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die bank 12 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

IT & Kommunikation

IT & Kommunikation Trends KAMPF GEGEN CNP-BETRUG Ersatz für statische Prüfnummer ó Wer beim Online Shopping mit seiner Kreditkarte zahlt, kennt die Eingabe der statischen Kartenprüfnummer. Die Zunahme der Verluste durch Kartenbetrug – Fico berichtet von einem fünfprozentigen Anstieg gegenüber dem Vorjahr, der Nilson-Report schätzt sogar 19 Prozent mehr – macht neue Wege erforderlich, gerade diese Betrugsart stärker zu bekämpfen, bei denen die Karte nicht physisch vorgelegt werden muss („Card-Not-Present“, CNP-Betrug). Die Banken arbeiten an Programmen für mehr Sicherheit. Gemalto zeigte nun eine Lösung, bei der die statische Prüfnummer durch eine zeitbasierte dynamische Anzeige auf der Karte bzw. dem Mobilgerät des Kunden ersetzt wird. Der Code ändert sich dabei alle 20 Minuten. Die Dynamic Code Verification genannte Lösung umfasst eine Bankkarte nach EMV-Standard für traditionelle und eCommerce-Zahlungen sowie für Abhebungen am Bankomat, eine Mobilversion, einen Validierungsserver und zusätzliche Services. Für die Banken verringerten sich so die Kosten des CNP- Betrugsmanagements. Endanwender verstünden die Sicherheitsvorteile dieser Display-Bankkarte intuitiv, zeigt eine Verbraucherstudie mit inklusive Akzeptanztest. Die Teilnehmer nannten diese Bankkarte besonders häufig als erste Wahl für ihre täglichen Kartentransaktionen. Die Lebensdauer des Produkts mit einer Batterielebensdauer von bis zu vier Jahren erscheint akzeptabel. IT-RISIKOMANAGEMENT Digitalisierung im Blindflug ó Mehr als ein Drittel der deutschen IT-Entscheider würde neue Technologien auch dann einführen, wenn die dazugehörigen IT-Risiken nicht bekannt sind. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Erhebung von Sopra Steria Consulting. „Zwar ist die Mehrheit der Unternehmen nicht so unvorsichtig, allerdings ist ein Anteil von über 30 Prozent erschreckend hoch“, so Sopra-Experte Gerald Spiegel. Dass eine so hohe Zahl von IT-Entscheidern die Digitalisierung quasi im Blindflug angehe, sei bedenklich. Die Erfolgsaussichten der digitalisierten Wirtschaft würden wohl nicht oder nur verzögert eintreffen, wenn sich Unternehmen der Gefahr von Cyberangriffen schutzlos aussetzten. Die Digitalisierung unter dem Stichwort Industrie 4.0 bringt neben vielen Vorteilen auch Risiken mit sich – zum Beispiel durch die Vernetzung von Produktionsanlagen mit Kunden und Lieferanten über das Internet. „Der hohe Prozentsatz könnte sich dadurch erklären lassen, dass in dem Sektor die Erfahrungen mit IT-Risiken noch nicht sehr ausgeprägt sind“, so Spiegel. Die Finanzbranche sei hingegen weit vorsichtiger als die Industrie. Dort würde nur knapp ein Viertel der IT-Entscheider neue Technologien einsetzen, ohne das Risiko zu kennen. INNOVATION E-Banking per Smart Watch ó Den Kundenwünschen beim Online Banking sind scheinbar keine Grenzen gesetzt. Moderne Anwendungen sollen vor allem nutzerfreundlich sein. Oft braucht man zum sicheren Banking allerdings zwei Geräte – meist den PC für die Überweisung und ein zusätzliches Handy, Tablet oder Smartphone, um die Transaktionsnummer (TAN) zu empfangen. Beim Empfang der TAN in einer modernen Push-App ist noch ein zusätzliches App-Kennwort fällig. Das nervt vor allem junge Nutzer. Deshalb hat die Kieler Coronic GmbH eine Lösung entwickelt, die eine Überweisung per Knopfdruck über die eigene Smart Watch erlaubt. Bekommt der Nutzer beim Überweisungsvorgang die TAN auf sein Smartphone geschickt, so erkennt die App, ob sie in einer sicheren Umgebung läuft. Dies kann über die GPS-Koordinate der privaten Wohnung, die Netzwerkkennung am Arbeitsplatz oder bekannte Bluetooth-Geräte erfolgen. Zu Letzteren gehört auch die Smart Watch. Mithilfe der Uhr öffnet sich die Banking- App ohne weitere Kennwortabfrage und die Überweisung kann mit einem einzigen Klick bestätigt werden. 52 diebank 12.2015

