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diebank 04 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT SERIE

MANAGEMENT SERIE FINTECHS: CREDITSHELF EXPERTE FÜR DIGITALE MITTELSTANDSFINANZIERUNG Als eines der wenigen deutschen FinTechs ist die creditshelf AG an die Börse gegangen. „die bank” sprach mit Dr. Tim Thabe, Gründungspartner und Vorstandsvorsitzender des Frankfurter Unternehmens, über seine Pionierarbeit als digitaler Mittelstandsfinanzierer, neue Bankenpartner und die Folgen der Coronavirus-Pandemie. 36 04 // 2020

MANAGEMENT Je nach Route führt der Weg zu creditshelf direkt durchs Frankfurter Rotlichtviertel. Das Start-up, das standesgemäß im Wohnzimmer eines Gründers begann, sitzt heute genau an der Grenze zwischen zwei Welten: auf der einen Seite die Amüsiermeile, auf der anderen die gläsernen Türme des Geldes. Tür an Tür mit dem Coworking Space Beehive und dem Main Incubator der Commerzbank arbeitet der Spezialist für digitale Mittelstandsfinanzierung hier an seiner innovativen Kredit-Plattform. Der Standort ist gut gewählt. Das Haus bietet noch ausreichend Platz, um zu wachsen. Und das will creditshelf-Gründer und CEO Dr. Tim Thabe auf jeden Fall. Als der 43-Jährige Mitte Januar im persönlichen Interview mit die bank über sein Geschäftsmodell und seine Pläne sprach, konnte noch niemand ahnen, dass nur acht Wochen später eine Pandemie die Weltwirtschaft auf die schwerste Probe seit dem Zweiten Weltkrieg stellen würde. Während das Frankfurter FinTech am frühen Morgen des 23. März seinen Geschäftsbericht für 2019 online veröffentlicht, sitzen nur Thabe und einige wenige Mitarbeiter im Büro, der Rest ist im Homeoffice. Im Bankenviertel ist es ruhig wie an einem Sonntag. Das Kreditgeschäft wächst Im Jahr 2014 gegründet, hat creditshelf seitdem eine digitale Plattform aufgebaut, auf der das Finanztechnologieunternehmen Kredite arrangiert. Kreditnehmer sind kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Umsatz von etwa 2,5 Mio. Euro bis über 100 Mio. € und einem Alter von mehr als drei Jahren, die starkes Wachstum, einen saisonalen Kapitalbedarf, M&A, Nachfolge, einen Lageraufbau oder zum Beispiel Digitalisierungsprojekte finanzieren wollen. Kreditgeber sind spezialisierte Fonds, Family Offices, Asset Manager, Stiftungen, Banken und liquiditätsstarke Unternehmen, die neue Anlagemöglichkeiten ab 10.000 € (Einzelkredit) oder ab 250.000 € (Kreditpaket) mit einer Rendite zwischen 6 und 15 Prozent jährlich suchen. Damit sich beide Seiten finden, wählt creditshelf geeignete Projekte aus, analysiert die Kreditwürdigkeit potenzieller Kreditnehmer, stellt ein Scoring bereit sowie ein Pricing. Für diese Dienstleistungen kassieren die Frankfurter Gebühren – von beiden Seiten, wobei die Kreditnehmergebühren zuletzt deutlich stärker zum Umsatz beitrugen als die Investorengebühren. Insgesamt verbesserte sich der Umsatz 2019 um rund 92 Prozent auf 4,5 Mio. €. Zuletzt lief das Geschäft immer besser. Angefragt wurden Kredite über 1,34 Mrd. € und damit 29 Prozent mehr als 2018. „Die digitale Mittelstandsfinanzierung hat ihr Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft“, ist Thabe überzeugt. Wie bei anderen FinTechs zahlt sich der Schulterschluss mit etablierten Banken aus. So hatte zum Beispiel der Münchner Robo Advisor Scalable Capital Ende 2019 bekanntgegeben, erstmals bei den Assets under Management die 2-Mrd.-Euro-Marke geknackt zu haben. Satte 50 Prozent davon steuerte die ING bei, mit der das Münchner FinTech seit September 2017 zusammenarbeitet. Thabe sieht sich denn auch nicht als Konkurrent der etablierten Banken, sondern als komplementärer Anbieter. „Ich halte es nicht für sinnvoll, uns gegen die Banken zu positionieren.“ Trotz der Erfolge im Kreditgeschäft fällt das Geldverdienen schwer. Im abgelaufenen Jahr hat sich das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) zwar von minus 5,37 Mio. € auf minus 4,95 Mio. € verbessert. Jedoch hatte man vor knapp einem Jahr noch einen deutlich geringeren Verlust für 2019 erwartet, damals war die Rede von minus 3,5 bis minus 4,5 Mio. €. Beeinflusst worden sei das Ergebnis vor allem durch den gestiegenen Personalaufwand, weil Mitarbeiter für IT und Vertrieb eingestellt wurden sowie die zweite Managementebene aufgebaut wurde. Auch der Marketingaufwand habe sich deutlich erhöht. Für das laufende Jahr rechnet Thabe mit einer Steigerung des Konzernumsatzes von 4,5 Mio. auf bis zu 8,5 Mio. € sowie aufgrund weiterer Investitionen in Personal und Softwareentwicklung mit einem weiterhin negativen EBIT in einem Korridor zwischen 4,0 bis 5,5 Mio. €. 04 // 2020 37

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