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die bank 12 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE und

ó BERUF & KARRIERE und Privatleben. Die Mehrheit der Belegschaften geht demnach davon aus, dass die Digitalisierung ihnen zu mehr Flexibilität und Freiräumen verhilft. Andere Ergebnisse aus der Mitarbeiterbefragung bestätigen dies: So ist beispielsweise in der Gruppe der Beschäftigten, die mit den stärksten Verbesserungen bei Arbeitszeit und -ort rechnen, auch der Wunsch nach mehr Arbeit im Home Office am stärksten ausgeprägt. Ebenfalls deutlich positive Auswirkungen erwarten die Beschäftigten für ihre eigene Tätigkeit: Jeweils rund ein Drittel rechnet damit, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten besser einsetzen zu können, größere Entscheidungsspielräume und mehr Zeit und Ressourcen zu erhalten; beim letztgenannten Punkt erwartet aber auch immerhin ein Fünftel Verschlechterungen. Mit Blick auf die eigene Arbeitsbelastung und die Erreichbarkeit von Arbeitszielen fällt die Einschätzung insgesamt positiv aus: 3 Jeweils gut ein Viertel glaubt an Verbesserungen, knapp ein Fünftel an Verschlechterungen, über ein Drittel ist unentschieden. Erhebliche Verbesserungen im Unternehmen erwartet Erwartete Veränderung durch Digitalisierung im Unternehmen Beschäftigte im privaten Bankgewerbe, die Veränderungen erwarten; in Prozent Effizienz interner Abläufe Entwicklung neuer Produkte/Angebote Kundenberatung/-betreuung/ -kommunikation interne Kommunikation Ansprache/Gewinnung neuer Kunden Führungsverhalten • (starke) Verbesserung erwartet • (starke) Verschlechterung erwartet 22 10 12 11 7 4 18 52 49 48 57 61 Ambivalente Haltung zu Führung und Teamgeist Sehr differenziert bewerten die Beschäftigten die Auswirkungen der Digitalisierung auf Führungsverhalten und Teamgeist. Hier fallen die positiven Erwartungen am geringsten aus und halten sich beim Thema Führung die Waage mit negativen Einschätzungen; beim Teamgeist überwiegen sogar die skeptischen Bewertungen. Jeweils über ein Drittel der Beschäftigten erwartet sowohl Verbesserungen als auch Verschlechterungen. Diese ambivalente Haltung ist offenbar Ausdruck einer Unsicherheit, wie sich Führung und Kommunikation künftig in zunehmend dezentral und zeitlich versetzt arbeitenden Teams organisieren lassen – verbunden mit Befürchtungen, die zunehmend positiv bewertete Führungs- und Teamqualität könne leiden. Immerhin beurteilen derzeit rund 80 Prozent der Beschäftigten im privaten Bankgewerbe Fragestellungen zur Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen positiv. Zugleich belegt die Studie: Die Beschäftigten, die in der Zusammenarbeit mit Vorgesetzten und Kollegen durch die Digitalisierung Verbesserungen erwarten, haben die mit Abstand höchste Arbeitszufriedenheit; umgekehrt sind die größten Skeptiker am unzufriedensten. Damit kristallisiert sich eine Kernaussage der Studie heraus: Gute Führung und funktionierende Teams bleiben auch in der digitalen Arbeitswelt die zentralen Erfolgsfaktoren für Arbeitszufriedenheit und Motivation. Perspektiven trotz anstehendem Personalabbau Aufschlussreiche Ergebnisse liefert die Untersuchung zum Aspekt Arbeitsplatzsicherheit. Hier spiegeln die Antworten auch Unsicherheiten wider, die sich aus dem anhaltenden Personalabbau im Privatkundengeschäft ergeben: Die Beschäftigten erwarten mehrheitlich negative Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsplatzsicherheit (31 Prozent), und besonders ausgeprägt ist diese Haltung unter den Retail Bankern (39 Prozent). Andererseits rechnen aber auch 26 Prozent aller Beschäftigten damit, dass sich ihre Arbeitsplatzsicherheit verbessern wird, im Retailgeschäft sogar 27 Prozent. Die Beschäftigten sind sich also über den anstehenden (auch digitalisierungsbedingten) Personalabbau im Klaren, sehen aber auch Chancen, dass ihr Job erhalten bleibt oder sich in ihrem Tätigkeitsfeld neue Möglichkeiten ergeben. Dafür spricht zusätzlich, dass die Beschäftigten im Retail Banking überdurchschnittlich positiv gestimmt sind, was ihren Einsatz gemäß der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten angeht. 70 diebank 12.2015

