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diebank 05 // 2019

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

REGULIERUNG Z Z

REGULIERUNG Z Z Basisszenario: In diesem Szenario könnte sich der Wachstumstrend bereits auf 9,2 Mrd. € abschwächen. Worst Case: Sollte die Entwicklung der Konjunktur negativ verlaufen, wäre ohne Optimierung der Kostenstruktur ein Gewinneinbruch auf 8 Prozent im nächsten Jahr möglich. Zusätzlich erhöht die zunehmende Konkurrenz durch Auslandsbanken und ihre Zweigstellen den Druck auf die hiesigen Geldhäuser. Ein komplett anderes Bild zeigt sich hingegen auf der anderen Seite des Atlantiks: Die amerikanischen Bankenwerte wie Goldman Sachs, Morgan Stanley, Citigroup und Co. haben nach der Finanzmarktkrise nur einen Bruchteil ihrer Milliardengewinne eingebüßt und sich wieder zunehmend erholt. So konnte etwa die US-Investmentbank Goldman Sachs im Geschäftsjahr 2018 einen Gewinn nach Steuern von über 10 Mrd. US-$ für sich verbuchen. Umgerechnet sind das rund 8,8 Mrd. € und damit 144 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Dank der Abkehr der amerikanischen Notenbank Fed von der Niedrigzinspolitik, guter Geschäfte an den Finanzmärkten und der von US-Präsident Donald Trump umgesetzten Steuerreform sah es ähnlich gut aus bei Morgan Stanley, der Citigroup und der Bank of America. Wie letztere bekannt gab, belief sich der Gewinn nach Steuern im Gesamtjahr 2018 auf 28,15 Mrd. US-$ nach einem bereits stattlichen Nachsteuergewinn von 18,23 Mrd. US-$ im Vorjahr. Hohe Verschuldung und fehlende Marktbereinigung Die Nullzinspolitik befeuert zudem die zunehmende Verschuldung der EU-Mitgliedstaaten sowie der Unternehmen und sorgt damit für hohe Ausfallrisiken an den Finanzmärkten. In Griechenland betrug die Staatsverschuldung im 3. Quartal 2018 insgesamt 182,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in Italien lag sie ebenfalls bei 133 Prozent und in Portugal bei 125 Prozent. In der Europäischen Union gesamt belief sich die Staatsverschuldung im 3. Quartal 2018 auf rund 80,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine große Gefahr geht jedoch vom Unternehmenssektor aus. Da der Leitzins seine Lenkungsfunktion nahezu vollständig verloren hat, werden Unternehmen mit nicht tragfähigem und wettbewerbsfähigem Geschäftsmodell künstlich am Leben erhalten. Bestätigen sich die Vorhersagen, dass sich die Konjunktur zunehmend abkühlen wird, werden solche Wackelkandidaten mit hoher Wahrscheinlichkeit zunehmend in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Im schlimmsten Fall findet eine Bedienung der Kredite überhaupt nicht mehr statt, sodass diese notleidend werden. Der Unternehmenssektor ist damit prädestiniert, zum Systemrisiko zu werden. Laut der Wirtschaftsauskunftei Bürgel sollen allein in Deutschland 305.000 Unternehmen mit finanziellen Problemen und einem erhöhten Insolvenzrisiko in das Jahr 2019 gestartet sein. Das erhöht wiederum den Druck auf die Banken, die zur Absicherung dieser Risiken verschwindend geringe Eigenkapitalquoten haben – zumindest verglichen mit den Eigenkapitalquoten gut aufgestellter realwirtschaftlicher Unternehmen. Blasenbildung am Immobilienmarkt Nach dem aktuellen Marktbericht Deutschland von Engel & Völkers sind die Angebotspreise für Wohneigentum in den Städten seit 2013 dramatisch gestiegen. Aber auch die sogenannten Mittelstädte mit 20.000 bis 100.000 44 05 // 2019

