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die bank 11 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

UNTERNEHMENSANLEIHEN

UNTERNEHMENSANLEIHEN Sind Negativrenditen irrational? óó Die Negativrenditen am Anleihemarkt haben ein neues Niveau erreicht. Jüngst wurden die ersten Euro-Unternehmensanleihen mit einer negativen Rendite emittiert. Auf Euro lautende Anleihen mit negativen Renditen seien prinzipiell nichts Neues, erklärt Enzo Puntillo, Finanzexperte bei GAM. Neu seien allerdings Negativrenditen bei Unternehmensanleihen, bei denen Investoren ein Kreditrisiko tragen. Die emittierten Anleihen bieten den Investoren eine Rendite von -0,05 Prozent für Laufzeiten über zwei sowie über dreieinhalb Jahre. „Diese Renditen mögen irrational niedrig erscheinen“, kommentiert Puntillo. Allerdings wiesen sie für bestimmte Investoren dennoch einen Wert auf. Regulierte Investoren wie Versicherer und Pensionseinrichtungen würden im Grunde dazu gezwungen, Anleihen zu kaufen und könnten daher nicht als irrational angesehen werden. Für sie würden solche Unternehmensanleihen eine bessere Investmentgelegenheit darstellen als etwa zweieinhalbjährige Bundesanleihen mit einer Rendite von -0,64 Prozent. Die Negativrenditen sollten daher nicht auf irrationales Verhalten von Anlegern zurückgeführt werden, sondern auf Bemühungen der Notenbanken, die Renditen künstlich niedrig zu halten. Denn die europäischen Zentralbanken strebten niedrige Renditen an, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren, so Puntillo weiter. GELDPOLITIK LÖST KEINE WACHSTUMSPROBLEME Konjunkturprognose ó ó „Die Geldpolitik ist weder in der Lage, die Wachstumsprobleme der Weltwirtschaft noch die Europas zu lösen“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands Michael Kemmer mit Blick auf die Herbst-Konjunkturprognose 2016/2017. Negative Zinsen, die Abschaffung des Bargelds oder höhere Inflationsziele der Notenbanken sind für die Chefvolkswirte der privaten Banken keine Mittel zur Bekämpfung der globalen Wachstumsschwäche. Nach Kemmers Einschätzung, würden nur glaubwürdige und nachhaltige Strukturreformen – vor allem in Europa – helfen. Denn auch im Euro-Raum verdichten sich mehr und mehr die Anzeichen, dass die expansive Geldpolitik der EZB inzwischen an die Grenzen ihrer Wirksamkeit stoße. In einem Umfeld von rekordtiefen Leitzinsen, strukturellen Wachstumsproblemen und einem nach wie vor hoch verschuldeten Sektor bewirkten zusätzliche Impulse der Geldpolitik kaum noch etwas Positives. Angesichts der wirtschaftlichen Erholung im Euro-Raum und einer allmählich wieder anziehenden Inflationsrate empfehlen die Volkswirte der privaten Banken der EZB eine Geldpolitik der „ruhigen Hand“. Auf neue expansive Schritte solle verzichtet werden. „Eine Debatte, wie das Aufkaufprogramm der EZB allmählich zurückgefahren werden kann, ist überfällig“, so Michael Kemmer. ENTSCHEIDUNG FÜR ANLAGEFORMEN FALLEN MEIST AUFGRUND DER KOSTENSTRUKTUR Mehrheit hält Fokussierung auf passive Anlageformen für riskant óó Eine große Mehrheit (65 Prozent) deutscher Finanzberater glaubt, dass Anleger häufig die Risiken unterschätzen, die mit übermäßigem Vertrauen in passive Anlageformen verbunden sind. Die Berater betrachten mit Sorge, dass die Entscheidung für passive Anlageformen häufig nicht aufgrund des möglichen Mehrwerts fällt, sondern ausschließlich angesichts ihrer günstigeren Kostenstruktur. Dies geht aus einer aktuellen Befragung unter 150 deutschen Finanzberatern zu den derzeit größten Herausforderungen bei der Anlageberatung hervor. Denn hinsichtlich der zunehmenden Marktvolatilität meinen 78 Prozent, dass nahezu bei allen Performance-Indikatoren aktive Anlageformen passive Anlageformen übertreffen. Diese beinhalten etwa die Alpha-Generierung, die risikobereinigte Rendite, die Ausnutzung kurzfristiger Marktbewegungen und eine bessere Diversifizierung durch alternative Anlagen. Rund um den Globus wenden sich die Berater einem zielbasierten Planungsansatz zu. Etwa 95 Prozent der deutschen Berater (im Vergleich zu 88 Prozent weltweit) haben ihre Kundenberatung bereits auf die zielgerichtete individuelle Finanzplanung umgestellt. So können sie die Risikobereitschaft, die finanziellen Ziele und die individuellen Erwartungen jedes einzelnen Kunden stärker in den Fokus rücken. Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Reaktion der Anleger auf Märkte und Volatilität zu managen. So sagten beispielsweise 79 Prozent der deutschen Berater auf die Frage nach den Folgen des britischen EU-Austritts, dass diese Entscheidung die Anleger selbst stärker beeinflusse als die Märkte. Zu automatisierten Anlageberatungen, den sogenannten Robo Advisors, zeigt sich die Mehrheit der befragten Finanzberater überwiegend positiv eingestellt. Sie sind der Überzeugung, dass neue, technologiebasierte Geschäftsmodelle eine Lösung für die bevorstehende Beratungslücke bieten können – und zwar insbesondere unter jungen Anlegern und Investoren mit geringem und mittlerem Einkommen. 75 Prozent der deutschen Berater sind dabei nicht besorgt, dass traditionelle Beratungsmodelle durch Robo Advisors ersetzt werden könnten. Dies kann jedoch auch der Tatsache geschuldet sein, dass automatisierte Anlageberatungen nach Ansicht der Umfrageteilnehmer nie den Grad an taktischer Portfolio-Strukturierung bieten können, der insbesondere bei fallenden und fluktuierenden Märkten erforderlich ist. 6 diebank 11.2016