BERUF & KARRIERE ó Gruppenweise Unterschiede bei Frauen, Männern, Eltern Beim Blick in einzelne Mitarbeitergruppen fällt auf, dass Männer insgesamt etwas positiver gestimmt sind als Frauen – bei sämtlichen Aspekten zur Veränderung im Unternehmen und bei den meisten Fragestellungen zum persönlichen Umfeld. Das hängt offenbar auch damit zusammen, dass sich die Männer im privaten Bankgewerbe zumindest in ihrem persönlichen Arbeitsumfeld insgesamt deutlich stärker von der Digitalisierung betroffen sehen: Frauen geben bei allen Aspekten häufiger an, die Digitalisierung habe keine Auswirkungen; die höchsten Werte dazu finden sich bei den Fragen nach dem Führungsverhalten, Entscheidungsspielräumen sowie klaren Zuständigkeiten und Verantwortungsregelungen. Männer sind insbesondere optimistischer als Frauen, wenn es um Entscheidungsspielräume geht, um den Einsatz gemäß der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten, um Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten oder die Arbeitsplatzsicherheit. Umgekehrt sind die Frauen optimistischer oder weniger skeptisch als Männer bei den Aspekten Zeit und Ressourcen, eigene Arbeitsbelastung, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und Erreichbarkeit. Das gilt besonders für Mütter, die auch bei Arbeitszeitregelungen größere Verbesserungen erwarten. Zusammenfassend lässt sich feststellen: Frauen erwarten durch die Digitalisierung tendenziell mehr Entlastung im Alltag und Männer tendenziell mehr Entscheidungsund Gestaltungsspielräume ” 5. Bemerkenswerte Unterschiede zeigen sich auch zwischen Müttern und Vätern. Zwar wünschen sich beide Gruppen etwa gleich stark, öfter von zu Hause aus zu arbeiten (71 Prozent). Allerdings ist die Motivlage unterschiedlich: Mütter begründen den Wunsch nach mehr Heimarbeit an erster Stelle mit weniger Stress, Zeitersparnis durch wegfallende Fahrtzeiten, Kinderbetreuung und eine bessere Balance zwischen Arbeit und Privatleben. Bei den Vätern steht an erster Stelle die Zeitersparnis, gefolgt von konzentrierterem und effektiverem Arbeiten, weniger Stress und besserer Balance. Entsprechend erwarten – oder erhoffen – sich Väter deutlich stärker als Mütter Verbesserungen in der Effizienz von Arbeitsabläufen und der internen Kommunikation des Unternehmens. Allerdings sind sie deutlich skeptischer als Mütter, was Veränderungen bei Arbeitsort und Erreichbarkeit betrifft – womöglich, weil sie davon ausgehen, dass ihre Tätigkeit trotz Digitalisierung eine weiterhin starke Präsenz am Arbeitsplatz im Unternehmen erfordert. Überdurchschnittlich positiv: Digital Natives Die Gruppe der technikaffinen unter 35-Jährigen fühlt sich insgesamt von der fortschreitenden Digitalisierung unterdurchschnittlich betroffen, was nicht allzu sehr überrascht: Sie kennt sich ja in 4 der digitalen Arbeitswelt von heute bereits gut aus. Die Digital Natives sind zudem meist positiver gestimmt als die Älteren, besonders bei den Aspekten Kundenberatung und -ansprache. Etwas weniger Verbesserungen als der Durchschnitt erwarten sie bei Arbeitszeitregelungen und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, erheblich weniger bei der langfristigen Sicherheit ihres Arbeitsplatzes. Das hat aber keineswegs mit einer pessimistischen Grundhaltung bezüglich dieser Aspekte zu tun. Im Gegenteil beurteilen die Jüngeren alle drei Punkte bereits heute erheblich besser als die übrigen Beschäftigten, wodurch offenbar das vermutete Verbesserungspotenzial geringer ausfällt: Die Digital Natives sind mit ihren Arbeitszeiten zufriedener als die übrigen Beschäftigten, sie bewerten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben besser, und insbesondere ihre Arbeitsplatzsicherheit. Obwohl die Jüngeren häufiger befristete Chance auf mehr Flexibilität und Freiräume Erwartete Veränderung durch Digitalisierung im persönlichen Arbeitsumfeld Beschäftigte im privaten Bankgewerbe, die Veränderungen erwarten; in Prozent Arbeitsort/Wahl des Arbeitsorts Erreichbarkeit für Kollegen/Vorgesetzte Arbeitszeitregelungen Einsatz gemäß Kenntnissen/Fähigkeiten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ausreichend Zeit und Ressourcen Entscheidungsspielräume klare Zuständigkeiten/Verwantwortungsregelungen angemessene/erreichbare Ziele eigene Arbeitsbelastung langfristige Arbeitsplatzsicherheit Teamgeist/Zusammenhalt unter Kollegen Führungsverhalten direkte Führungskraft • (starke) Verbesserung erwartet • (starke) Verschlechterung erwartet 31 29 20 15 19 16 18 18 10 11 13 13 8 45 21 20 34 33 33 32 31 27 27 26 26 42 12.2015 diebank 71

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