Aufrufe
vor 13 Monaten

die bank 12 // 2016

  • Text
  • Banken
  • Unternehmen
  • Diebank
  • Digitalisierung
  • Institute
  • Deutschland
  • Anforderungen
  • Risiken
  • Befragten
  • Banking
die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE 1

ó BERUF & KARRIERE 1 Regulatorische Anforderungen an die Risk-Taker-Vergütung InstitutsVergV/ sonstige Selektion 1 2 Regelmäßige systematische Analyse der „risiko-relevanten Mitarbeiter“ (Risikoanalyse) Verbindliche Selektionskriterien für die Identifizierung der Risk Taker (qualitative, quantitative) § 3 Abs. 2-E, § 27 Abs. 1, EBA-RTS vom 16.12.2013 Ausgestaltung 3 4 Nachhaltige Messung von Erfolgsbeiträgen (Erfolgsebenen, -größen, Behandlung negativer Erfolgsbeiträge u. a.) Festsetzung und Auszahlung der variablen Vergütung (aufgeschobene Auszahlung, Malus-Regelung, Clawback u. a.) § 18 und 19 § 20 Offenlegung 5 Offenlegung von Vergütungsangaben zu den Risk Takern (qualitative, quantitative) § 16, Art. 450 CRR Die zum 1. Januar 2017 novellierten Bestimmungen der InstitutsVergV 2 schärfen nicht nur Inhalt und Umfang der Einbindung der Kontrolleinheiten (siehe Auslegungshilfe zu § 3 Abs. 4 InstitutsVergV-E), sondern auch die Pflichten der Geschäftsleitung bei der Beschlussfassung und der Berichterstattung an das Aufsichtsgremium (§ 3 Abs. 1 und 2). Auch die Verantwortlichkeiten des Aufsichtsgremiums in seiner übergeordneten Überwachungsrolle werden erweitert. Inhalte und Dokumentation der Risikoanalyse Nach dem bisherigen Ansatz zur Umsetzung des Proportionalitätsprinzips in der InstitutsVergV waren nur die bedeutenden Institute in Deutschland von der Risk-Taker-Identifizierung betroffen. Durch die Neuregelungen werden ab 2017 auch erstmals die 95 Prozent der restlichen ca. 2.000 Institute in 2 Struktur der Risk-Taker-Selektionskriterien Qualitative Kriterien Quantitative Kriterien Organisation Risikobefugnisse Vergütungshöhe Berichtsebene und allgemeine Aufgaben/ Verantwortlichkeiten der Funktion Befugnisse, die signifikante Risiken in Kredit-/Handelstransaktionen begründen können Vergütungshöhe aufgrund Verantwortlichkeiten, Fähigkeiten und Leistung ggf. weitere unternehmensspezifische Selektionskriterien Deutschland von den Vorschriften der Risk-Taker-Vergütung betroffen sein (§ 3 Abs. 2 InstitutsVergV-E). Sie bleiben zwar von den komplexen Ausgestaltungsanforderungen (risikoadjustierte Erfolgsmessung, aufgeschobene Auszahlungsmodelle) der Risk-Taker-Vergütung verschont, müssen jedoch regelmäßig eine Risikoanalyse auf der Grundlage der von der EBA verpflichtend vorgegebenen Selektionskriterien durchführen, um ihre Risk Taker zu identifizieren ” 2. Im Rahmen der schriftlichen Dokumentation muss das Vorgehen plausibel, umfassend und für Dritte nachvollziehbar dargestellt werden. Alle relevanten Funktionen werden auf die Erfüllung der vorgegebenen (insgesamt 18) Selektionskriterien geprüft. Zur Selektion als Risk Taker genügt bereits die Erfüllung eines einzigen Kriteriums. Die Möglichkeit der Einflussnahme bzw. die Mitwirkung bei der Begründung von Risiken reicht bereits für eine Identifizierung aus. Falls eine Funktion ausschließlich über ein quantitatives Kriterium (Vergütungshöhe) identifiziert wird, kann die Selektion mittels einer belastbaren Argumentation (Gegenbeweis) abgewendet werden („De- Identifizierung“). Gemäß § 27 Abs. 1 InstitutsVergV-E muss ein bedeutendes Institut, das als übergeordnetes Institut im Konzernzusammenhang fungiert, auf der Grundlage einer weiteren (gruppenweiten) Risikoanalyse feststellen, ob ein gruppenangehöriges Unternehmen über Mitarbeiter verfügt, die einen wesentlichen Einfluss auf das Gesamtrisikoprofil eines anderen gruppenangehörigen bedeutenden Instituts haben. Auch hier sind die Selektionskriterien des EBA-RTS analog anzuwenden. Die Risikoanalyse gilt als Teil des Vergütungssystems (§ 2 Abs. 2 InstitutsVergV-E). Die Inhalte und Dokumentation der Risikoanalyse stehen im besonderen Fokus von in- und externer Prüfung und Überwachung. Die Erfahrungen aus der bis- 62 diebank 12.2016

