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diebank 06 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

BERUF & KARRIERE 111

BERUF & KARRIERE 111 JAHRE BVV Betriebliche Altersversorgung im Wandel der Zeit Herausfordernde Entwicklungen an den Kapitalmärkten sowie ein sich spürbar verändernder Kundenbedarf prägen aktuell die betriebliche Altersversorgung (bAV). Dabei ist es insbesondere für Finanzdienstleister wichtig, ein hohes Maß an Veränderungsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit zu zeigen – ohne dabei die eigenen Grundwerte aus den Augen zu verlieren. Ein Praxisbeispiel dafür ist der Versicherungsverein des Bankgewerbes a. G. (BVV), der in diesem Jahr sein 111-jähriges Bestehen feiert. Der BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a. G. ist, gemessen am verwalteten Vermögen von rund 30,7 Mrd. €, Deutschlands größte Pensionskasse. Mit rund 800 Mitgliedsunternehmen, über 475.000 Versicherten und Rentnern bietet er für die Beschäftigten der Banken- und Finanzdienstleistungsbranche zuverlässige Leistungen rund um die bAV. Bei seinen Kunden bekannt als das zentrale Versorgungswerk der deutschen Kreditinstitute, gestaltet der BVV maßgeblich die Zukunft der bAV – und das seit nunmehr 111 Jahren. Die Gründung Am 11. Juli 1909 wurde der BVV von 65 führenden Persönlichkeiten der Bankenbranche in Berlin als „Beamtenversicherungsverein des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes auf Gegenseitigkeit“ gegründet. Abbildung ÿ 1 zeigt die Gründungsurkunde, ausgestellt vom Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privatversicherung, sowie die Aufnahmebestätigung für Paul Schütt, den ersten im BVV registrierten Bankbeamten. Ziel des BVV war es, als selbstständige und unabhängige Einrichtung seinen Mitgliedern einen bis dato nie dagewesenen Rechtsanspruch auf die zugesagten Leistungen der bAV zu gewährleisten. Die neu gegründete Pensionskasse sollte zudem paritätisch organisiert sein, um die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern umfassend zu berücksichtigen. Die Gründungsväter des BVV haben mit dieser zur Kaiserzeit ungewöhnlichen Entscheidung den Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung des BVV gelegt. Dabei bewährt sich der Vereinsgedanke – als Grundprinzip und Alleinstellungsmerkmal – bei den Kunden des BVV bis heute. Die ersten Jahre bis zur Hyperinflation Ende 1913 zählte der BVV bereits rund 36.000 Mitglieder. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte der BVV seine erste wirtschaftliche Herausforderung zu bewältigen. Trotz der sich anbahnenden Großen Inflation konnte die junge Pensionskasse gestärkt aus der Krise hervorgehen. Zugute kam dem Unternehmen, dass infolge des stetigen Geldwertverlusts die Banken zur Bewältigung der Banknotenflut verstärkt Personal einstellten. Dies führte zu vermehrten Beitragseinnahmen. Die NS-Zeit und die Kriegsjahre Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 kennzeichnete den Wendepunkt in der geschichtlichen Entwicklung des BVV. Unter der NS-Diktatur und der damit verbundenen Gleichschaltung des öffentlichen und politischen Lebens sah sich der BVV seiner Grundwerte – der Unabhängigkeit und paritätischen Selbstverwaltung – beraubt. Im Rahmen einer außerordentlichen Generalversammlung am 21. Dezember 1935 entschieden die Mitglieder, den BVV als privates Versicherungsunternehmen weiterzuführen. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass der BVV trotz der Abschaffung des Sozialversicherungssystems weiterhin bestehen blieb. Als Folge des Kriegs wurde das Verwaltungsgebäude des BVV in der Französischen Straße in Berlin schwer beschädigt. Einzelne Betriebsteile mussten deshalb ausgelagert werden. Nach dem Krieg wurde der Geschäftsbetrieb erst einmal eingestellt, u. a. zugunsten des Wiederaufbaus des Landes. Die Nachkriegszeit und deutsche Teilung Erst im Oktober 1947 nahm der BVV seine Tätigkeit als paritätisch organisierte Pensionskasse wieder auf. Die Hoffnung auf einen sofortigen erfolgreichen Neustart erfüllte sich nicht. Herbe Vermögensverluste, resultierend aus der sich anbahnenden Währungsreform 1948, bedrohten den BVV in seiner Existenz. 66 06 // 2020

