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die bank 11 // 2015

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

ó BERUF & KARRIERE

ó BERUF & KARRIERE KAREN PEETZ Die Bodenständige fi AT THE TOP Im New Yorker Finanzdistrikt bin ich mit vier Gesprächspartnern im Gebäude One Wall Street verabredet. Ich bin zugegebenermaßen recht unaufmerksam und renne fast in eine Dame, die Richtung Aufzug eilt. „Das ist doch…“ – und richtig: Vor etwa eineinhalb Jahren hatte ich Gelegenheit, einem Auftritt von Karen Peetz im Umfeld der Securities Industry and Financial Markets Authority (SIFMA) hier in New York beizuwohnen. Seinerzeit gewann ich den Eindruck, dass sie als eine der mächtigsten Bankerinnen der Welt bodenständig geblieben ist. Karen Peetz hatte in einer bemerkenswerten Rede ihre Kollegen im Global Banking dabei aufgefordert, den Reset- Button zu drücken und zu den davor in der Finanzkrise gepflegten Werten zurückzukehren. Die 59-Jährige hat nicht nur die eigene Bank nach der Finanzkrise wieder auf den Erfolgsweg zurückgeführt, sondern auch Reformen im gesamten Finanzsektor der USA mitgestaltet. 2008 hat sie die Regierung in Washington im Hinblick auf das Troubled Asset Relief Program beraten. Karen Peetz geht selbstkritisch mit ihrer Branche um. Sie erkennt Schwächen und Fehler und spricht diese deutlich an. Sie macht sich bei ihren Banker-Kollegen nicht immer Freunde, wenn sie zum Beispiel Verständnis für die harten aufsichtsrechtlichen Vorschriften äußert. Sie fordert von ihren Kollegen als Folge der in der Vergangenheit gemachten Fehler, heute mehr Verantwortung gegenüber der Gesellschaft zu übernehmen. Jetzt, wo es auf vielen Ebenen striktere Regulierungsvorhaben gibt, sagt Peetz: „Es hat im Banking viel zu lange gedauert, bis wir alle realisiert haben, dass sich die Spielregeln verändert haben.“ Banker müssten „es in ihre Dickköpfe prügeln“, dass sie in der Vergangenheit vieles falsch gemacht hätten und es heute neue Regeln zu akzeptieren gelte. Ein Kampf gegen dieses regulatorische Umfeld sei der falsche Weg. Als wichtige Aufgabe betrachtet sie die Schaffung einer zukunftsweisenden neuen Bankenkultur. Sie will sicherstellen, dass sich die gesamte Organisation der Bank auf die nachhaltigen und weitreichenden regulatorischen Veränderungen einstellt. Wie wichtig ihr Regeltreue innerhalb der Bank ist, zeigt der Fakt, dass sie auf oberer Management-Ebene regelmäßig zu Regulierungs-Treffen einlädt. Es gelte für alle Beteiligten, bei der Ausgestaltung und Umsetzung der von den Behörden erlassenen Regelwerke wie des Dodd-Frank- Gesetzes und der Volcker-Rule vorauszudenken und nicht nur zu reagieren, wie das in den vergangenen Jahren nach der Krise zu oft der Fall gewesen sei. Dass sich Peetz auch viel Zeit für das „Women’s Initiative Network“ nimmt, zeigt ihre Einstellung gegenüber der Gesellschaft. Sie hat dieses Netzwerk vor acht Jahren mit Gleichgesinnten gegründet, um herauszufinden, wie Mitarbeiter längerfristig an Unternehmen gebunden werden können. „Wir müssen unseren Mitarbeitern immer wieder sagen, dass ihre eigene Rolle innerhalb der Bank absolut wichtig für den Gesamterfolg des Instituts ist“, findet sie. Bei solchen Aussagen orientiert sie sich wohl auch an ihrer eigenen Karriere. Ihr fachliches Rüstzeug hat sie an der Pennsylvania State University und der John Hopkins University erworben. Nachdem sie über 16 Jahre hinweg für JP Morgan Chase und die Chemical Bank in mehreren Führungspositionen in vielen Ländern aktiv war, wechselte Peetz 1998 zur Bank of New York Co., aus der die heutige BNY Mellon hervorgegangen ist. Die zweifache Mutter ist nicht nur in akademischen Kreisen, sondern auch in vielen Wirtschaftsbranchen sehr gefragt. Das zeigen ihre zahlreichen Ehrenämter. Unter anderem ist sie Chairwoman des Pennsylvania State Universitys Board of Trustees und Mitglied des Board of Director der SIFMA. Über Karen Peetz weiß man auch, dass ihr die Förderung von Frauen besonders am Herzen liegt. Jüngsten Statistiken zufolge sind 54 Prozent der Arbeitnehmer bei US- Banken weiblich. Dass die Führungspositionen der Finanzinstitute rund um die Wall Street und andernorts in den USA lediglich zu 12 Prozent von Frauen besetzt sind, kann jemanden wie Karen Peetz nicht zufriedenstellen. ó Jonas Dowen 78 diebank 11.2015

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