FINTECHS Zencap fusioniert mit Funding Circle ó Der von Rocket Internet im März vergangenen Jahres aus der Taufe gehobene Online-Kreditmarktplatz Zencap fusioniert mit der britischen Online-Plattform Funding Circle. Der Name Zencap wird verschwinden. Künftig tritt das Unternehmen unter der Marke Funding Circle auf. Die Zencap-Gründer und Geschäftsführer Matthias Knecht und Christian Grobe werden das Unternehmen weiter leiten. Durch den Zusammenschluss entsteht den Angaben zufolge der erste global agierende Online-Marktplatz für Unternehmenskredite. Neben den USA und Großbritannien ist Funding Circle damit auch in Deutschland, Spanien und den Niederlanden vertreten. Als erster institutioneller Investor werde die US-Vermögensverwaltung Victory Park Capital (VPC) künftig weltweit in mittelständische Kredite über Funding Circle anlegen, teilten die beiden Unternehmen mit. Erst kürzlich hatte Zencap von VPC eine Investitionszusage von 230 Mio. € erhalten. Seit der Gründung 2010 hat die britische Online-Plattform Funding Circle Kredite im Volumen von über 1,3 Mrd. € an 12.000 Unternehmen in Großbritannien und den USA ausgezahlt. Zencap ist deutlich kleiner: In den ersten 18 Monaten wurden über 35 Mio. € an rund 520 Unternehmen ausgezahlt. Rocket Internet hat mit Lendico einen weiteren Online-Kreditmarktplatz im Portfolio. DIGITALISIERUNG Banken müssen IT aufrüsten ó Während die IT führender Banken bereits auf die Herausforderungen des digitalen Zeitalters ausgerichtet ist, sind viele andere Finanzhäuser diesbezüglich noch deutlich im Rückstand. Dies zeigt eine Studie der Managementberatung Bain & Company, für die weltweit IT-Verantwortliche von Kreditinstituten befragt wurden. Demnach befindet sich die Mehrzahl der Banken nach eigener Einschätzung seit vier Jahren in einer digitalen Transformation, um dem veränderten Kundenverhalten Rechnung zu tragen. Bain-Prognosen zufolge wird der Anteil digitaler Banktransaktionen bis 2020 auf bis zu 95 Prozent steigen. Die Kunden erwarten zunehmend ein digitales, voll integriertes Kundenerlebnis – und das stets auf dem neuesten Stand der Technik. Mit diesem rasanten Wandel können bislang nur einige Vorreiter mithalten. Zahlreiche IT-Manager hingegen kämpfen aufgrund knapper Budgets mit veralteten Systemen und Anwendungen. Darüber hinaus erfordern die höhere Komplexität des operativen Geschäfts sowie die verschärfte Regulierung umfangreiche Anpassungen der bestehenden IT. Diese ist das Herzstück einer digitalisierten Bank und damit ein strategisches Instrument, kein technisches Thema. Die Prioritäten eines Hauses müssen demnach für die IT übersetzt und vor allem budgetiert werden COLLABORATION-ANWENDUNG KANN HELFEN Zusammenarbeit oft nur Stückwerk ó Deutsche Unternehmen investieren kräftig in Collaboration-Anwendungen und interessieren sich dabei auch immer mehr für Cloud Services. Von einer effizienten und effektiven Zusammenarbeit sind sie aber noch weit entfernt – mit spürbar negativen Folgen. Mehr als zwei Drittel der von PAC befragten Führungskräfte in deutschen Unternehmen berichten von einer zunehmenden Bedeutung der Zusammenarbeit für den Geschäftserfolg. Gleichzeitig entwickelt sich die Teamarbeit auch zu einem bedeutsamen Kostenfaktor. Etwa ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringen Mitarbeiter heute durchschnittlich mit Kommunikation und Zusammenarbeit – Tendenz steigend. Dabei findet der Austausch immer häufiger in virtueller Form, etwa mobil sowie über Abteilungs- und Unternehmensgrenzen, statt. „Die Zusammenarbeit muss deutlich mehr Beachtung finden – bei der Prozessoptimierung und Organisationsgestaltung genauso wie bei der Konzeption von Steuerungssystemen“, fordert daher Dr. Andreas Stiehler, Principal Analyst bei PAC. Aus Sicht der Führungskräfte ließe sich im Durchschnitt knapp ein Fünftel der Zeit für Austausch und Kommunikation sparen, wenn die Zusammenarbeit technisch und organisatorisch optimal unterstützt würde. Doch knapp die Hälfte der Befrag- ten bewertet die technischen, organisatorischen und kulturellen Rahmenbedingungen bislang allenfalls als mittelmäßig. Die Führungskräfte bemängeln insbesondere die unzureichende Integration und Mobilität der Anwendungen sowie eine Organisation, die eine effektive Nutzung von Collaboration-Technologien eher behindert als fördert. Mit spürbaren Folgen: Mehr als zwei Drittel der Manager registrieren zunehmend frustrierte Mitarbeiter und knapp die Hälfte steigende Burn-out-Risiken. Zudem berichten 30 bis 50 Prozent der Führungskräfte von bereits erkennbaren negativen Folgen für die Produktivität, Innovationsfähigkeit und den Kundenservice.Dabei sind viele Unternehmen durchaus bereit, in moderne Technologien zur Unterstützung der Zusammenarbeit zu investieren. In jedem zweiten Fachbereich sind beispielsweise Filesharing-Anwendungen und Web- & Videokonferenzen im Einsatz. Deren Verbreitung dürfte in den nächsten Monaten sogar noch einmal deutlich zunehmen. Zudem geben immer mehr Unternehmen ihre Zurückhaltung gegenüber der Nutzung von Cloud-Diensten auf. Bereits heute sind laut PAC-Studie beispielsweise etwa jede dritte Webkonferenz-Lösung und etwa jedes vierte Filesharing-System Cloud-basiert. 12.2015 diebank 53

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