BERUF & KARRIERE ó herigen Aufsichtspraxis haben gezeigt, dass eine gute Dokumentation ebenso wichtig ist wie die inhaltlich belastbare Umsetzung der Selektionsvorgaben. Risk-Taker-Mengengerüste Nach entsprechenden Erhebungen der EBA 4 beträgt der durchschnittliche Anteil der Risk Taker an der gesamten Mitarbeiter- Population in einem Institut etwa 4 Prozent. Dabei streut der Markt jedoch stark und zeigt sogar Risk-Taker-Anteile an der gesamten Belegschaft von bis zu 20 Prozent. In der Praxis treibt nicht alleine die Unternehmensgröße die Anzahl der Risk Taker. Der Versuch, die Mengengerüste einzelner Institute zu vergleichen, scheitert häufig daran, dass trotz vermeintlicher Vergleichbarkeit (gemessen an der Bilanzsumme) Unterschiede in den Geschäfts- und Organisationsmodellen sowie auch der institutsindividuellen Risk Governance zu signifikanten Unterschieden in den Risk-Taker-Anzahlen führen ” 3. Nachhaltige Erfolgsmessung und Ausgestaltung Kernpunkt der besonderen Anforderungen an die Vergütungssysteme der Risk Taker ist die Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Erfolgsgrundlagen der variablen Vergütung. Hierzu dienen die Vorgaben zu Erfolgsebenen und -größen, aufgeschobenen Auszahlungsmodellen und weiteren Malus-Prüfungen. Zusätzlich hängen mindestens 50 Prozent der gesamten variablen Vergütung von der nachhaltigen Wertentwicklung des Instituts ab (Nachhaltigkeitskomponente) und können erst nach einer weiteren Sperrfrist verfügt werden. Die Novelle der InstitutsVergV zum 1. Januar 2017 bringt hierzu weitere materielle Verschärfungen: Die Mindest-Aufschiebungsdauer für die variable Vergütung der Geschäftsleiter und Risk Taker auf der Berichtsebene darunter wird auf fünf Jahre festgelegt und der Anteil der Nachhaltigkeitskomponente erhöht. Zudem muss eine vertragliche Rückforderungsmöglichkeit für bereits ausgezahlte Bonusbeträge vereinbart werden („Clawback“). Institutsspezifische Besonderheiten prägen die jeweiligen Umsetzungen in den Instituten und führen zu einer heterogenen Marktpraxis im Vergütungsdesign. Insgesamt haben die Banken im Sog der regulatorischen Anforderungen häufig nicht nur die nachhaltige Vergütung für die Risk Taker umgesetzt. Dadurch vermischen sich bei den bedeutenden Instituten in der Praxis zunehmend die Vergütungssysteme für Risk Taker und Nicht-Risk-Taker weitgehend. Dies gilt insbesondere für die Vergütung im Top-Management der Banken. Die Auswirkungen von instituts- und rechtsformspezifischen Besonderheiten zeigen sich insbesondere bei der Nachhaltigkeitskomponente, d. h. dem Teil der variablen Vergütung der sich an der nachhaltigen Wertentwicklung des Instituts orientieren soll. Hier verfügen selbst bei den Top-30-Banken nur wenige über die eigentlich angedachten eigenkapitalbasierten Instrumente. Der Großteil, insbesondere öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Institute, arbeitet mit kennzahlenbasierten Alternativlösungen ” 4. Vergütungshöhe und -struktur Bei Risk Takern handelt es sich regelmäßig um besonders erfolgskritische Mitarbeiter, deren spezielle Expertise und Er- 4 Übersicht Ausgestaltung Nachhaltigkeitskomponente in der Risk-Taker-Vergütung Deutsche Bank AG Commerzbank AG DZ Bank AG UniCredit Bank AG Postbank AG ING-DIBA AG Bausparkasse Schwäbisch Hall AG Aareal Bank AG Santander DVB Bank SE 48 % 10 Institute 33 % 7 Institute 19 % 4 Institute LBBW NORD/LB Helaba NRW.BANK DekaBank Landesbank Berlin VW Financial Services BayernLB WGZ Bank AG DKB Deutsche Kreditbank AG DG Hyp AG Aktien (echte, virtuelle) Kennzahlen – Substanzwert Kennzahlen – sonstige 12.2016 diebank 63

die bank

die bank 01 // 2019
die bank 02 // 2019
die bank 03 // 2019
die bank 04 // 2019
die bank 05 // 2019
KINOTE 01.2019
die bank 06 // 2019
diebank 07 // 2019
diebank 08 // 2019
diebank 09 // 2019
die bank 01 // 2018
die bank 02 // 2018
die bank 03 // 2018
die bank 04 // 2018
die bank 05 // 2018
die bank 06 // 2018
die bank 07 // 2018
die bank 08 // 2018
die bank 09 // 2018
die bank 10 // 2018
die bank 01 // 2017
die bank 02 // 2017
die bank 03 // 2017
die Bank 04 // 2017
die bank 05 // 2017
die bank 06 // 2017
die bank 07 // 2017
die bank 08 // 2017
die Bank 09 // 2017
die bank 10 // 2017
die bank 01 // 2016
die bank 02 // 2016
die bank 03 // 2016
die bank 04 // 2016
die bank 05 // 2016
die bank 06 // 2016
die bank 07 // 2016
die bank 08 // 2016
die bank 09 // 2016
die bank 10 // 2016
die bank 11 // 2016
die bank 12 // 2016
die bank 01 // 2015
die bank 02 // 2015
die bank 03 // 2015
die bank 04 // 2015
die bank 05 // 2015
die bank 06 // 2015
die bank 07 // 2015
die bank 08 // 2015
die bank 09 // 2015
die bank 10 // 2015
die bank 11 // 2015
die bank 12 // 2015

© die bank 2014-2018