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die bank 10 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT GESCHÄFTSMODELLE: RABOBANK Banking for Food Im Jahr 2050 müssen laut Hochrechnungen der Vereinten Nationen mehr als 9 Mrd. Menschen auf unserer Erde ernährt werden. Das bedeutet, dass die Lebensmittelproduktion um fast 50 Prozent gesteigert werden muss. Gleichzeitig steht der Lebensmittel- und Agrarsektor vor der Aufgabe, die Treibhausgasemissionen entscheidend zu senken, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten. Diese enorme Herausforderung steht im Fokus der Mission: „Growing a better world together“. Die Geschichte der Rabobank beginnt vor gut 120 Jahren. Ihre Wurzeln liegen in der von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gegründeten Genossenschaftsbewegung – daher auch der Name, eine Verknüpfung der beiden Gründer Raiffeisenbank und Boerenleenbank. Seit dieser Zeit wurde schon immer mit Saatgutherstellern, Landwirten, Handelshäusern, verarbeitenden Betrieben, Vertriebsgesellschaften, Einzelhändlern und anderen Partnern innerhalb der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette zusammengearbeitet, um Menschen auf der ganzen Welt zu ernähren. Heute ist die Bank eine der drei größten in den Niederlanden und hat Niederlassungen in 40 Ländern. Zu ihren Kunden zählt jedes zweite der 300 größten Unternehmen aus dem globalen Lebensmittel- und Agrarsektor (F&A), einschließlich 17 der 20 größten Molkereien und 18 der 25 größten Getränkehersteller. Außerdem unterstützt die Rabobank Foundation Millionen von Kleinbauern in Entwicklungsländern, vor allem bei der Gründung lokaler Genossenschaften. Die Stiftung investiert in lokale F&A-Banken in Afrika und Südamerika, damit die Bauern ihre Kleinbetriebe ausbauen und entwickeln können. Im Rahmen des Programms „FoodBytes!“ werden Quer- und Vordenker aus dem Lebensmittel- und Agrarbereich entdeckt und gefördert, die mit innovativen Produkten und Dienstleistungen Einfluss auf den Markt von morgen haben werden. Darüber hinaus unterstützt die Bank das Wachstum und die Entwicklung vielversprechender F&A- Start-ups mit einem Fonds, der in Lebensmittel- oder Agrarunternehmen mit großem Potenzial in Europa und den Vereinigten Staaten investiert. Die Zukunft einleiten Ob groß oder klein, ob alt oder neu – die Herausforderung, eine neue Zukunft einzuleiten, obliegt allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette. Erwartungsgemäß wird der Wandel durch Innovationen und neue Technologien vorangetrieben, wie zum Beispiel durch die steigende Nutzung von Big Data oder Satellitentechnologien auf Farmen. Großen Einfluss haben natürlich auch die ökologischen Rahmenbedingungen, wie Dürren oder die Verschlechterung der Bodenqualität. Diese unmittelbaren wirtschaftlichen Herausforderungen werden noch ergänzt durch neue Rechts- und Regulierungsvorschriften, in denen sich diese Rahmenbedingungen niederschlagen. Kunden, Partnern und Gesellschaftern wird geholfen, den Weg des Wandels selbst zu gehen, unterstützt vom Know-how, den Netzwerken und natürlich auch den Finanzlösungen einer globalen F&A-Bank. Die Rabobank hat ihre diesbezüglichen Aktivitäten in vier Hauptthemen gegliedert: Erde, Verschwendung, Ernährung und Stabilität. Erde: Umweltschutz Gegenwärtig wird circa ein Viertel der vom Menschen erzeugten Treibhausgase durch landwirtschaftliche Aktivitäten verursacht. Und diese Mengen werden sicherlich in den kommenden Monaten und Jahren noch steigen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, unterstützt die Rabobank ihre Kunden bei der Reduzierung von Emissionen und arbeitet partnerschaftlich mit gleichgesinnten Unternehmen, Vertretern