern, stehen noch weitere Filialschließungen und Personalabbau bevor. Nationale Zusammenschlüsse haben Vorrang Allgemein herrscht Einigkeit darüber, dass Cross-Border-Transaktionen im Bankenwesen noch verfrüht sind, jedoch nationale Zusammenschlüsse beschleunigt werden müssten. „Der Regulierungsrahmen auf EU-Ebene muss verbessert werden, bevor es zu europaweiten Mergers kommt“, heißt es denn auch in der Mailänder Rechtanwaltskanzlei von Cleary Gottlieb, wo Bankexpertin Laura Prosperetti auf die Notwendigkeit von Fusionen auf nationaler Ebene verweist. Vor allem bei den süditalienischen Banken herrsche ein „Konsolidierungs-Nachholbedarf “. Der Präsident der französischen Großbank Société Générale, Lorenzo Bini Smaghi, ist der Ansicht, dass Italien mehr Großbanken benötige. Dabei hätten nationale Zusammenschlüsse Vorrang vor internationalen Cross Border Deals, die noch zahlreiche politische und regulatorische Hürden mit sich brächten. Nationale Fusionen hingegen böten die Chance, durch Vereinheitlichung der IT, die Bildung größerer Einheiten, Filialschließungen und Personalabbau Synergien zu erreichen, so das ehemalige EZB-Direktoriumsmitglied. Italien habe mit Unicredit und Intesa Sanpaolo derzeit nur zwei Großbanken, da sei noch Spielraum für mindestens zwei bis drei weitere Großbanken. Bini Smaghi ließ keinen Zweifel daran, dass der Konsolidierungsprozess sowohl auf italienischer als auch auf europäischer Ebene beschleunigt werden müsse, auch um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Banken gegenüber den Banken aus den USA und China zu stärken. Cross Border Deals verfrüht Carlo Messina, Chef der nach ihrer Kapitalisierung gemessen größten Bank Italiens und der viertgrößten Europas, Intesa Sanpaolo, meint, dass es für Cross-Border-Transaktionen noch zu früh sei. Vorerst müssten dementsprechende Regeln auf europäischer Ebene erlassen werden. Seine Bank selbst peile weder im In- noch im Ausland weitere Akquisitionen an und wolle sich auf organisches Wachstum konzentrieren. Einzig im Asset Management sei noch Spielraum vorhanden. Bekanntlich hatte die Mailänder Großbank vor zwei Jahren die beiden nordostitalienischen Krisenbanken Banco Popolare di Vicenza und Veneto Banca übernommen. Der Staat hatte die beiden zahlungsunfähig gewordenen Banken zum Symbolpreis von einem Euro abgegeben und selbst die faulen Kredite übernommen. Messina beteuerte im Gespräch mit „die bank“, dass er weder an der Krisenbank aus Genua (Carige) noch an Monte dei Paschi di Siena (MPS) interessiert sei, denn er erwarte sich von einer weiteren Übernahme keinen Mehrwert. Auch habe er keine Cross Border Transaction im Visier. Eine verbesserte Rentabilität, eine Steigerung des Gewinns pro Aktie, sei nur durch weitere Kostensenkungen und Investitionen in Digitalisierung und neue Technologien möglich. Intesa Sanpaolo wies 2018 eine Kosten- Ertrags-Relation von 53,6 Prozent auf und liegt damit nicht nur im italienischen, sondern auch im europäischen Vergleich im Spitzenfeld. 07 // 2019 25

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