Aufrufe
vor 9 Monaten

die bank 10 // 2018

  • Text
  • Banken
  • Institute
  • Deutschland
  • Unternehmen
  • Deutlich
  • Deutsche
  • Insbesondere
  • Direktinvestitionen
  • Anforderungen
  • Laut
die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT INTERVIEW

MANAGEMENT INTERVIEW Fusion ist kein Selbstzweck Nach der Finanzkrise galten Großfusionen lange als Tabu, zu groß erschien das Risiko, dass der Staat und damit der Steuerzahler im Fall einer weiteren Krise noch größere Institute retten müsse. Mittlerweile vergeht aber kaum ein Tag ohne Spekulationen über neue Zusammenschlüsse. Die UBS hat einen Index entwickelt, der zeigt, in welchem Land eine Konsolidierung des Bankensektors am attraktivsten wäre, gemessen beispielsweise an Werten wie Filialen im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung oder der Eigenkapitalrendite. Im Ergebnis liegt Deutschland vor Österreich deutlich an der Spitze. „die bank“ sprach mit Dirk Müller-Tronnier, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, über den Nutzen möglicher Fusionen. die bank: Deutschland gilt mit aktuell rund 1.600 selbstständigen Banken als „overbanked“, in Frankreich und UK sind es nur je etwa 400. Die Zahl der Institute hat durch Fusionen und Übernahmen in den vergangenen Jahren in allen Sektoren bereits deutlich abgenommen. Mit welchem Trend rechnen Sie künftig und mit welchen Folgen? Dirk Müller-Tronnier: Diese Entwicklung wird weiter voranschreiten. Einige Banken waren schon bisher aktiv bei Fusionen und halten auch weiterhin die Augen offen. So können teilweise interessante Bilanzeffekte erzielt und gleichzeitig der margengefährdende Wettbewerb reduziert werden. Allerdings müssen wir auch sehen, dass es zwar beispielsweise hunderte Sparkassen gibt, diese aber durch ihr Regionalprinzip kaum Überschneidungen aufweisen und sich also kaum Konkurrenz machen. Ähnlich verhält es sich bei den Genossenschaftsbanken. Hier wird es aber auch weiter zu Fusionen und damit zur Verringerung von Organisationseinheiten führen. Diese Entwicklung bedeutet jedoch nicht automatisch eine Situationsverbesserung für die übrigen Banken. Mittelfristig dürften sich in allen Segmenten des Bankgeschäfts ähnliche Entwicklungen wie in den letzten Jahren bei den Hypothekenbanken ergeben – es wird auf weniger Anbieter hinauslaufen, die dann jeweils eine gewisse kritische Größe aufweisen oder für eine besondere Leistung stehen. die bank: Die einen halten eine deutsche „Megabank“ für unerlässlich, um am Weltmarkt bestehen zu können, die anderen beurteilen einen solchen Schritt als gefährlich. Welche Vor- und Nachteile könnte eine Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank den Unternehmen bringen? Müller-Tronnier: Größe allein ist kein wichtiges Merkmal, zumal offen ist, was jeweils gemeint ist: Bilanzsumme, Mitarbeiteranzahl, Filialnetz, Börsenwert, Eigenkapital. Dabei ergibt sich anhand dieser möglichen Kriterien auch für eine fusionierte deutsche „Megabank“ international keine deutlich veränderte Situation. Die Marktstellung oder das Ziel einer bestimmten Marktposition ist wichtiger. Das Management wird sich fragen, ob sich dies durch die Übernahme von oder Fusion mit einem Wettbewerber erreichen bzw. verbessern lässt. Denn zwei Partner, die dieselben Kunden bedienen und in denselben Punkten gut sind, erreichen kaum Neues, gehen aber möglicherweise zusätzliche Klumpenrisiken ein. Ergebnis sollte aber sein, unterschiedliche Stärken in verschiedenen Bereichen, Kundensegmenten, Märkten und Ländern zu verbinden. diebank: Experten glauben, dass auch Fusionen zwischen europäischen Großbanken wahrscheinlicher werden, z.B. bei der italienischen UniCredit und der französischen Société Générale. Die Bankenaufseher der EZB haben sich bereits mehrfach für grenzüberschreitende Fusionen ausgesprochen, damit die Bankenunion mit Leben gefüllt wird. Welche Vorteile würden sich daraus konkret ergeben? Müller-Tronnier: Eine Fusion an sich ist kein Selbstzweck, und kein Vorstand und Aufsichtsrat wird sich allein durch Wunschvorstellungen Dritter zu solch einem Projekt treiben lassen. Ein 40 10 // 2018