BERUF & KARRIERE Durch die Währungsumstellung verlor der BVV nahezu sein gesamtes Vermögen, da vorwiegend in Staatsanleihen investiert worden war. Mit dem Ende der NS-Zeit waren sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten des Deutschen Reichs erloschen und die Anleihen waren wertlos geworden. Die darauffolgenden Jahre von 1961 bis zum Fall der Mauer am 9. November 1989 stellten die deutsche Gesellschaft durch die Teilung des Landes auf eine harte Probe. Für den BVV markierten sie indes den Aufstieg in ein neues Zeitalter. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die weitreichende Sozialreform des Gesetzgebers im Jahre 1956. Deren Kerngedanke war, die Renten fortlaufend an die Lohnentwicklung anzupassen. Die Reform führte zur Verabschiedung des Gesetzes über die Neuregelung der Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten, das die Grundlage für die Dynamisierung der gesetzlichen Rente, des Umlageverfahrens und damit des Generationenvertrags bildete. Die gesetzlichen Änderungen hatten zur Folge, dass der BVV im Jahresrhythmus seine Beitragsklassen aufstockte. Im Jahr 1967 wurde die Hinterbliebenenversorgung weiter ausgebaut. Die stetig steigende Zahl der Mitglieder, die dynamische Entwicklung ihrer Gehälter sowie die Ausweitung der Beitragsklassen begünstigten den Aufschwung des BVV. Im Jahr 1971 betrug das Bilanzvolumen des BVV erstmalig mehr als 1 Mrd. D-Mark. Der Weg zur größten Pensionskasse Deutschlands Nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland blieb der BVV auf Erfolgskurs und baute sein Angebotsspektrum weiter aus. So beschlossen die Mitglieder des BVV auf der Mitgliederversammlung am 28. April 1999 die Gründung einer Unterstützungskasse als BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e. V., deren Verwaltung vollständig vom BVV Versicherungsverein übernommen wurde. Rainer Jakubowski, seit April 2001 Mitglied des Vorstands, erinnert sich: „Für uns als BVV standen schon immer die Bedürfnisse unserer Kunden im Fokus – auch mit Blick auf die Struktur des BVV-Verbunds. Nachdem durch das Betriebsrentengesetz 1997 klargestellt wurde, dass die rückgedeckte Unterstützungskasse unter die Definition der betrieblichen Altersversorgung fiel, wollten wir unseren Mitgliedsunternehmen auch diesen Durchführungsweg anbieten.“ Mithilfe der BVV Unterstützungskasse profitieren die Mitglieder von der Steuerfreiheit der Beiträge in unbegrenzter Höhe. Angesichts der wachsenden Bedeutung der bAV in den Folgejahren baute der BVV seine Produktpalette weiter aus: Den Mitgliedsunternehmen stand ab 2008 mit der Gründung der BVV Pensionsfonds des Bankgewerbes AG ein dritter Durchführungsweg zur Verfügung. Die Mitglieder des BVV besaßen nun die Möglichkeit, ihre Pensionszusagen lohnsteuerfrei auf den BVV Pensionsfonds auszulagern. „Durch die Kombination des BVV Pensionsfonds mit der BVV Versorgungskasse können die Pensionszusagen bedarfsgerecht übernommen und ausfinanziert werden“, so Dr. Helmut Aden, seit Mai 2006 Mitglied des Vorstands. „Als BVV haben wir damit erneut den Anforderungen der Zeit und unserer Kunden Rechnung getragen.“ 06 // 2020 67

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