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die bank 12 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

STANDPUNKT ó Handel in

STANDPUNKT ó Handel in Mikrosekunden fl Die Bundesbank hat mit einer viel beachteten Analyse des Hochfrequenzhandels am deutschen Kapitalmarkt eine neue regulatorische Debatte angestoßen. Einzelne Händler heizen mit ultraschnellen Geschäften die Bewegung der Märkte an. Dr. Stefan Hirschmann, Chefredakteur „diebank“ Liebe Leserin, lieber Leser, in dem Buch „Flash Boys. A Wall Street Revolt“ aus dem Jahr 2014 untersuchte der US-amerikanische Wirtschaftsjournalist Michael Lewis den Hochfrequenzhandel an US-Börsen und deckte auf, wie sich hochqualifizierte Turbohändler mit besonderer technischer Ausstattung zwischen die Börsen und andere Broker schieben. Die Trader hatten herausgefunden, wie die Börse zum Vorteil von Insidern manipuliert werden kann, indem sie durch ihren überlegenen Marktzugang bei jedem Geschäft gegenüber den anderen Händlern einen winzigen Vorteil für sich erlangen konnten. Die filmreife Geschichte über den Kampf um Geschwindigkeit – auf einem Markt, den zwar keiner sieht, der aber ein enormes Risikopotenzial in sich birgt – veranlasste das FBI und das amerikanische Justizministerium nur einen Tag nach Erscheinen des Buchs, Untersuchungen gegen die beschriebenen Praktiken des Hochfrequenzhandels einzuleiten. Autor Lewis erhielt kurz danach den ersten Preis für das Wirtschaftsbuch des Jahres. Es ist nicht verbürgt, ob die rasant geschriebene Story die Ökonomen der Deutschen Bundesbank dazu inspiriert hat, die Bedeutung und Wirkung des Hochfrequenzhandels am deutschen Kapitalmarkt zu untersuchen, aber ganz abwegig ist es nicht. Sicher ist dagegen, dass die Bedeutung von algorithmischen Handelsstrategien in den letzten Jahren an den internationalen Börsenplätzen, nicht zuletzt in Deutschland, erheblich zugenommen hat. Entsprechend wächst auch das Interesse von Notenbanken und Regulierern an dem wahren Einfluss der Flash Boys auf Marktstabilität und Marktintegrität. Doch die Analyse ist extrem aufwendig. Für eine allererste Bewertung mussten Datensätze über zwei Wochen zum DAX- und zum Bund-Future, also die Derivate, mit denen Händler auf eine künftige Entwicklung des Markts wetten, Mikrosekunde für Mikrosekunde auseinandergenommen werden. Jeder einzelne Handelstag enthielt sämtliche Orderbuch-Aktivitäten, neben Bid-Ask-Preisen und Volumina alle relevanten Informationen zu den durchgeführten Transaktionen sowie Modifikationen und Order-Löschungen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Flash Boys auch hierzulande kräftig mitmischen. Mehr als jede zweite Order wurde von einem Hochfrequenzhändler ausgelöst. Gleichwohl lässt die Bundesbank-Analyse (noch) kein pauschales Urteil zu den Auswirkungen der Algotrader auf die Finanzmärkte zu, da diese stark von teils sehr unterschiedlichen Strategien und Marktphasen abhängen. So leisten sie in einem ruhigen Marktumfeld durchaus einen Beitrag zu mehr Liquidität, steigern aber auch das Risiko von Kursausschlägen. In hoch volatilen Marktphasen wird das Engagement jedoch tendenziell reduziert. Zudem sind einige Akteure in Zeiten höherer Marktschwankungen offenbar besonders aktiv und können daher zu trendverstärkenden Kursentwicklungen bis hin zu einem Flash Crash beitragen. Die Bundesbank hat mit ihrer Analyse eine neue regulatorische Debatte angestoßen. Bislang sah die Europäische Zentralbank keine Veranlassung für härtere Maßnahmen zur Regulierung des Hochfrequenzhandels. Dies könnte sich bald ändern. Zur Debatte steht eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die das Handelstempo um 350 Mikrosekunden verringert. Schon diese leichte Verzögerung reicht aus, um Händler, die schneller als andere an Marktinformationen gelangt sind, daran zu hindern, sich einen Vorteil zu verschaffen. Ihr 12.2016 diebank 3

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