der Zivilgesellschaft und internationalen Regierungsorganisationen zusammen. In Zusammenarbeit mit dem World Wildlife Fund (WWF) werden brasilianische Bauern dabei unterstützt, integrierte Anbaumethoden einzuführen, die ihnen Viehzucht und Forstwirtschaft ermöglichen. Gemeinsam mit dem UN-Umweltprogramm wurde ein Fonds von 1 Mrd. US-$ aufgelegt, der den Abbau des Waldes verhindern, die Aufforstung fördern sowie einen Beitrag zu effizienter Agrarproduktion leisten soll, um die CO 2 -Bilanz zu senken und integratives Wachstum zu fördern. Zudem hat die Bank den Vorsitz in der Climate Smart Agriculture Finance Working Group innerhalb der WBCSD inne. Die Organisation (World Business Council for Sustainable Development) wurde von Unternehmensvorständen gegründet und beschäftigt sich mit dem Themenkomplex „Wirtschaft und Nachhaltige Entwicklung“. Ihr Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 die weltweite Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln um 50 Prozent zu steigern. Im gleichen Maße sollen die Treibhausgasemissionen, die durch landwirtschaftliche Aktivitäten verursacht werden, gesenkt werden. Verschwendung: Gleichgewicht schaffen zwischen Produktion und Verbrauch Nahrungsmittelverschwendung ist ein globales Problem, und ihre Reduzierung eröffnet gleichzeitig eine große Chance, die Welt nachhaltig zu ernähren. Jedes Jahr werden laut UN-Welternährungsorganisation rund 1,3 Mrd. Tonnen Nahrungsmittel verschwendet, das entspricht einem Drittel aller erzeugten Nahrungsmittel. Dies wirkt sich nicht nur nachteilig 22 10 // 2018

MANAGEMENT auf die Wirtschaft aus, sondern bedroht auch die Ernährungssicherheit und schränkt die Verfügbarkeit von Ressourcen wie Wasser und Land ein. Die „Waste Factory“ aus Veghel („De Verspillingsfabriek“) ist ein überzeugendes Beispiel dafür, wie kreative Unternehmer diese Herausforderung angehen. Das Catering-Unternehmen setzt sich gegen Lebensmittelverschwendung ein und verarbeitet deshalb krumme Salatgurken, leicht beschädigte Tomaten und überschüssige Nahrungsmittel, die sonst im Müll landen würden, zu Suppen, Saucen und anderen marktfähigen Produkten. Um solche und ähnliche Erfahrungen mit anderen Kunden und Partnern zu teilen, hat die Bank 2017 einen „Loss & Waste Hub“ ins Leben gerufen. Ernährung: Gesundes Essen, gesunde Menschen Obwohl sich Nahrungsmittelqualität und -sicherheit ständig verbessern, ist jeder neunte Mensch auf der Erde unterernährt. Unterernährung ist nicht ausschließlich Folge der Armut in unterentwickelten Ländern, gravierende Probleme gibt es auch in reichen Ländern wie Deutschland und den Niederlanden. Es muss insgesamt mehr getan werden, um eine vielseitige und ausgewogene Ernährung zu fördern und sicherzustellen, dass jeder Mensch Zugang zu den für eine Grundversorgung notwendigen Nahrungsmitteln hat. Eine bessere Informations- und Ausbildungspolitik kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Aus diesem Grund ist die Bank Allianzen mit strategischen Partnern in der Nahrungsmittelerzeugung, im Einzelhandel und im Gesundheitswesen eingegangen, mit dem Ziel, den Wissensaustausch zu erleichtern und Start-ups aus den Bereichen Gesundheit und Ernährung aktiv zu fördern. So wurde beispielsweise gemeinsam mit der Universität Wageningen und anderen Partnern eine „Food Education Platform“ geschaffen, um für Grundschulen in den Niederlanden Unterrichtsmaterialien über gesunde Ernährung und Nahrungsmittelzubereitung zu entwickeln. Ein weiteres Beispiel ist die „Diverzio Foundation“, die nachhaltiges und gesundes Essen für Institutionen wie Pflegeheime und Krankenhäuser anbietet. 10 // 2018 23

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