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die bank 10 // 2018

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 1 | Nordische

MARKT 1 | Nordische Banken: Kennzahlen RoE, berichtet in % C/I-Ratio in % CET Ratio in % Zinsmarge in bps Land Q3 2017 / Q2 2018 Q2 2017 / Q1 2018 Q2 2017 / Q1 2018 Q2 2017 / Q1 2018 Danske Bank Dänemark 12,6 / 11,1 48,7 / 49,0 16,2 / 16,4 138 / 139 DNB Norwegen 11,3 / 12,3 42,7 / 43,2 15,8 / 16,6 228 / 239 Handelsbanken Schweden 12,2 / 15,5 47,0 / 49,9 23,4 / 21,6 146 / 147 Nordea Schweden 10,5 / 13,8 53,6 / 55,0 19,2 / 19,8 148 / 138 SEB Schweden 12,1 / 29,7 48,1 / 50,3 18,9 / 19,0 140 / 138 Swedbank Schweden 15,0 / 19,2 48,2 / 38,8 24,6 / 24,8 167 / 168 Durchschnitt 12,3 / 16,9 46,3 / 47,7 19,7 / 19,7 161 / 162 Quelle: UBS. ung zwischen den Instituten relativ groß. Während Swedbank im ersten Quartal 2018 eine Zinsmarge von 168 bps auswies, konnten Nordea und SEB lediglich 138 bps erzielen. Diese Streuung ist umso erstaunlicher, als die Anbieter jeweils über ähnliche Geschäftsmodelle verfügen und nordische Retail Banken in Bezug auf Aufbau ihrer Aktiv- und Passivbilanz, Risikopolitik und Vertriebsstruktur ähnlich positioniert sind. Nach wie vor wirken sich die Höhe der Kosten der Bank, eine günstig gewählte Struktur der Aktiven sowie die Höhe des lokalen Hypothekarmarktwachstums positiv auf die Gesamtmarge aus. Ein wesentlicher Faktor für die gute Renditeentwicklung der nordischen Institute ist auch die sehr hohe Effizienz gemessen an der Aufwandsquote (Cost-Income-Ratio, CIR). Im Schnitt erzielten die an der Börse notierten Banken im ersten Quartal 2018 eine CIR von 47,7 Prozent. Im Vergleich dazu ist die Aufwandsquote bei den europäischen Banken im gleichen Zeitraum auf 67,1 Prozent gestiegen, der höchste Wert seit dem vierten Quartal 2016. Auffällig ist der negative Trend bei der Handelsbanken, die erneut eine enttäuschende Kostenentwicklung verzeichnete. Auch bei Nordea und SEB erhöhte sich diese Kennziffer im Vergleich zum zweiten Quartal 2017. Gegen den Trend ging das CIR bei Swedbank deutlich von 48 Prozent auf 38 Prozent zurück, wie der Tabelle zu entnehmen ist. ÿ 1 Gutes Konjunkturklima Dank der positiven Wirtschaftsindikatoren, die das vierte Jahr in Folge über den historischen Durchschnittswerten liegen, und den starken makroökonomischen Aussichten in den wichtigsten Exportmärkten Schwedens – den nordischen Ländern, der EU und den USA – sind viele Ökonomen zuversichtlich für die weitere Wirtschaftsentwicklung in Schweden. Diese Einschätzung wird durch den Anstieg des schwedischen BIP im zweiten Quartal 2018 untermauert: Es wuchs mit 1,0 Prozent stärker als in der Konsensprognose von 0,5 Prozent erwartet. Zudem wurde auch das Wachstum aus dem ersten Quartal auf 0,8 Prozent nach oben revidiert, ist einer Studie von Capital Economics zu entnehmen. Häusermarkt als Risikofaktor Allerdings könnten die hohen Immobilienbewertungen in Verbindung mit der steigenden Verschuldung der Haushalte zu erheblichen wirtschaftlichen Ungleichgewichten führen. Diese könnten jedoch durch einen möglichen Anstieg des Repo-Satzes bis 2019 begrenzt werden, sind die UBS-Analysten überzeugt. Ferner gehen sie davon aus, dass die Kreditausfälle und notleidenden Kredite (NPL) der Banken im nach wie vor niedrigen Zinsumfeld gering bleiben werden. Die starke Immobiliennachfrage war in den letzten Jahren einer der Treiber für das hohe Wachstum gewesen. Der jüngste Preisrückgang könnte, wenn auch in überschaubarem Ausmaß, der Konjunktur in Folge geringerer Immobilieninvestitionen durchaus einen Dämpfer verpassen. Aufgrund des ausgeprägten Exposures könnte sich auch die Ertragssituation der Banken mittel-bis langfristig verschlechtern, sofern die Kreditnachfrage spürbar nachlässt. Dafür liegen derzeit aber keine Anzeichen vor, heißt es zum Beispiel in einer Bankenstudie der LBBW. Festzuhalten ist, dass die Immobilienpreise per Mitte Juni 2018 gegenüber dem Höhepunkt im August 2017 um rund sechs Prozent nachgegeben haben. Obwohl die umfangreichen Interventionsmaßnahmen der Notenbank erste Wirkung zeigten, bleibt die Finanzaufsicht besorgt, was die Struktur des 16 10 // 2018

