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die bank 12 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BANKING Das

ó BANKING Das Derivatevolumen liegt bei 0,8 Prozent. ó Modell 5 – Investment: Das letzte Geschäftsmodell weist die höchsten Handelsaktivitäten (60 Prozent) aus, die über Kundeneinlagen (49 Prozent), Verbindlichkeiten gegenüber Banken (15 Prozent) und kurzfristige Schulden am Interbankenmarkt (20 Prozent) refinanziert werden. Das Derivatevolumen (5,2 Prozent) ist im Vergleich am höchsten. 1 Differenzierte Regulierung Geschäftsmodell G-SIB D-SIB O-SII LSI Focused Retail X % X % X % X % Diversified Retail (Typ 1) X % X % X % X % Diversified Retail (Typ 2) X % X % X % X % Wholesale X % X % X % X % Investment X % X % X % X % Der Banking Business Monitor analysierte auch die Insolvenzgefahren der verschiedenen Geschäftsmodelle (u. a. Z-score, CDS Spread) und stellte fest, dass die Modelle 1 und 2 am weitesten von einem Ausfall entfernt sind, während die Modelle 3 bis 5 als risikoreicher eingestuft werden. Natürlich kann die Einteilung von Geschäftsmodellen auch anhand weiterer Studien erfolgen, z. B. Bank Business Models im BIS Quarterly Review (2014) oder nach Mergaerts und Vander Vennet (2015). Insgesamt kann jedoch festgehalten werden, dass verschiedene Geschäftsmodelle unterschiedlichen Risiken ausgesetzt sind, die gesondert von der Regulierung berücksichtigt werden sollten. Der Vorstand einer großen deutschen Bank schrieb einmal, dass „gleiche Regeln für gleiches Geschäft“ gelten sollten. Warum sollten dann nicht auch gleiche Regeln für gleiche Geschäftsmodelle berücksichtigt werden? Zielbild Für systemrelevante Banken gelten bereits heute höhere Regulierungsvorgaben. Durch die Erweiterung dieser Vorgaben mit Geschäftsmodellen könnte eine sachgerechtere Regulierung von Banken erfolgen, die die modellspezifischen Unterschiede bzw. Risiken berücksichtigt. Durch die Zusammenführung von aktuellen Regulierungsvorgaben mit Geschäftsmodellen kann ein Zielbild für die künftige Bankenregulierung abgeleitet werden, das ” 1 zeigt. Aus der Kombination von Geschäftsmodell und Systemrelevanz einer Bank entstehen Geschäftsmodell-Systemrelevanz-Cluster, die die jeweiligen Kapital- und Liquiditätsvorgaben beinhalten. Für die beispielhafte Darstellung sind diese noch zu ermitteln. Primärer Treiber für die künftigen Quoten ist das kombinierte Gesamtrisiko. Mit höherem Risikogehalt des Geschäftsmodells und höherer Systemrelevanz der Bank steigen die Kapital- und Liquiditätsquoten an. Dabei können sich die Kapitalquoten von den Liquiditätsvorgaben je Cluster unterscheiden. Beispielhaft erhalten systemrelevante Banken (G-SIB) mit dem größten Geschäftsrisiko (Investment) auch die höchsten Vorgaben. Weniger bedeutende Institute (LSI) mit einem geringeren Geschäftsrisiko (Focused Retail) erhalten die niedrigsten Vorgaben. Für die dazwischen liegenden Cluster ist der Anstieg der Quoten jedoch nicht linear. Es ist nicht ausgeschlossen, dass eine risikoarme national systemrelevante Retailbank (D-SIB) geringere Quoten erhält als eine risikoreichere anderweitig systemrelevante Investment Bank (O-SII), sofern sich das kombinierte Gesamtrisiko unterscheidet. Fazit Eine differenzierte Bankenregulierung folgt dem Grundgedanken, dass riskantere Geschäftsmodelle höhere Kapital- und Liquiditätsquoten benötigen als weniger riskante Geschäftsmodelle. Das dargestellte Zielbild würde diesem Grundgedanken Rechnung tragen. Im Gegensatz zum neuen SREP würden Aufschläge für riskantere Banken nicht erst aus Säule 2 erfolgen. Die grundsätzliche Berücksichtigung von Geschäftsmodellen in der Bankenregulierung könnte Wettbewerbsnachteile reduzieren und risikoarme Banken bei der Umsetzung von Regulierungsanforderungen entlasten. Weiterhin könnten durch den Fokus auf ein Geschäftsmodell die geforderte Rentabilität verbessert und gleichzeitig das individuelle Risiko einer Bank zielgerichteter abgedeckt werden. Eine differenzierte Bankenregulierung würde somit die Unterschiede des Bankensektors fördern und diesen im Gegenzug weniger anfällig für Krisen machen. Vorteile also für beide Seiten. ó Autor: David Großmann, Doktorand an der HSBA Hamburg School of Business Administration, Hamburg. 1 Vgl. hierzu die Leitlinien zu gemeinsamen Verfahren und Methoden für den aufsichtlichen Überprüfungsund Bewertungsprozess (SREP) der EBA (EBA/ L/2014/1). 2 Vgl. Rym Ayadi, Willem Pieter de Groen, Ibithel Sassi, Walid Mathlouthi, Harol Rey, Oliver Aubrey (2015), Banking Business Monitor 2015 Europe, Alphonse and Doriméne Desjardins International Institute for Cooperatives and International Research Centre on Cooperative Finance, Montreal. 30 diebank 12.2016

