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diebank 05 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

DIGITALISIERUNG

DIGITALISIERUNG ÜBERBLICK: FINTECH-SZENE IN DEUTSCHLAND „Junge Wilde“ im Rampenlicht Berlin, München, Frankfurt und Hamburg sind die einschlägigen Gravitationszentren für viele FinTechs. Viele dieser Start-ups haben mit ihren datenorientierten und skalierbaren Geschäftsmodellen die Finanzindustrie verändert oder weisen ein disruptives Potenzial auf. Künstliche Intelligenz, Chatbots und Co. haben einen Reifegrad erreicht, der es Instituten erlaubt, signifikante Wettbewerbsvorteile zu generieren. Deshalb setzen Banken und FinTechs vermehrt auf Kooperation. 40 05 // 2020

DIGITALISIERUNG Sie heißen N26 und Wirecard. Die Berliner Smartphone-Direktbank und der Zahlungsdiensteanbieter aus dem Münchner Umland zählen zu den Gipfelstürmern in der deutschen Gründerszene. Die Digitalbank N26 war Anfang Januar 2019 das erste deutsche FinTech mit einer Bewertung von mehr als 1 Mrd. € und darf seither im Fachjargon als Einhorn bezeichnet werden. Die Wirecard AG schaffte hingegen schon im Jahr 2018 den Sprung in den Deutschen Aktienindex (DAX) und entlockte damals vielen Branchenkennern ebenso ein kräftiges „Chapeau“! Aber was unterscheidet FinTechs von etablierten Finanzdienstleistern? Unterschiedliche Geschäftsfelder „FinTechs sind in erster Linie schneller, haben einen technologischen Vorsprung, agieren sie doch im Vergleich zum Rest der Branche ohne Altlasten“, analysiert Boris Strucken, Leiter Innovationen im Bereich Banking für Europa bei FIS und stellt fest: „Es geht in erster Linie darum, aggressiv und schnell Marktanteile zu gewinnen und den Verdrängungswettbewerb anzuheizen. Gewinne und Margen können erst später kommen. Und zwar dann, wenn sich die neuen Geschäftsmodelle dauerhaft etabliert haben und durch die Masse an Usern sodann wirtschaftlich auszahlen.“ Das wissen auch Banken, Versicherer und Wagniskapitalgeber. Daher versuchen diese, das erkennbare Innovationspotenzial für sich zu nutzen. Der FinTech-Kooperationsradar der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC sieht vor allem FinTechs auf der Erfolgsspur, die Produkte rund um Immobilien (PropTechs), Finanzierungen, Versicherungsprodukte (InsureTechs), Investmentprodukte oder etwa Zahlungsvorgänge optimieren und in einem neuen digitalen Gewand anbieten. Finanzielle Beteiligungen en vogue Gemäß der vorgenannten Studie von PwC gab es im Jahr 2019 einen neuen Rekord bei FinTech-Kooperationen. Vor allem Deutschlands Banken investierten kräftig in diese Start-ups und damit auch in deren digitales Know-how. Allein zwischen Januar und Juli 2019 gab es insgesamt 36 direkte Beteiligungen. Dies waren in nur sieben Monaten nahezu genauso viele Beteiligungen wie in den Gesamtjahren 2017 (35) und 2018 (39). Ähnlich verhält es sich auch bei den deutschen Versicherern. Diese investierten rekordverdächtig und bereits bis Ende Juli 2019 in 20 Fin- Techs. Im Vergleich dazu lag die Anzahl für das Gesamtjahr 2018 bei 28 Beteiligungen. Damit rangierten Bankinstitute mit zuletzt 693 gezählten FinTech-Kooperationen nach wie vor deutlich auf Platz eins der Rangliste, gefolgt von Versicherungen (354) sowie Medienunternehmen (127). „Der Einsatz von Beteiligungskapital unterstreicht, dass es den etablierten Finanzdienstleistern mit den Kooperationen wirklich ernst ist. Und je stärker das finanzielle Engagement ausfällt, desto größer dürfte am Ende auch die Chance sein, dass die Kooperation zu einem Erfolg wird“, kommentiert Sascha Demgensky, FinTech-Experte bei PwC, die Ergebnisse. Solide Datengrundlage Seit 2012 hat der Kooperationsradar rund 2.100 Fälle gezählt, in denen deutsche Finanztechnologie-Start-ups eine Kooperation mit einer Bank, einem Versicherer, einem weiteren etablierten Unternehmen oder einem anderen Start-up eingegangen sind. Die Daten für den zweiten PwC Fin- Tech Kooperationsradar stammen von der Barkow Consulting FinTech Money Map. Sie ist Deutschlands führende und meistgenutzte Datenbank für Start-ups, Venture Capital sowie Kooperationen im Bereich FinTechs. Ob die Anzahl der Kooperationen unter anderem auch aufgrund der Coronakrise in Zukunft ansteigt, wird freilich die Zeit zeigen. Optimismus trotz Rezession „Die Arroganz der Banken ist gegenüber FinTechs in den vergangenen Jahren merklich gewichen, weil gerade Bankenkrise und Digitalisierung für das Entstehen dieser technologieorientierten Start-ups verantwortlich sind. Das Gute daran: Mittlerweile wissen Banken und FinTechs gleichermaßen, dass sie einander brauchen. Und das vor allem in Krisenzeiten“, sagt Kilian Thalhammer, Business Angel und Geschäftsführer der PBA Experts GmbH. Diesen Optimismus teilen ebenso 100 FinTech-Gründer, die aktuell zur Auswirkung der Coronakrise auf das eigene Geschäftsmodell in einer Blitzumfrage von Finance Forward im März 2020 befragt wurden. Folglich glaubt die Mehrheit der Befragten, dass sie von der Krise sogar profitieren wird, da die Rezession einen weiteren Digitalisierungsschub erzeugt. Das könne man in Zukunft unter anderem durch die ortsunabhängige und digitale Organisation von Bankgeschäften via Smartphone oder Tablet gut belegen. Dennoch prüfen aktuell immerhin 60 Prozent der befragten FinTech-CEOs die Option von Staatshilfen. Die aktuelle Entwicklung beurteilt Harald Patt, Managing Director der Fosun Group und CEO vom Fosun Europe Innovation Hub, etwas kritischer. Er meint: „Es wird durch Covid-19 eine ’natürliche Selektion‘ angestoßen. Sicherlich wird es nicht nur Verlierer geben, aber aktuell befinden wir uns alle im Krisenmodus, und die Corona-Pandemie wird vermutlich in fast allen Segmenten zu Umsatzrückgängen führen.“ Die Zeit in der Krise sei ferner für die FinTech-Szene sicherlich so hart, wie überall, „zumal es keinerlei Planungsdaten hinsichtlich des zeitlichen Horizonts gibt“, ergänzt Patt. 05 // 2020 41

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