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diebank 04 // 2020

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT NACHHALTIGKEITSRISIKEN Regulatorische Herausforderungen effizient meistern In den letzten Jahren hat sich die politische Aufmerksamkeit verstärkt dem Klimawandel und dessen Folgen gewidmet. Regulatorische Entwicklungen zeigen einen wachsenden Druck auf die Finanzbranche. Es kristallisiert sich ein zunehmend klareres Bild der in dieser Hinsicht an die Institute gerichteten Erwartungen heraus. Der Startschuss für Banken ist gefallen, konkrete Maßnahmen zur Einbeziehung von Nachhaltigkeitsaspekten in Strategie, Risikomanagement und Berichterstattung zu ergreifen. 30 04 // 2020

MANAGEMENT Die UN-Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals, SDG) und das Pariser Klimaschutzabkommen bilden den Rahmen für die jüngsten Bemühungen zum Übergang in eine nachhaltige Wirtschaft. Die Finanzbranche spielt hier sowohl bei der Schließung der Investitionslücke als auch als Risikomanager und -träger eine entscheidende Rolle. Zudem finanzieren Banken aktuell einen Großteil der verursachten CO2-Emissionen. Gestützt auf Empfehlungen einer hochrangigen Expertengruppe (High-Level Expert Group, HLEG) leitete die Europäische Kommission im März 2018 ein umfangreiches Arbeitsprogramm ein. Der Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums verfolgt neben der Neuausrichtung der Kapitalflüsse auf nachhaltige Investitionen und der Förderung von Transparenz und Langfristigkeit von Wirtschaftstätigkeiten auch die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in das Risikomanagement. Die ebenfalls 2018 gegründete Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG) soll dabei helfen, die Ziele des Aktionsplans zu implementieren. Konkret hat sie u. a. einen Vorschlag für die Entwicklung eines Klassifizierungssystems für nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten – die sog. EU-Taxonomie – sowie Leitlinien zur Offenlegung klimabezogener Informationen durch Unternehmen erarbeitet. Im Rahmen der kürzlich verabschiedeten überarbeiteten Eigenkapitalvorschriften (CRR II / CRD V) hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA mehrere Mandate im Zusammenhang mit der Einbeziehung von ESG- Risiken in die drei Säulen des Basel III-Aufsichtsrahmens erhalten. Beispielsweise wird die EBA die potenzielle Einbeziehung von ESG- Risiken in den aufsichtlichen Überprüfungsund Bewertungsprozess (SREP) untersuchen und ihre Ergebnisse bis Juni 2021 mitteilen. Des Weiteren konsultiert die EBA aktuell darüber, Klimarisiken durch Einführung entsprechender langfristiger Szenarien oder durch Sensitivitätsanalysen auch in den EU-weiten Bankenstresstest einzubinden. Schließlich wird auch noch die Einbeziehung im Rahmen der Eigenkapitalunterlegung analysiert werden. In ihrem im Dezember 2019 veröffentlichten Zeitplan zur Umsetzung der Mandate hebt die EBA wichtige Botschaften zum Thema „nachhaltige Finanzierung“ hervor, um Klarheit über die allgemeine politische Ausrichtung und ihre Erwartungen hinsichtlich der Integration von ESG-Risiken zu schaffen. Die EBA- Erwartungen konzentrieren sich auf drei Bereiche, in denen Institute aufgefordert werden, bereits jetzt Maßnahmen zu ergreifen, bevor der EU-Rechtsrahmen offiziell aktualisiert und die EBA-Regulierungsmandate erfüllt werden: Strategie- und Risikomanagement, Offenlegung sowie Szenarioanalyse. Auch nationale Aufsichtsbehörden sind seit geraumer Zeit in dem Thema aktiv. Die Zentralbank des Vereinigten Königreichs, Bank of England, hat in ihrer Aufsichtserklärung von April 2019 ihre Erwartung ausgesprochen, dass britische Banken Methoden zur Berücksichtigung von Klimarisiken entwickeln sollten. Eine zweijährig wiederkehrende „Exploratory Scenario Exercise“ für die Dimensionierung von Klimarisiken ist derzeit in Vorbereitung. Die Niederländische Zentralbank hatte bereits 2018 in einem Stresstest die möglichen Auswirkungen einer abrupten Energiewende auf die Stabilität des niederländischen Finanzsektors untersucht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erklärte im Januar 2020 „Nachhaltige Finanzwirtschaft“ zu einem von vier aufsichtlichen Schwerpunktthemen für 2020. Bereits nächstes Jahr sollen Nachhaltigkeitsrisiken systematisch durch bestehende Aufsichtsinstrumente erfasst und adressiert werden. Noch in diesem Jahr wird die BaFin ein hierfür notwendiges Konzept und eine Strategie entwickeln. Als Ausgangspunkt hatte die BaFin im Dezember 2019 die finale Fassung eines zuvor konsultierten Merkblatts zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken veröffentlicht, das als Ergänzung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement zu verstehen ist. Mit den darin enthaltenen Fragestellungen und Ansätzen möchte sie den beaufsichtigten Unternehmen eine prinzipienbasierte Orientierungshilfe an die Hand geben. Die BaFin betont, dass die regulatorischen Anforderungen durch das Merkblatt zunächst weder erweitert noch abgeschwächt werden. Trotz des unverbindlichen Charakters des Merkblatts empfiehlt die BaFin, eine strategische Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitsrisiken bereits jetzt vorzunehmen und Nachhaltigkeitsrisiken systematisch in das Risikomanagement zu integrieren, bevor prüfungsrelevante Vorgaben folgen. Die Institute müssen sich ohnehin bereits heute mit dem Thema auseinandersetzen, sofern sich daraus ein wesentliches Risiko für das Institut ergibt. Dies folgt aus den Anforderungen des Kreditwesengesetzes zusammen mit den Mindestanforderungen an das Risikomanagement und den aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess. Das Merkblatt der BaFin ist kein nationaler Alleingang, sondern die Umsetzung einer Empfehlung des Network for Greening the Financial System (NGFS), ein globales Netzwerk von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden, das im April 2019 sechs Empfehlungen zum Umgang mit klimarelevanten Risiken sowie Leitlinien für deren Umsetzung veröffentlicht hat. Die Empfehlungen können als größter gemeinsamer Nenner dafür angesehen werden, wie die Aufsichtsbehörden im NGFS Klimarisiken ins Bewusstsein ihrer beaufsichtigten Institute rücken werden. In diesem Zusammenhang relevant sind auch die Empfehlungen der industriegeführten Task Force on Climate-Related Financial Disclosures (TCFD), die im Jahre 2017 veröffentlicht wurden und sich zu 04 // 2020 31

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