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diebank 04 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT auf beiden

MANAGEMENT auf beiden Seiten der Plattform. „Die erweiterte Laufzeit von bis zu acht Jahren gibt unseren Kunden noch mehr Flexibilität, da Banken in Deutschland derart lange Laufzeiten zur unbesicherten Wachstumsfinanzierung in der Regel nicht anbieten.“ Im vergangenen Jahr konnten die Frankfurter mit der Commerzbank bereits einen ersten großen Referenzpartner gewinnen, brauchten dafür allerdings auch viel Geduld. Zweieinhalb Jahre seien vergangen, bis die Verträge unterschriftsreif gewesen seien, erzählt Thabe, der aus seiner Zeit als Bankmanager weiß, dass die Mühlen in der Branche langsam mahlen können. Bei Banken hatte er zehn Jahre lang Erfahrungen gesammelt, zunächst bei Goldman Sachs in London und schließlich bei der UBS in Zürich (siehe Kasten). „In dieser Zeit habe ich gelernt, wie die Kapitalmärkte funktionieren. Das hat mir bei der Gründung geholfen, zumindest einige Fehler zu vermeiden.“ Im Frühjahr 2019 hatte die Commerzbank ihr früheres Vorzeigeprojekt, die Peer-to-Peer- Lending-Plattform Main Funders, an creditshelf verkauft. Teil des Deals war auch, dass die Commerzbank Kreditanfragen, die bis dato dem Profil von Main Funders entsprachen, an creditshelf weiterreicht und dafür eine Provision für vermittelte Kredite erhält. Die Online-Plattform „Finanz-Magazin“ war beim Start des Bündnisses davon ausgegangen, dass die Commerzbank im abgelaufenen Jahr 30 Mio. € zu den arrangierten Krediten beitragen könnte. Sollte dieser Wert stimmen, wären dies immerhin rund 30 Prozent des Gesamtvolumens im Jahr 2019. Mittelfristig will Thabe Kredite im Wert von 500 Mio. € vermitteln, nennt aber keinen genauen Zeitrahmen. Dass Firmenkunden-FinTechs verstärkt auf große Banken zugehen, wertet eine Studie von Finance auch als Beleg dafür, dass diese FinTechs Schwierigkeiten haben, Firmenkunden zu erobern. Viele Kreditnehmer blickten noch verunsichert auf die neuen Angebote und setzten weiterhin auf ihre engen Beziehungen zu ihren Banken. Eine Herausforderung, die auch Thabe sieht und neben Kooperationen mit verstärktem Marketing gegensteuern will. Ein viermal jährlich erscheinendes Magazin soll die Bekanntheit ebenso pushen wie der Auftritt der Vorstände bei Branchenevents. Mit der Akquisition der Valendo GmbH erweiterte creditshelf schließlich im Oktober 2019 seine Produktpalette auf der Plattform um besicherte Kredite sowie entsprechende Softwarelösungen. Im gleichen Zug gewann creditshelf durch eine Kooperation Zugang 40 04 // 2020

MANAGEMENT zum Netzwerk des FinTech-Ökosystems Finleap, was weitere Wachstumschancen eröffnen soll. Für den Verkauf von Valendo sollen Finleap und andere Altgesellschafter insgesamt creditshelf-Aktien im Gegenwert von 1,2 Mio. € erhalten haben. Auf der Kreditgeberseite gewann das Fin- Tech mit dem Europäischen Investitionsfonds einen neuen Investor. Dieser sagte ein Ankerinvestment in Höhe von 30 Mio. € zu. Der erste Deutsche Market Lending Fonds soll nach dem Start KMU-Unternehmen in Deutschland vorrangige Finanzierungen bereitstellen, die creditshelf über seine Plattform arrangiert. Anleger scheinen noch nicht vollends überzeugt Trotz aller Umtriebigkeit bei Kooperationen, Produktportfolio und Marketing scheinen die Anleger noch nicht so richtig vom Geschäftsmodell überzeugt. Als eines der wenigen Fin- Techs ist creditshelf an der Börse notiert. Mit der Platzierung war im Juli 2018 ein Bruttoemissionserlös von 16,5 Mio. € erzielt worden. Vom damals festen Angebotspreis von 80 € ist der Kurs seitdem jedoch weit entfernt (siehe auch Interview auf Seite 42). Anders als viele FinTech-Kollegen, die zügig den Schritt nach Europa und einige sogar in die USA wagten, will creditshelf sich weiterhin dem deutschen Markt widmen, grundsätzlich schließt Thabe aber eine Internationalisierung zu einem späteren Zeitpunkt nicht aus. Auch in andere Bankbereiche wie Zahlungsverkehr wolle man nicht vordringen. Denkbar sind jedoch weitere Kooperationen mit Banken. Gleichzeitig will creditshelf noch näher an seine Kunden rücken. Nach Berlin hatte das Unternehmen im November vergangenen Jahres einen zweiten Standort in München eröffnet. Eine dritte Präsenz folgte jüngst in NRW. Deutlich Luft sieht Thabe noch bei der Schnelligkeit der Kreditentscheidung. „Im Idealfall muss das in Echtzeit gehen“, sagt der CEO. Die Analyse könnte noch verbessert werden, indem zum Beispiel in einem ersten Schritt nur die unbedingt erforderlichen Informationen zur Kreditwürdigkeit abgefragt würden. Sollte die Antwort dann schon ein klares Nein sein, spare man sich weitere Checks. Auf eine qualitative Analyse will das FinTech allerdings nicht verzichten. Weiter wachsen wird das Team. Ende vergangenen Jahres beschäftigte creditshelf rund 50 Mitarbeiter aus 16 Nationen. Wie viele technologieorientierte Unternehmen hat auch das Frankfurter FinTech Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte aus dem IT-Bereich zu finden und beklagt vor allem die zu bürokratischen Prozesse, wenn Mitarbeiter aus Staaten außerhalb der EU angeworben werden. Entsprechend große Hoffnungen verbindet man auch bei creditshelf mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das im März 2020 in Kraft trat. „Wir hoffen, dass sich die Verfahren vereinfachen, unter anderem weil die Vorrangprüfung jetzt entfällt“, sagt Thabe. Mit der Vorrangprüfung mussten Unternehmen bislang nachweisen, dass keine bevorrechtigten Bewerber aus Deutschland oder der EU für eine zu besetzende Stelle zur Verfügung stehen. Will der digitale Mittelstandsfinanzierer seine ehrgeizigen Ziele erreichen, ist er jedoch auf IT-Profis angewiesen. Wie viele er von ihnen braucht, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie die Pandemie die Nachfrage nach digitalen Firmenkrediten verändern wird. Autorin Eli Hamacher ist Diplom-Volkswirtin und arbeitet seit 30 Jahren als Wirtschaftsjournalistin. Die Freelancerin schreibt für „die bank“ vor allem über die Branche und Porträts über einzelne Unternehmen. Ein weiterer Fokus ihrer Arbeit sind Auslandsmärkte. 04 // 2020 41

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