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diebank 06 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 1 | Region Europa

MARKT 1 | Region Europa Historical Sharp, short shutdown Similar to 2008 Severe recession 1,6 % 21,7 % 22,3 % 13,9 % 12,8 % 5,4 % 4,8 % 2018 2019 2020 2021 ter verschiedenen Szenarien und makroökonomischen Schocks adressiert. In den drei Szenarien kommen die Analysten zu dem Schluss, dass die tatsächlichen Ausfallraten in diesem und im nächsten Jahr neben der Länge und Schwere des durch die Pandemie verursachten Abschwungs auch von den Auswirkungen auf den Sektor und die Unternehmen abhängen werden. Die Entwicklung der Ausfallraten – je nach Szenario – sind der Darstellung ÿ 1 zu entnehmen. Im Szenario 1 („kurzer, scharfer Einbruch“) gehen die Analysten von einer schwerwiegenden Unterbrechung der Wirtschaftstätigkeit in der ersten Jahreshälfte 2020 aus. Während dieser Zeit werden erhebliche monetäre und fiskalische Anreize gesetzt, um die wirtschaftliche Störung auszugleichen und die Erholung zu unterstützen. In diesem Szenario würde das BIP-Wachstum in den USA und den wichtigsten europäischen Volkswirtschaften im zweiten Quartal deutlich zurückgehen und die Schwäche bis in das dritte Quartal andauern, gefolgt von einer Erholung im vierten Quartal 2020. In diesem scharfen, aber relativ kurzlebigen Abschwungszenario würde die US-Arbeitslosenquote in den drei Monaten bis Februar 2021 durchschnittlich 6,1 Prozent erreichen (nach 3,5 Prozent im Februar 2020), während die Spreads für hochverzinsliche Anleihen (High Yields) auf 1.060 Basispunkte und die weltweite Ausfallrate auf 6,8 Prozent ansteigen. In der regionalen Betrachtung würde sich die Ausfallrate in den USA von derzeit 4,5 Prozent bis Ende 2020 auf 7,7 Prozent und in Europa von derzeit 1,5 Prozent auf 4,8 Prozent erhöhen. In diefungszyklus im Anleihemarkt rechnen die Experten von der Bank of America. Allein in Europa existierten Anleihen mit dem relativ mäßigen Rating „BBB“ in der Höhe von rund 900 Mrd. €. Führt boomendes Kreditgeschäft zu hohen Ausfallraten? Vor dem Hintergrund der milliardenschweren Hilfspakete der Bundesregierung verzeichnen die deutschen Kreditinstitute eine hohe Nachfrage nach Krediten. Wie aus Kreisen vieler Banken zu hören ist, haben viele Unternehmen damit begonnen, ihre bestehenden Kreditlinien zu ziehen und neue Kredite zu beantragen. Mit dem Anstieg der Kreditvergabe könnte auch die Quote der ausfallgefährdeten Kredite nach oben schießen. Mit der Verschlechterung der Verbrauchernachfrage und der Unterbrechung der Lieferketten als Folge der Pandemie könnten die Einnahmen und Margen der meisten Unternehmen in den verschiedenen Sektoren unter Druck geraten. Zu den Sektoren, die von der Krise am stärksten betroffen werden, zählen Fluggesellschaften, Kreuzfahrtschiffe, der Non-Food-Einzelhandel und die Automobilbranche. Gleichzeitig werde der Ölpreisschock die Emittenten im deutschen Ölund Gassektor unter Druck setzen, heißt es in einer Studie der LBBW. Bei den großen deutschen Bankgruppen belief sich der Anteil notleidender Kredite an den vergebenen Krediten (Stand April 2020) auf nur 1,2 Prozent, und damit auf einem leicht besseren Niveau als in den Vorjahren, erläutert Bernhard Held, Ratinganalyst bei Moody’s, und bezieht sich dabei auf Zahlen der Europäischen Zentralbank. In Europa hingegen lieg der Anteil von Problemkrediten bei 3,2 Prozent. Mit Blick auf die Folgen des Corona-Schocks erwartet Held für das deutsche Bankensystem insgesamt keine markante Verschlechterung der Kapital- und Liquiditätskennzahlen. Wenngleich die Puffer der deutschen Banken deutlich auskömmlicher seien als zu Zeiten der globalen Finanzkrise, könnten bei einer ausgedehnten wirtschaftlichen Belastung – die den Rahmen von Moodys‘s Basis-Szenario eines 3-prozentigen Rückgangs der deutschen Wirtschaftsleistung 2020 und einer Erholung ab dem zweiten Halbjahr dieses Jahres sprengt – die Kapitalquoten unter Druck geraten, führt Held weiter aus. Mitte April haben sich die Aussichten für das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Europa jedoch weiter verdüstert. So rechnet die Bundesregierung für das Jahr 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 6,3 Prozent. Für die Eurozone geht die UBS von einem BIP-Einbruch von 6,1 Prozent aus, nach zuvor -4,5 Prozent. Ausfallraten könnten je nach Szenario extrem steigen Im Vergleich zu den Schockwellen, die seinerzeit von den Banken über einen plötzlichen Stopp der Kreditvergabe auf den Unternehmenssektor übersprangen, bekommen die Auswirkungen diesmal zunächst die Unternehmen spüren. In ihrer Ende März veröffentlichten Studie hat die Ratingagentur Moody‘s häufig gestellte Fragen zu den Ausfallraten un- 10 06 // 2020

