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die bank 11 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó IT & KOMMUNIKATION

ó IT & KOMMUNIKATION diebank: Bislang fehlt es vor allem an Transparenz und konkreten Zahlen, um die Geschäftsmodelle der Robo Advisors nachhaltig beurteilen zu können. Der Härtetest in Zeiten einer Finanzkrise steht zudem noch aus. Wird das Geschäftsmodell auch in zehn Jahren noch tragen? Bauer: Mit Sicherheit. Schon nach den ersten Jahren wird sich das Modell durchgesetzt haben. Der Brexit war ein erster Härtetest. Der kurzfristige Einbruch der Finanzmärkte wurde innerhalb weniger Wochen in den Portfolios mit den Gewinnen der Erholung überkompensiert. Dies ist ein Beispiel für das Vermeiden von Fehlverhalten, also falsches kurzfristiges Markettiming. In diesem Zeitraum wurden von einigen aktiven physischen Beratern emotional und handlungsgetrieben falsche Anlageentscheidungen getroffen. Prior: Ich sehe es etwas differenzierter. Die große Mehrzahl der Fin- Techs weist aktuell ein zu geringes Wachstum und eine zu geringe Anzahl an Kunden aus, um zu nachhaltig positiven Geschäftsergebnissen zu kommen. Das Geschäftsmodell der Robos wird sich weiter verändern und dem Kundenbedarf anpassen müssen. Dabei wird sich der Markt auf der Anbieterseite bereinigen. Die Innovationskraft in diesem Segment wird dauerhaft sehr hoch bleiben. Bis es zu einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage mit positiven Ergebnissen auf Kunden- und Anbieterseite kommt, werden aber sicherlich noch einige Jahre vergehen. Zeitnitz: Auf Grundlage der bereits gewonnenen Erkenntnisse bin ich überzeugt, dass in den nächsten Jahren Hybridlösungen mit Banken den größten Erfolg haben werden. Es wird sicherlich auch reine Online-Kunden geben und diese Zahl wird wachsen. Gleichwohl wird eine Tätigkeit als reiner Online-Robo ohne Partner nur schwer zu einer attraktiven Marktposition mit schwarzen Zahlen führen. Marcel Salmikeit, Deutsche Apotheker- und Ärztebank diebank: Werden die Banken am Ende also doch die Gewinner der Digitalisierung sein? Prior: Ja. Banken, die früh agieren, mit dem richtigen Vorgehensmodell schnell lernen und in der Lage sind, einen digitalen Fußabdruck aufzubauen, werden zu den Gewinnern zählen. Die eigentliche Bedrohung lauert nicht bei den FinTechs, sondern im Bankgebäude nebenan und in Übersee. Zeitnitz: Es verhält sich wie bei den Online-Brokern vor zehn oder 20 Jahren: Die Banken gibt es immer noch, aber Marktanteile und Margen haben sich durch die Direktbroker geändert. Wer sich anpasst und mitmacht, wird ein Gewinner sein. Untätigkeit und Ignoranz sind dagegen äußerst gefährlich. Bauer: Es wir Banken geben, die die Vorteile der Fin- Techs erkennen und für sich nutzen. Diese werden am Ende zu den Gewinnern gehören, andere werden verlieren. Dr. Olaf Zeitnitz, Geschäftsführer der VisualVest GmbH diebank: Wird es bald einen Verdrängungswettbewerb zwischen digitalen und menschlichen Beratern geben? Zeitnitz: Nein, das glaube ich nicht. Viele Berater sehen in den Robo-Technologien Chancen für die Ergänzung und Optimierung der persönlichen Beratung und können damit auch zusätzliche Kunden erreichen. Salmikeit: Ich denke auch, dass es keinen Verdrängungswettbewerb geben wird. Als Beimischung kann der digitale Berater sicherlich einen Teil einer Depotstruktur abbilden, allerdings ist dem Kunden nach wie vor ein Berater wichtig, mit dem er sich austauschen kann. Gerade bei hohen Volumen ist der menschliche Kontakt wichtig. Bauer: Ich sehe nicht zwangsläufig einen umfassenden Verdrängungswettbewerb, sondern vielmehr in jenen Bereichen, die durch die Digitalisierung sinnvoll ersetzt werden können. Also ja, wenn Sie so wollen, zumindest teilweise dürfte es schon zu einem Verdrängungswettbewerb kommen. Prior: Die Anzahl der Berater in der Fläche wird sinken. Beratungs- Hubs und noch speziellere Beratungsangebote werden entstehen. Die Verdrängung entsteht jedoch nicht ursächlich durch die Robos, sondern eher durch den Kostendruck auf die Beratungsleistung. Digitalisierte Beratungsangebote werden dauerhaft eine Ergänzung und eine Entlastung für den Berater darstellen. Vom Ersatz eines persönlichen Beraters sind wir jedoch noch weit entfernt. diebank: Meine Herren, haben Sie vielen Dank für dieses Gespräch. Ulrich Bauer, Mitgründer und Chief Advisory Officer der Ginmon GmbH, Marcel Salmikeit, Prokurist bei der Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Dr. Olaf Zeitnitz, Geschäftsführer der VisualVest GmbH und Mitglied der Geschäftsleitung der Union IT Services GmbH, Moderator Dr. Stefan Hirschmann sowie Gerald Prior, Vorstandsvorsitzender der Cofinpro AG. 54 diebank 11.2016

IT & KOMMUNIKATION ó ¾¾ FOTONACHLESE Die Digitalisierung des Bankings IBM-Roboter NAO: Der zukünftige Bankberater? ROADSHOW Infolge der digitalen Transformation steigt bei Banken der Grad der Automatisierung und Standardisierung. Die Blockchain- Technologie (DLT), innovative Payment-Verfahren, die automatisierte Anlageberatung oder kognitive Computerprogramme wie IBM Watson eröffnen ganz neue Dimensionen, wie eine gemeinsame Roadshow von Latham & Watkins, IBM und Bank-Verlag gezeigt hat. Axel Schiemann | Latham & Watkins. Michael von den Driesch | IKB Deutsche Industriebank AG. Steffen Pörner | Bankenverband NRW. Markus Koerner | Geschäftsführer von IBM Deutschland. Laetitia Schmitz | The Bank of Tokyo-Mitsubishi. Andreas Wodtke | IBM DACH. Thies Deike | Latham & Watkins. Michael Eichler | Bank-Verlag GmbH. Dr. Sonja Rauner | HSBC Trinkaus & Burkhardt AG. 11.2016 diebank 55

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