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die bank 11 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BANKING Es läuft

ó BANKING Es läuft rund MERCEDES-BENZ BANK Das Geschäft der Autobanken läuft rund, während viele universal aufgestellte Geschäftsbanken kämpfen. Das Gesamtvolumen aller betreuten Leasing- und Finanzierungsverträge wuchs im vergangenen Jahr um fünf Prozent und lag zum Jahresende beim historischen Höchststand von 104 Mrd. €. Doch die Luft wird dünner. „Wir stehen nicht nur im Wettbewerb zu den anderen Autobanken, sondern zu allen Banken“, sagt Franz Reiner, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz Bank AG. Wie die Konkurrenten müssen sich die erfolgsverwöhnten Stuttgarter etwas einfallen lassen, um auch künftig am Markt zu bestehen. Wie sich Daimlers Herstellerbank zur Mobilitätsbank wandelt, erklärt Reiner im Gespräch mit unserer Redaktion. Eli Hamacher Keywords: Strategie, Autobanken, Finanzierung, Geschäftsmodelle Zum Interview im voll verglasten Konferenzzimmer erscheint Franz Reiner in mehrfarbigen Turnschuhen, Jeans und Freizeithemd mit aufgekrempelten Ärmeln. Am Casual Friday will sich auch der Vorstandsvorsitzende der Mercedes-Benz Bank nicht dem legeren Dresscode im Büro entziehen. An den anderen Tagen geht es förmlicher zu. Kommen Kunden, trägt der Chef Anzug und auch schon mal Krawatte. Wen er empfängt, das wissen zumindest die Kollegen auf der fünften Etage ganz genau. Statt sich im eleganten Chefzimmer mit Vorzimmerdame zu verschanzen, legt Reiner Wert auf Transparenz. Im wahrsten Sinne des Wortes. Der 49-Jährige sitzt ganz unspektakulär im Großraumbüro. Die Nähe zu seinen Mitarbeitern ist ihm wichtig. „Ohne sie wäre der Erfolg der Bank nicht denkbar“, sagt der Wirtschaftsingenieur, der 2011 an die Spitze der Mercedes-Benz Bank rückte. Die Unternehmenskultur mit ihren flachen Hierarchien, den guten Entwicklungsmöglichkeiten und flexiblen Arbeitszeitmodellen wissen die Mitarbeiter zu schätzen. Im Frühjahr 2016 kürte das unabhängige Great Place to Work-Institut die Daimler Financial Services, zu der die Bank gehört, zum besten Arbeitgeber Deutschlands in der Kategorie 2.001 bis 5.000 Mitarbeiter. 2014 landete sie sogar unter den 25 besten Arbeitgebern weltweit. Die schönen Finanztöchter der Automobilkonzerne machen ihren Müttern alle Ehre. Konkurrent Volkswagen Financial Services belegte beim Ranking von Great Place to Work Rang eins in seiner Kategorie (mehr als 5.000 Mitarbeiter). Während die Bankbranche seit der Finanzkrise unter einem schlechten Image leidet und infolge von Niedrigzinsphase, steigender Regulatorik sowie verschärften Wettbewerbs ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen muss sowie gleichzeitig massiv Stellen abbaut, stockt die Mercedes-Benz Bank auf. Längst haben nicht mehr alle Kollegen von Franz Reiner in der Zentrale auf dem Stuttgarter Pragsattel Platz. Das soll sich Anfang 2017 ändern. Gleich neben dem Gebäude, vor dem gut sichtbar eine riesige Fahne mit dem Logo „Great place to work“ im Wind flattert, wird kräftig gebaut. 600 Mitarbeiter sollen hier einziehen und nicht länger auf verschiedene Standorte in der Hauptstadt Baden-Württembergs verstreut sein. Gut 2.000 Mitarbeiter beschäftigt die Bank zum Ende des Jahres, das sind 40 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Ihr Einsatz zahlt sich aus. Zum Gesamtergebnis des Automobilkonzerns steuerte die Daimler Financial Services im vergangenen Jahr immerhin zwölf Prozent bei, wobei der Beitrag der Bank nicht einzeln ausgewiesen wird. Heiß begehrte Konsumgüter und Statussymbole Das Geschäft der Branche läuft rund. Die Autobanken haben 2015 das Neugeschäft um sechs Prozent auf den Rekordwert von 38,8 Mrd. € gesteigert, hat der Arbeitskreis Autobanken (AKA) ausgerechnet. Das Gesamtvolumen aller betreuten Leasing- und Finanzierungsverträge wuchs um fünf Prozent und lag zum Jahresende beim historischen Höchststand von 104 Mrd. €. Ein wesentlicher Wachstumstreiber war das Geschäft mit Unternehmen und gewerblichen Kunden. Insgesamt schlossen die herstellerverbundenen Finanzdienstleister gewerbliche Leasingund Finanzierungsverträge im Wert von 21,8 Mrd. € ab, sieben Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch im Privatkundengeschäft erzielten die Banken der Automobilhersteller 2015 laut AKA ein solides Wachstum: Mit privaten Finanzierungs- und Leasingverträgen im Wert von 15,5 Mrd. € verzeichneten dessen Mitglieder, die die führenden 31 Automobilmarken repräsentieren, ein Plus von vier Prozent. Und die Aussichten scheinen gut zu bleiben. Dank der stabilen Konjunktur und der exzellenten Lage am Arbeitsmarkt sind Au- 24 diebank 11.2016