REGULIERUNG 1 | Bestände Non-Performing-Loans in ausgewählten EU-Ländern in Mrd. € 200 180 160 140 120 100 80 60 40 20 0 Italien Frankreich Spanien Griechenland Großbritannien Deutschland Niederlande Portugal Irland 2017 3. Quartal 2018 Quelle: EBA Dashboard. Einwohnern, die im Speckgürtel der großen und hektischen Metropolen liegen, aber dennoch landschaftlich attraktiv sind, boomen und holen auf. So mussten angehende Immobilienbesitzer für eine Etagenwohnung in Freiburg im Breisgau im Jahr 2018 durchschnittlich 4.536 € pro Quadratmeter zahlen (plus 30 Prozent gegenüber 2013). In Regensburg kostete eine Etagenwohnung durchschnittlich 4.200 € pro Quadratmeter (plus 35 Prozent), und für Oldenburg nannte das Maklerbüro unter den gleichen Bedingungen einen Preis von 2.903 € (plus 55 Prozent). Übertroffen werden diese Zahlen durch die großen Metropolen wie Frankfurt und Berlin. In der Hauptstadt müssten Käufer für einen Quadratmeter durchschnittlich 4.353 €, und damit 69 Prozent mehr als noch im Jahr 2013, hinblättern. In Frankfurt am Main betrug der durchschnittliche Angebotspreis für eine Etagenwohnung 5.408 €, die Veränderung gegenüber 2013 belief sich auf 58 Prozent. Auch in den USA erreichen die Immobilienpreise nach einem bis 2006 einsetzenden Boom wieder neue Rekordwerte, wie der S&P/Case-Shiller Home Price Index von Standard & Poor’s zeigt. Demnach stiegen die Preise im Jahr 2017 um 6,26 Prozent an, ein Jahr zuvor belief sich der Anstieg auf 5,37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Gegensatz zu Europa hat die amerikanische Notenbank Fed die geldpolitischen Zügel jedoch rechtzeitig gestrafft. Eine neue Immobilienkrise in den USA dürfte daher wenig wahrscheinlich sein. Schwindendes Vertrauen der Markteilnehmer An vielen Stellen zeigt sich, dass der Integrationsmechanismus ins Stocken geraten ist. Viele Bürger wenden sich von der EU ab, wie die Brexit- Entscheidung der Briten und der aufkommende Populismus in vielen EU-Mitgliedstaaten zeigen. Dass der Unmut unter den Bürgern wächst, wundert jedoch kaum. So hat die Bankenrettung den Steuerzahler bereits viele Millionen Euro gekostet. Allein die Kosten zur Stabilisierung der Commerzbank beliefen sich für den Steuerzahler auf eine Summe von rund 4,6 Mrd. €. Für die Rettung der HSH Nordbank musste der Steuerzahler sogar 10,7 Mrd. € berappen. ÿ 2 Für reichlich Zündstoff sorgt zudem ein aktuelles Working Paper des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit dem klangvollen Namen „Monetary Policy with Negative Interest Rates: Decoupling Cash from Electronic Money“. Darin haben sich die Autoren Gedanken darüber gemacht, wie ein geldpolitisches System mit negativen Zinssätzen implementiert werden kann, dem sich so gut wie kein Sparer durch das Horten von Bargeld entziehen kann. Zu diesem Zweck schlagen sie zwei Parallelwährungen für Bargeld und elektronisches Geld vor, das sie kurz als E-Geld bezeichnen. Ein Umrechnungskurs soll dafür sorgen, dass Bargeld genau den gleichen Wert wie E-Geld besitzt, das mit einem Negativzinssatz belegt worden ist. Bei einem Strafzins von drei Prozent wären beispielsweise 100 € auf dem Konto nach einem Jahr nur noch 97 € wert. Gegenüber Bankguthaben würde Bargeld damit jeglichen Vorteil verlieren. Eckpunkte des Verordnungsvorschlags Am 20. September 2017 veröffentlichte das Europäische Parlament gemeinsam mit dem Europäischen Rat einen Verordnungsvor- 05 // 2019 45

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