Finanzmarkt Trends KLEINANLEGERSCHUTZGESETZ Untergang des Crowdinvesting? óó Ein Jahr nach Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes kristallisieren sich die Vor- und Nachteile der neuen Regelungen, die erstmals Schwarmfinanzierungen in Deutschland regulieren, heraus. Crowdinvesting-Plattformen und Verbände begrüßen die Bestrebungen des Gesetzgebers, den Anlegerschutz zu stärken, sehen auf der anderen Seite aber noch Handlungsbedarf für die Politik. Denn obwohl der Schutz der Anleger Priorität hat, muss auch die Interessenlage der kapitalsuchenden Unternehmen und der Crowdinvesting-Plattformen beachtet werden. So können es sich diese aufgrund der kleinen Emissionsvolumina und geringeren Investitionsbeträge nicht erlauben, einen Verkaufsprospekt für ihr öffentliches Angebot zu erstellen. Eine Prospektpflicht bei Kleinanlegern wäre ein übermäßiger, ungerechtfertigter Aufwand. Wie die Bergfürst AG in ihrem aktuellen Whitepaper skizziert, sei dies ein schmaler Grat zwischen sinnvollem Anlegerschutz und einer „Todregulierung“ dieses innovativen Finanzierungsinstruments. Ein gänzlicher Untergang der Branche hätte auch Nachteile für die Kleinanleger, die im derzeitigen Niedrigzinsumfeld wenige alternative Anlagemöglichkeiten hätten. Durch Crowdinvesting werde ihnen hingegen die Chance gegeben, ihr Investment-Portfolio um eine attraktive Anlageklasse zu erweitern. WELTWIRTSCHAFT Konjunkturdynamik stagniert óó Das Weltwirtschaftswachstum hat nach seinem Tiefpunkt zu Jahresbeginn wieder leicht Fahrt aufgenommen. Dennoch lassen einige Anzeichen darauf schließen, dass sich die Konjunkturdynamik nicht weiter beschleunigt. Ausschlaggebend für das konsumgetriebene Wachstum bleibt die in den meisten Industrieländern solide Tendenz bei Beschäftigung und Reallöhnen. Allerdings sollten Anleger das zuletzt etwas schwächere globale Verbrauchervertrauen im Auge behalten. In nächster Zeit könnte es zudem weltweit zu einer Straffung der Kreditkonditionen kommen, so die Einschätzung von Anna Stupnytska, Volkswirtin bei Fidelity International. Dafür spreche jedenfalls die wahrscheinliche Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember. Auch der vom Brexit-Votum ausgehende Dämpfer für die britische Wirtschaft werde die Stimmung und das Wachstum besonders im Euroraum im zweiten Halbjahr voraussichtlich beeinträchtigen, da mehr als 7 Prozent der Warenexporte des Euroraums ins Vereinigte Königreich gehen. Zum Jahresende sei daher in der Eurozone mit einer Wachstumsabkühlung zu rechnen. ANLAGESTRATEGIEN Smart Beta wird bedeutsamer óó Das Jahr 2015 verlief für aktive Fonds mit Domizil in Europa positiv. Durchschnittlich 47 Prozent der Fonds übertrafen ihre Referenzindizes, ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Niveau von 25 Prozent im Jahr 2014. Wie eine Studie von Lyxor zeigt, ist ein erheblicher Teil der Outperformance spezifischen Risikofaktoren zu verdanken. Diese Risikofaktoren stellen Aktien dar, die jeweils dieselben Merkmale oder Verhaltensmuster aufweisen. Die fünf wesentlichen Risikofaktoren sind: Geringe Größe, Wert, Qualität, geringes Beta und Momentum. Insgesamt lassen sich 90 Prozent der Portfoliorenditen auf diese Faktoren zurückführen. Weiterhin vergleicht die Studie die Performance aktiver Fonds mit Minimum-Variance-Smart-Beta-Indizes, die die Portfoliovolatilität reduzieren sollen. Hier waren die Ergebnisse noch überzeugender: Während 72 Prozent der aktiven Fonds in der Kategorie Europa 2015 eine traditionelle Benchmark übertrafen, schnitten nur 14 Prozent besser ab als der Smart-Beta-Index. Die Resultate zeigen also die wachsende Bedeutung von Smart-Beta-Strategien auf der Basis von Regeln, die sich nicht auf die Marktkapitalisierung stützen, als unverzichtbarer Grundbaustein eines Anlegerportfolios. 11.2016 diebank 7

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