MANAGEMENT Fusionsplan muss immer geschäftlich vorteilhaft erscheinen, ob nun innerhalb eines Landes oder grenzüberschreitend. Die Regulatoren erwarten, dass die Banken – und je größer, desto eher – schnell aussagekräftige und verlässliche Informationen bereitstellen können. Aber die Datenhaushalte stellen schon innerhalb bestehender Institute eine gewaltige Herausforderung dar, das Zusammenführen zweier IT-Systemlandschaften und vieler komplexer Anwendungen ist eine Mammutaufgabe. Es liegt daher nicht auf der Hand, dass in der Liga der europäischen Großbanken demnächst Fusionen erfolgen. In Deutschland sind Zusammenschlüsse schon an der nicht möglich erscheinenden Einigung über den Hauptsitz gescheitert – wie wäre dies wohl bei Fusionsvorhaben innerhalb Europas zu erwarten? diebank: Welche Rolle könnten US-Banken beim Fusionskarussell spielen? Müller-Tronnier: Große amerikanische Banken wären sicher aufgrund ihrer relativen Stärke (Eigenkapital, Börsenkapitalisierung, Selbstverständnis) kein natürlicher Fusionspartner, sondern eher Käufer europäischer Banken. Aber auch für sie stellt sich die Frage: Kann durch die Übernahme einzelner Häuser ihre Marktstellung erkennbar ausgebaut werden - und in welchen Segmenten? Daher wären gezielte Aktivitäten dort zu erwarten, wo eine europäische Bank tatsächlich starke Marktpositionen hat – also in einem maßgeblichen Heimatmarkt, in der Präsenz in bestimmten Regionen, in einer interessanten Kundengruppe. Die Fragen stellte Eli Hamacher. STRATEGIEFORUM TRANSACTION BANKING Entwicklungen voraussehen und Erfolgswege aufzeigen JETZT ANMELDEN Besuchen Sie unser Forum für Kreditinstitute Lindner Hotel City Plaza Köln, 07. März 2019 www.omikron.de 10 // 2018 41

die bank

die bank 01 // 2019
die bank 02 // 2019
die bank 03 // 2019
die bank 04 // 2019
die bank 05 // 2019
KINOTE 01.2019
die bank 06 // 2019
diebank 07 // 2019
die bank 01 // 2018
die bank 02 // 2018
die bank 03 // 2018
die bank 04 // 2018
die bank 05 // 2018
die bank 06 // 2018
die bank 07 // 2018
die bank 08 // 2018
die bank 09 // 2018
die bank 10 // 2018
die bank 01 // 2017
die bank 02 // 2017
die bank 03 // 2017
die Bank 04 // 2017
die bank 05 // 2017
die bank 06 // 2017
die bank 07 // 2017
die bank 08 // 2017
die Bank 09 // 2017
die bank 10 // 2017
die bank 01 // 2016
die bank 02 // 2016
die bank 03 // 2016
die bank 04 // 2016
die bank 05 // 2016
die bank 06 // 2016
die bank 07 // 2016
die bank 08 // 2016
die bank 09 // 2016
die bank 10 // 2016
die bank 11 // 2016
die bank 12 // 2016
die bank 01 // 2015
die bank 02 // 2015
die bank 03 // 2015
die bank 04 // 2015
die bank 05 // 2015
die bank 06 // 2015
die bank 07 // 2015
die bank 08 // 2015
die bank 09 // 2015
die bank 10 // 2015
die bank 11 // 2015
die bank 12 // 2015

© die bank 2014-2018