BANKING ó ¾¾ DIE MERCEDES-BENZ BANK UND DER MARKT Die Banken und Leasinggesellschaften der Automobilhersteller decken laut Arbeitskreis Autobanken (AKA) rund zwei Drittel des Markts für automobile Finanzdienstleistungen ab – daneben sind noch Spezialbanken, unabhängige Leasinggesellschaften, Sparkassen und Universalbanken im Markt aktiv. Als erste herstellereigene Autobank entstand 1926 die Ford Credit Company AG in Berlin. Sie sollte auch Normalbürgern die Anschaffung eines Autos ermöglichen, das damals noch als Luxusartikel galt. Dessen Finanzierung wollten viele klassische Banken nicht übernehmen. Verglichen mit den Pionieren der Branche stieg Daimler erst spät in das Geschäft mit der Finanzierung der eigenen Wagen ein. 1967 begann die Daimler-Benz AG mit dem Fahrzeug-Leasing-Geschäft und gründete 1979 die Mercedes Leasing GmbH. Nach dem Einstieg ins Finanzierungsgeschäft ging diese in die Mercedes-Benz Finanz GmbH über. 1997 startete Daimlers Finanztochter das Flottengeschäft. Im Jahr 2000 beschloss dann die fusionierte DaimlerChrysler unter ihrem damaligen Chef Jürgen Schrempp, mit der DaimlerChrysler Bank eine universale Direktbank zu gründen. Die Banklizenz erhielt sie 2002. Seitdem konnte das Institut seinen Kunden auch Tagesgeldkonten, Sparpläne, Festzinskonten, Investmentfonds, Zertifikate und Kreditkarten (MercedesCard) anbieten. Nach der Trennung von Chrysler wurde die Bank kurze Zeit später, Anfang 2008, in Mercedes-Benz Bank umbenannt. Die Bank ist eine 100-prozentige Tochter der Daimler Financial Services AG (DFS), die wiederum zu 100 Prozent zum Daimler-Konzern gehört. Unter dem Dach der DFS agieren auch der Carsharing-Anbieter Car2go, die Mobilitätsplattform Moovel, das Taxiportal MyTaxi sowie Beteiligungen am Limousinen-Service Blacklane und am Fernbusunternehmen Flixbus, das Anfang August 2016 den Konkurrenten Postbus übernommen hat. Anfang Juli 2016 gab die DFS bekannt, dass sie für 1,1 Mrd. € die Athlon Car Lease International B.V., ein Tochterunternehmen der zur niederländischen Rabobank gehörenden De Lage Landen International Gruppe, kauft, um ihr Flottenmanagement zu stärken. Das Portfolio von Athlon wird mit der Daimler Fleet Management unter der Marke Athlon zusammengeführt. Das gemeinsame Portfolio umfasst dann rund 340.000 Pkw und Vans. Die DFS wird künftig wie bisher auch schon, aber dann wesentlich stärker, markenübergreifend arbeiten. 11.2016 diebank 25

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