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die bank 06 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

und Transphobie, tragen

und Transphobie, tragen alle Mitarbeiter als Zeichen der Solidarität ein Teil in lila, sei es Krawatte, Kostüm, Socken oder auch Tuch. Einen festen Dresscode gebe es auch in den anderen Filialen nicht, unterstreicht Sprecher Christian Hotz, und verweist darauf, dass sich die Mitarbeiter mit Fingerspitzengefühl auf ihre Kunden einstellten. „Bei einer Beratung zur Unternehmensnachfolge etwa in Hamburg dürfte der traditionell blaue Anzug angesagt sein, während man Start-ups in Berlin vielleicht eher im Smart-Casual-Outfit besucht.“ Die Commerzbank hält es ähnlich wie der Marktführer. „Kundenkontakt bedingt ein gepflegtes Erscheinungsbild, das erwarten wir von unseren Mitarbeitern. Die Kleidung sollte einfach zum jeweiligen Aufgabengebiet passen.“ Die Kleidung sollte zum Aufgabengebiet passen Wenn Jens Huchting beim Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal Bank in die Kantine geht, schätzt er die Zahl der Krawattenträger immer noch auf rund 70 Prozent. Feste Regeln im Sinne eines Dresscodes gebe es jedoch nicht – selbst in Vorstandssitzungen sei der Schlips keine Pflicht mehr. Wenngleich die Vielfalt im Lauf der Jahre größer geworden sei, beobachtet der Managing Director Group Human Resources & Infrastructure bei den Mitarbeitern eine hohe Eigenverantwortung bei der Auswahl ihrer Outfits. Sollte es wirklich einmal zu locker werden, würden die Kollegen untereinander das Gespräch suchen. Schließlich bewege man sich in einem professionellen Kontext. Kurze Hosen gehen da beispielsweise gar nicht. „Das würde zu einer Bank auch gar nicht passen.“ Wichtig sei für ihn, so Huchting, dass Kleidung und Persönlichkeit harmonisch zusammenspielen. Auch bei der HSBC Deutschland hat man die einst eher strikte Kleiderordnung deutlich variiert. Die Bank erwarte „bankkonforme“ Kleidung, sagt deren Sprecher Jens Friedrich. Was „bankkonform“ ist, hat sich in den vergangenen Jahren allerdings deutlich verändert. „Heute empfiehlt der Dresscode eine Orientierung entlang der täglichen Aufgaben und Termine.“ Das bedeute für alle Mitarbeitenden über alle Hierarchie-Ebenen hinweg die gesamte Bandbreite an Möglichkeiten von Smart Casual bei internen Terminen sowie Kostüm und Anzug im direkten Kontakt mit Kunden. Selbst Top-Führungskräfte verzichteten immer öfter auf Krawatte und auch auf den Anzug bzw. das Kostüm. Während die großen Institute von schriftlichen Anweisungen absehen, können Mitarbeiter der Augsburger Fürst Fugger Privatbank in der Betriebsordnung nachlesen, welchen Kleidungsstil ihr Arbeitgeber erwartet. Dieser solle zum Erscheinungsbild einer Privatbank passen, heißt es da. Dazu gehöre auch ein gepflegtes Äußeres. „Detaillierte strikte Vorschriften haben wir zwar nicht“, stellt Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Fritz klar. Weder beim Stil, noch bei den Farben. Mitarbeiter mit Kundenkontakt müssten aber immer einen Anzug mit Krawatte tragen und die 22 06 // 2019

MANAGEMENT Gewinnerlook Damen ein kniebedeckendes Kostüm oder einen Hosenanzug. Mit der firmeneigenen Krawatte in dunkelblau mit Lilien hält es allerdings auch CEO Fritz locker. „Die trage ich so gut wie nie.“ Für Mitarbeiter ohne Kundenkontakt gelte der Stil Smart Casual. An Diskussionen über einen unpassenden Auftritt kann sich CEO Fritz nicht erinnern. „In einer Privatbank weiß jeder, was ein angemessenes Erscheinungsbild ausmacht.“ Kleider machen Leute Kleider machen Leute. Das weiß man nicht erst seit Gottfrieds Kellers gleichnamiger Novelle. Auch für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch und die Karriere ist die Wirkung von guter Kleidung nicht zu unterschätzen. „Was darunter zu verstehen ist, war früher einfacher“, findet Angela Westdorf, Managing Partner bei der Personalberatung Signium Deutschland. „Der Mann kam in Anzug und Krawatte, die Frau in Kostüm und Bluse oder Hosenanzug. Heute muss man sich viel stärker an das Umfeld anpassen und dann auch noch seinen individuellen Stil finden.“ Der sollte nicht überkandidelt, aber auch nicht 08/15 sein. Wie casual oder smart das Outfit sein sollte bzw. sein darf, gibt sie Kandidaten deshalb oftmals mit auf den Weg. Zu salopp, etwa Jeans bei der Bewerbung, ginge auf keinen Fall. Selbst in der Fitnessbranche erinnert sich die Beraterin an einen Fall, in dem ein Kandidat in Hoodie, Sneaker und Jeans erschien. „Der war sofort draußen.“ Ohnehin mag es nicht jeder leger. Jüngst hat Filialleiterin Chucher per Mail die Beschwerde eines Kunden erreicht. Es sei doch nicht zeitgemäß, schrieb dieser, dass sein Berater heute noch zum Tragen einer Krawatte gezwungen werde. Chucher bat den Unternehmer in die Filiale, die dieser überrascht mit der Erkenntnis verließ: Der Mitarbeiter trägt die Krawatte gern und ganz freiwillig. Das dürfte einen ganz besonders freuen: den Hersteller. Weil immer mehr Männer oben ohne gehen, ist der Verkauf von Schlipsen in Deutschland zwischen 2010 und 2018 von 18,2 Millionen auf nur noch 16,3 Millionen gesunken. Der Umsatz mit dem Accessoire fiel von 137 Mio. auf 93 Mio. €. Mit der neuen Lockerheit der Banker dürfte es dem Binder künftig noch stärker an den Kragen gehen. Autorin Eli Hamacher ist Diplom-Volkswirtin und arbeitet seit 30 Jahren als Wirtschaftsjournalistin. Die Freelancerin schreibt für „die bank“ vor allem über die Branche und Porträts über einzelne Unternehmen. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeit sind Auslandsmärkte. 06 // 2019 23

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