MARKT Wohnimmobilienmarkts, seine Finanzierung und die Verschuldung der privaten Haushalte angeht. Zinsen: Schweden und Norwegen in Wartestellung Viele Analysten gehen davon aus, dass Norwegen, Schweden und eventuell auch Dänemark die Zinsen früher erhöhen werden als die Eurozone. Es wird damit gerechnet, dass die norwegische Zentralbank von September 2018 bis Ende 2019 den Zins um etwa 75 bps erhöhen dürfte, was zu einem Leitzins von 1,25 Prozent führen würde. In Schweden dürften die Zinssätze Ende dieses oder zu Beginn des kommenden Jahres angehoben werden. Insgesamt wird mit einer Steigerung von rund 50 Basispunkten gerechnet. Dagegen werde die Europäische Zentralbank (EZB) erst im dritten oder vierten Quartal 2019 die Zinsen anheben, ist sich die UBS sicher. Allerdings dürften die Auswirkungen der Zinserhöhungen auf die nordischen Institute – vor allem was die Ergebnis-Sensitivität angeht – niedriger sein als zum Beispiel für südeuropäische Banken. Laut Berechnungen der UBS würde ein Zinsanstieg um 25 bps zu einem Anstieg des Zinsergebnisses um durchschnittlich 2,8 Prozent führen. Überdurchschnittliche Kapitalquoten Angesichts einer durchschnittlichen CET1- Quote von 20,8 Prozent per Ende 2017 sind die schwedischen Banken auch sehr gut kapitalisiert und erfüllen die im europäischen Vergleich sehr strengen Kapitalanforderungen mit soliden Puffern. Mit der Erhöhung des antizyklischen Kapitalpuffers von 1,5 auf 2 Prozent (globaler Spitzenwert) stiegen die Kapitalanforderungen der vier schwedischen Großbanken in Abhängigkeit ihres Expo sures in Schweden zum Ende des dritten Quartals 2017 gegenüber dem Vorjahr um bis zu 0,3 Prozent an. Die meisten der Großbanken erlegen sich zudem mit dem sogenannten Management Buffer (i. d. R. zwischen 1 und 3 Prozent) zusätzliche interne Kapitalvorgaben auf. Zuletzt wiesen schwedische Banken einen CET1-Puffer von 100-400 bps aus, sodass keine Notwendigkeit besteht, zusätzlich zur Finanzierung von Wachstumsambitionen Kapital einzubehalten. Zu den Spitzenreitern in Nordeuropa zählen Swedbank und Handelsbanken mit Quoten von 24,8 bzw. 21,6 Prozent. Laut der EBZ-Statistik kommen europäische Banken im Schnitt lediglich auf 14 Prozent (Wert für Q1 2018). Nordea verlegt Hauptsitz nach Finnland Die Verlegung des Hauptsitzes von Nordea nach Finnland ist längst beschlossene Sache, und die neue Holding Nordea Holding Abp hat laut einer Analyse der LBBW bereits ihre Banklizenz erhalten. Der für Oktober dieses Jahres avisierte Umzug nach Helsinki werde die Größe des schwedischen Bankenmarkts (Aktiva zu BIP) von derzeit über 400 Prozent auf rund 300 Prozent verringern. Unter Systemrisikogesichtspunkten ist der Schritt aus Sicht der schwedischen Aufsichtsbehörden daher positiv zu werten, betonen die LBBW- Analysten. Gleichzeitig äußerten Finanzaufsicht und Nationalbank jedoch große Bedenken. Nordea bleibe letztlich ein entscheidender Marktteilnehmer in Schweden, weil die Hauptsitzverlegung operativ kaum Auswirkungen auf die Bilanz habe. Gleichwohl verlieren die Behörden die unmittelbare Aufsicht über das Institut an die finnischen Behörden. Um diesen Einflussverlust zu kompensieren hat die schwedische Aufsicht bereits weitere Regulie- rungsmaßnahmen angekündigt, heißt es in der Studie weiter. Das Missfallen der schwedischen Kunden über den Wegzug hat sich bei Nordea jüngst in den Marktanteilen widergespiegelt. Per erstem Quartal 2018 verlor die Bank sowohl bei der Kreditvergabe als auch bei Einlagen gegenüber dem Vorjahresquartal Anteile zwischen 0,5 Prozent (Kredite an Unternehmen) und 3,6 Prozent (Einlagen an Unternehmen). Profiteure waren unter anderem die SBAB Bank und die Länsförsäkringar (LF)-Bank, diee im ersten Quartal bei neu vergebenen Hypothekenkrediten einen Anteil von 17 resp. 14 Prozent erzielten. FAZIT Im europäischen Vergleich dürften die schwedischen Banken auch in den kommenden Jahren ihre Spitzenposition in puncto Profitabilität und Effizienz behalten. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen und hohen Marktanteile im Privat- und Firmenkundengeschäft dürften für den Bankensektor im Norden auch weiterhin unterstützend wirken. Autor Karl-Heinz Goedeckemeyer ist unabhängiger Finanzanalyst mit langjähriger Erfahrung in den Segmenten Banken/Finanzdienstleistungen und Immobilien. Daneben verfasst er Fachbeiträge in ausgewählten Immobilien und Wirtschaftsmagazinen. 10 // 2018 17

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