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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MANAGEMENT

MANAGEMENT KREDITAUSFALLVERSICHERUNG Mehr Spielraum für die Bilanz Versicherungskonzepte für Kreditrisiken sind als Mittel zur Risikominderung und zum Kapitalmanagement in Deutschland noch weitgehend unentdeckt. 44 10 // 2017

MANAGEMENT Banken und Versicherungen müssen ihre Eigenkapitalposition in ein sichereres Verhältnis mit ihren Bilanzrisiken bringen. Dabei kann es erforderlich sein, dass je nach Risikoklasse – sei es eine Immobilienfinanzierung, ein Wertpapier oder ein Konsumentenkredit – höheres Eigenkapital vorgehalten werden muss. Damit soll verhindert werden, dass Kreditgeber ihr bilanzielles und außerbilanzielles Geschäft erneut zu stark mit riskanten Fremdmitteln absichern und sich bei wachsenden Kreditmärkten mit neuen Risiken konfrontiert sehen. Banken gehen bislang vor allem den Weg der Reduzierung von bilanziellen Risiken. Seit Jahren konsolidiert die Branche nun bereits ihre Aktiva unter dieser Maßgabe. Deutsche Großbanken setzen sich dabei ehrgeizige Ziele mit Bilanzverkürzungen um bis zu 20 Prozent. Allenthalben werden riskante Risikopositionen des Kreditgeschäfts durch Verkauf oder Verlagerung in eine Bad Bank zurückgefahren und riskante Vermögenswerte abgestoßen. Hierzu kommen weitere regulatorische Anforderungen, die in der letzten Zeit zu einer Verknappung im Angebot von einigen Kreditarten geführt haben. In Deutschland wird allerdings von Instrumenten, die eine Alternative zur Bilanzverkürzung darstellen würden, bisher zu wenig Gebrauch gemacht. Dabei können diese ein probates Zusatzmittel sein, um die neuen Regulierungsstandards einhalten zu können. Beispielsweise sind Versicherungen für risikoreichere Kredittranchen in Deutschland bei weitem noch nicht ausgereizt. Das zeigt der Vergleich mit anderen Ländern. So werden 2017 in Deutschland Finanzierungen für Wohnimmobilien im Wert von geschätzt rund 260 Mrd. € vergeben. Somit ist der deutsche Markt etwa anderthalb Mal so groß wie der von Großbritannien. Dort ist der Einsatz von eigenkapitalentlastenden Versicherungskonzepten allerdings bereits der Normalfall im Bankgeschäft geworden. Diese Märkte sind bereits voll entwickelt, und rund um die neuen Instrumente hat sich ein solides Fundament an Marktexpertise gebildet. Banken sind zur Risikominderung gezwungen Generell bieten sich Immobilienfinanzierungen, Autofinanzierungen sowie Konsumentenkredite besonders gut für risikomindernde Versicherungskonzepte an. Ihr Risiko ist transparent und gut mit Daten aus dem Markt vergleichbar – und damit abschätzbar. Der Zeitpunkt ist günstig, den Markt zu entwickeln. Eigenkapital ist wertvoll, ein Ende der Niedrigzinsphase ist nicht abzusehen und damit auch kein Ende der dadurch ausgelösten Ertragsbelastungen bei Banken und Versicherungen. Die zum Teil dramatisch niedrigen Börsenbewertungen rufen zudem in Erinnerung, wie hoch der Druck auf einige Institute ist, über Bilanzmaßnahmen die risikogewichteten Vermögenspositionen (RWA) in den regulatorisch vorgeschriebenen Kapitalkorridor zu bringen und zu halten. Typischerweise enthält eine ausgeglichene Bankbilanz rund 70 Prozent Aktivpositionen und 30 Prozent Passivpositionen. Von Haus aus also schon „aktivlastig“, müssen Banken künftig sogar noch mehr Eigenmittel bereitstellen, Basel IV wirft mit noch strengeren Anforderungen seinen Schatten voraus. Dabei können Banken, die ihren strategischen Geschäftskern erhalten möchten, in vielen Fällen ihre Bilanz nicht noch weiter schrumpfen oder Altinvestoren erneut um 10 // 2017 45

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