BANKING ó Regulatory: Vom Berichtgeber zur strategischen Stütze MELDEWESEN Die Frequenz, in der die Aufsichtsinstanzen infolge der Finanzmarktkrise neue Anforderungen veröffentlichen, ist nach wie vor hoch. Das erfordert einen erhöhten Einsatz von Ressourcen sowohl in Projekten als auch im Regelbetrieb. Gleichzeitig stehen aber viele Banken unter einem starken Kostendruck, der ihre verfügbaren Ressourcen beschränkt. Für sie stellt sich die Frage, wie man den gestiegenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen in der Zukunft genügen kann und dabei dennoch die Kosten im Griff behält. Dafür lässt sich keine Einzelmaßnahme finden, deren Umsetzung allein eine deutliche und vor allem nachhaltige Verbesserung erzielt. Stattdessen ist ein umfassender, kybernetischer Ansatz sinnvoll, der verschiedene Lösungsdimensionen umfasst. Björn Fehrenbach | Kai-Oliver Klauck Keywords: Regulierung, Regulatory Transformation Program (RTP) Die Umsetzung und permanente Einhaltung neuer regulatorischer Vorgaben nach der Finanzmarktkrise bindet bei vielen Kreditinstituten spürbar Ressourcen. Der Trend zu einer Verschärfung der Regulierung scheint indes ungebrochen. Die Speerspitze bildet der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht. Angefangen beim Fundamental Review of the Trading Book über die neuen Standardansätze für das Kredit- und operationelle Risiko, die die Basis für einen neuen Kapitalfloor bilden sollen, bis hin zu neuen Vorgaben für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Die erste Säule von Basel III wird ein neues Gesicht bekommen. Hinzu kommen diverse Initiativen auf europäischer Ebene wie neue Kapitalanforderungen für STS-Verbriefungen, das Kreditregister AnaCredit, weitreichende Vorgaben für den aufsichtlichen Überprüfungsprozess oder die zukünftige Ausgestaltung des IRB-Ansatzes. Insgesamt lassen sich in den Anforderungen vier Ziele der Aufsicht erkennen: Stärkung des Risikomanagements durch eine deutlich differenziertere Risikomessung, erhöhte Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Instituten durch Standardisierung, welche durch die Abkehr von externen Ratings und Einschränkungen der Freiheiten bei internen Modellen erreicht wird, Schaffung einer erhöhten Transparenz gegenüber der Aufsicht durch eine erhöhte Granularität der zu meldenden Daten sowie verstärkte Konsistenz mit anderen relevanten Kennzahlen wie z. B. Ergebnissen aus dem Rechnungswesen. Die Wichtigkeit dieser Ziele aus Sicht des Regulators lässt sich am bereits verabschiedeten BCBS 239-Grundsatz („Principles for effective risk data aggregation and risk reporting“) erkennen, der die wesentlichen Anforderungen in nur einer Initiative umfasst und Banken vor große Herausforderungen stellt. BCBS 239 ist zum einen eine Abstimmung der Risikokennzahlen mit den Ergebnissen des Rechnungswesens, zum anderen soll das Risikomanagement über eine zeitund inhaltsgerechte Bereitstellung von Kennzahlen nachhaltig gestärkt werden. Allerdings wird es für Banken nicht zuletzt durch die lang anhaltende Niedrigzinsphase immer schwerer, eine auskömmliche Marge zu erzielen. Der Kostendruck ist überall in der Branche spürbar. Erschwert wird die Situation noch durch FinTechs, die arrivierten Banken Geschäft wegnehmen, weil sie mit ihren innovativen Ideen schneller Kunden an sich binden können. Daraus ergibt sich die Frage, was Banken einerseits ändern können, um regulatorische Anforderungen schneller und genauer erfüllen zu können und wie sich das andererseits effizient und effektiv realisieren lässt. Lösungsdimensionen Die heutigen Aufbau- und Ablauforganisationen in Banken mit ihrer starken Trennung von Risikoeinheiten sowie Rechnungswesen- und Reportingeinheiten weisen bei der qualitativen und effizienten Umsetzung der Anforderungen deutliche Schwächen auf. Ablesbar ist das an Symptomen wie einem großen Auftragsstau auf der Seite der IT, einem hohen Bedarf an externen Beratern – im Regelbetrieb ebenso wie in neuen Projekten – sowie an suboptimalen Prozessen zur Erstellung der Meldung, die mit einer hohen Anzahl von manuellen Arbeitsschritten einhergehen. Um den genannten vier zentralen Anforderungen adäquat zu begegnen, lässt 12.2016 diebank 31

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