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die bank 12 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó FINANZMARKT fi

ó FINANZMARKT fi ZENTRALE HERAUSFORDERUNGEN BEI ZINSRISIKEN IM ANLAGEBUCH ” 1 Welche neuen Anforderungen aus Basel oder der EBA zu IRRBB sind besonders große Herausforderungen? Duale Steuerung (barwertig und ertragsorientiert) 22 Validierungsanforderungen Aufbau oder methodische Anpassungen der Ertragsrisikomessung 16 17 Auswirkungen von IRRBB auf die IT-Architektur 14 Aufbau von Datenhistorien für Cashflow-Modellierung (z. B. Ausübungshistorien) 9 Abbildung Vorfälligkeiten/Prepayments 8 Abbildung vorzeitige Rückzüge/Redemptions Abbildung Bodensatzprodukte 6 6 Abbildung automatischer Optionen 5 Aufbau oder methodische Anpassungen der barwertigen Risikomessung 4 Cashflow Slotting/Ausrollen der Cashflows 2 Eine Mehrfachauswahl war möglich. 8 diebank 12.2016

FINANZMARKT ó Banksteuerung nach IRRBB – was tun? RISIKOMANAGEMENT Erstmals seit Jahren greift die Aufsicht auf breiter Front die Messung des Zinsrisikos im Anlagebuch auf und nimmt so die Steuerungszentrale der Banken in den Fokus. Die neuen Basler Standards vom April 2016 zu „Interest rate risk in the banking book“ (kurz IRRBB) mit erster Offenlegung zum Stichtag 31. Dezember 2017 sowie die EBA-Leitlinie zu IRRBB vom Mai 2015 stellen die Banken in einem widrigen Zinsumfeld mit extremem Margendruck vor neue Herausforderungen. Was sind die Anforderungen, wie kann man diese umsetzen, und welche Herausforderungen stellen sich dabei? Lars Dohse | Andreas Keese | Sven Ludwig | David Renz Keywords: Regulierung, Zinsrisiko, IRRBB, BCBS 368, EBA/GL/2015/08 Neben einem historischen Niedrigzinsumfeld belasten Banken höhere Kapitalanforderungen und neue regulatorische Beschränkungen. Die zukünftigen Basler Standards (BCBS 368) und die EBA- Leitlinien legen den Banken neue Beschränkungen und Anforderungen auf. Aufgrund der sich damit einengenden Handlungsspielräume könnte man zunächst einen negativen Einfluss der regulatorischen Anpassungen als zentrale Rückmeldung der Finanzbranche erwarten. Die Anpassungen bieten aber auch Chancen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung, die d-fine und FIS unter Bankfachleuten aus Deutschland und der Schweiz zum IRRBB-Umsetzungsstand und den damit verbundenen Herausforderungen vorgenommen haben. 1 Trotz der erheblichen Konsequenzen hinsichtlich steigender Kapitalanforderungen bewerteten 47 Prozent der Befragten die Änderungen positiv, 53 Prozent neutral und keiner als „schlechte Idee“. Die Konsequenzen, Herausforderungen und Chancen stellt der Beitrag im Folgenden vor. Regulatorische Änderung: Standardschocks Nach BCBS 368 sind künftig sechs standardisierte, währungsabhängige Zinsschocks, insbesondere auch nicht-parallele Szenarien, zu betrachten. Führt mindestens eines dieser Szenarien zu einem Barwertverlust von mehr als 15 Prozent des Tier-1-Kapitals, so ist die Bank seitens der Aufsicht als „outlier bank“ zu betrachten und ggf. aufsichtlichen Maßnahmen zu unterziehen. Diese Barwertänderungen sind zusammen mit dem Ertragseffekt über die nächsten zwölf Monate von zwei parallelen Zinsschocks sowie qualitativen Beschreibungen der Zinsrisikosteuerung offenzulegen. Bisher wird bei der Bestimmung des Standardzinsschocks die Diskontierung der Außen-Cashflows mit einer risikofreien Kurve als verbarwertete Änderung des zukünftigen Zinsergebnisses gefordert. Künftig erlaubt Basel auch die Betrachtung der verbarwerteten Änderung des Transformationsergebnisses und den Ausschluss der Effekte im Margenbarwert (sog. Barwert zu Innenzinsen). Da die heutige Aufsichtspraxis (Diskontierung der Außen-Cashflows/Änderung des gesamten Zinsergebnisses) die Outlier-Limite bei 20 Prozent der regulatorischen Eigenmittel zieht, kann eine Umstellung auf die Innensicht attraktiv sein. Duale Steuerung und Verhaltensmodellierung Die Basler Standards und die EBA-Leitlinie verlangen die Berücksichtigung der barwertigen und ergänzend der Ertragsperspektive bei der Identifikation, Messung, Berichterstattung, Validierung und Steuerung von Zinsänderungsrisiken. Die Motivation hierfür ist das Spannungsfeld zwischen der barwertig abgeleiteten Kapitaladäquanz, die im Bankbuch nur in Sonderfällen sichtbar wird, und der Steuerung der Ergebnisvolatilität, die sich direkt in bilanziellen Ergebnissen niederschlägt. Basler Komitee und EBA betonen dabei die barwertige Perspektive stärker als die periodische. In der zeitnah erwarteten 5. MaRisk Novelle wird die BaFin den Instituten hingegen voraussichtlich freistellen, ob sie Zinsrisiken im Bankbuch primär in Ertrags- oder barwertiger Perspektive steuern, wobei die jeweils andere Steuerungsperspektive angemessen zu berücksichtigen ist. Dies passt zur Situation in Deutschland, wo kleinere Institute überwiegend die Ertragsperspektive und größere Institute überwiegend die barwertige Perspektive als primär steuerungsrelevantes Verfahren einsetzen. Weiter verlangen beide Regularien eine verbesserte Modellierung von Produkten mit verhaltensabhängigen Cashflows, wie z. B. aus kostenfreien Sondertilgungsrechten oder aus Einlagen. Retail- und kleine Geschäftskunden üben Kündigungs- oder Prolongationsrechte – anders als Großkunden – nicht nach finanz- 12.2016 diebank 9

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