MARKT 2 | Moody's Szenario-Analyse Globale gleitende 12-Monatsausfallraten für den spekulativen Bereich Zeitperiode / Szenario Aktuell Szenario Finanzkrise 2008 / 2009 Februar 2020 scharfer, kurzer Einbruch Ähnlich wie 2008 Schwere Rezession Ausfallrate (12-Monats-Prognose) 13,4 % 3,1 % 6,8 % 16,1 % 20,8 % US-Arbeitslosenrate (Peak) 10,5 % 3,5 % 6,1 % 10,0 % 15,0 % US High-Yield-Spread (Peak) 1.833 500 1.060 1.833 2.500 EU Arbeitslosenrate (Peak) 10,3 % 8,3 % 9,7 % 12,5 % 15,0% EU High-Yield-Spread (Peak) 1.949 419 1.014 1.949 2.500 sem Kontext ist darauf hinzuweisen, dass die Arbeitslosenquote in den USA bereits per Ende Mai auf 15 Prozent gestiegen ist. Im zweiten Szenario („Ähnlich wie 2008“) geht Moody`s davon aus, dass es infolge der weiteren Ausbreitung des Virus und der Ausdehnung der Bewegungseinschränkungen zu Turbulenzen an den Finanzmärkten und letztlich zu einer weltweiten Rezession kommt, die über einen Zeitraum von zwölf Monaten anhalten wird. Diese wirtschaftlichen Störungen seien mit den Bedingungen während der globalen Finanzkrise vergleichbar. In einem solchen Umfeld würde die weltweite Ausfallrate für spekulativ eingestufte Kredite bis Ende 2020 auf 14,2 Prozent und bis Februar 2021 weiter auf 16,1 Prozent ansteigen. Diese Niveaus würden den Spitzenwert der spekulativen Ausfallrate von 13,4 Prozent während der Finanzkrise übertreffen. In der regionalen Perspektive würde die Ausfallrate in den USA auf 16,2 Prozent steigen und damit den Höchststand von 14,7 Prozent im Jahr 2009 übertreffen. In Europa hingegen würde die Ausfallrate bis Ende 2020 auf 12,8 Prozent ansteigen und damit nahe an den Spitzenwert von 13,1 Prozent während der Finanzkrise heranreichen. ÿ 2 Für das dritte Szenario („Schwere Rezession“) wird angenommen, dass sich die Eindämmung des Virus als äußerst schwierig erweist, die Wirtschaftstätigkeit stark eingeschränkt wird und das Vertrauen von Unternehmen und Verbrauchern zusammenbricht. Die daraus resultierende Rezession wäre sehr tief und würde sich schneller als im vorherigen Szenario entfalten. Unterdessen würden die High- Yield-Spreads bis Ende April einen extremen Wert von 2.500 Basispunkten erreichen, während die US-Arbeitslosenquote bis Ende Mai auf 15 Prozent ansteigen würde. In diesem extremen Umfeld könnte die globale Ausfallrate bis Februar 2021 auf 20,8 Prozent ansteigen. Nach Regionen würde sich die Ausfallrate bis Ende 2020 in den USA auf 18,4 Prozent und in Europa auf 21,7 Prozent erhöhen. Europas Banken verfügen über hohe Puffer Die europäischen Banken verfügen zwar inzwischen über komfortable Kapital- und Liquiditätspuffer. Dennoch hätten die Banken aufgrund der schwachen Ertragslage nur einen begrenzten Spielraum, um eine erhebliche Erhöhung der Kreditrückstellungen oder einen erheblichen Ertragsverlust aufzufangen, heißt es in einer aktuellen Studie von S&P. Dabei sind die Analysten noch davon ausgegangen, dass sich die Wirtschaft im dritten Quartal zu erholen beginnt. Laut S&P beliefen sich die CET1-Ratios europäischer Banken zum Jahresende 2019 auf 12 bis 20 Prozent. Zu den Banken mit den höchsten Kapitalratios zählen die nordischen Institute – die im

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