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die bank 10 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 1 | Entwicklung

MARKT 1 | Entwicklung des Geldvermögens der privaten Haushalte 2000 bis 2016 Jahr 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 2014 2016 Geldvermögen 3.392 Mrd. € 3.444 Mrd. € 3.823 Mrd. € 4.052 Mrd. € 4.080 Mrd. € 4.411 Mrd. € 4.664 Mrd. € 5.093 Mrd. € 5.585 Mrd. € Quelle: Deutsche Bundesbank (jeweils Jahresende). von Versicherungen, Ansprüchen an Pensionskassen und Pensionsfonds, berufsständischen Versorgungswerken usw. Diese Bestände summierten sich Ende 2016 auf etwa 2.149 Mrd. €. Das sind 38,5 Prozent des Geldvermögens. Im Jahr 2015 waren erstmals 2 Bio. € überschritten worden. Auswirkungen auf den Ruhestand Das anhaltend niedrige Zinsniveau hat aber auch hier, für die private Altersvorsorge, schwerwiegende Folgen. Die ehemals avisierten Überschussverzinsungen lassen sich längst nicht mehr realisieren. Stattdessen kommt es zu massiv reduzierten Auszahlungen der Lebensversicherer und Pensionskassen. Die Vorsorgeplanungen vieler Bundesbürger für ihren Altersruhestand werden dadurch erheblich beeinträchtigt. Trotz der seit Jahren freundlichen Aktienbörsen und trotz attraktiver Dividendenzahlungen vieler Unternehmen kann sich die Mehrheit der Deutschen mit Aktienanlagen nach wie vor nicht anfreunden. Es gibt Sparer, die Anleihen großer bekannter Unternehmen mit einer Rendite von weniger als ein Prozent den Aktien derselben Unternehmen vorziehen, obwohl mit den Aktien Dividenden von 3 bis 4 Prozent und mehr erzielt werden könnten. Die Angst vor Wertschwankungen ist eben groß. Dabei zeigt die historische Entwicklung, dass mit breit gestreuten Aktiendepots auf lange Sicht Renditen von 6 bis 8 Prozent und mehr jährlich erreichbar sind. Dennoch haben die Deutschen in Aktien und anderen Anteilsrechten wie GmbH-Anteilen nur 10,6 Prozent ihres Geldvermögens angelegt, gegenüber 10,4 Prozent im Jahr zuvor. Invest- 18 10 // 2017

MARKT 2 | Geldvermögen der privaten Haushalte (Aufteilung) Ende 2016 Ende 2015 Mrd. € Prozent Mrd. € Prozent Bargeld 166 3,0 153 2,9 Bankeinlagen (einschl. Sparbriefe) 2.034 36,4 1.942 36,4 Schuldverschreibungen 127 2,3 140 2,6 Aktien und andere Anteilsrechte 591 10,6 556 10,4 Investmentfondsanteile 518 9,3 485 9,1 Ansprüche an Versicherungen und Pensionskassen 2.149 38,5 2.066 38,7 Insgesamt 5.585 100 5.342 100 Quelle: Deutsche Bundesbank, eigene Berechnungen. mentfonds erfreuen sich zwar seit Jahren steigender Beliebtheit, doch auch ihr Anteil kam 2016 nicht über 9,3 Prozent hinaus (Vorjahr 9,1 Prozent). Ein Blick auf die Schuldenseite der Bundesbürger: Die Deutsche Bundesbank summiert die aufgenommenen Kredite und sonstigen Verbindlichkeiten der privaten Haushalte in Deutschland für Ende 2016 auf 1.671 Mrd. €. Das entspricht nur 30 Prozent des Geldvermögens. Bei den Schulden kommen den privaten Haushalten die historischen Niedrigzinsen zugute; sie führen zu deutlich gesunkenen Zinskosten, vor allem bei der Baufinanzierung. Dem stehen freilich die Zinseinbußen bei den Geldanlagen gegenüber, die die Zinsvorteile bei Krediten unter dem Strich wohl überkompensieren. Immerhin betreffen die Zinsnachteile bei den Ansprüchen an Versicherungen und Pensionskassen bereits einen Vermögensbestand von über 2,1 Bio. €, während sich die Zinsvorteile bei den Krediten auf einen Betrag von knapp 1,7 Bio. € beziehen. Hinzu kommen die massiven Zinseinbußen bei mehr als 2 Bio. € Bankeinlagen, außerdem bei Schuldverschreibungen und bei Investmentfonds, soweit diese in verzinsliche Wertpapiere investiert haben. Zieht man die Schulden der privaten Haushalte vom Geldvermögen ab, verbleibt ein „Nettogeldvermögen“ von etwa 3,9 Bio. € – ebenfalls ein Rekordwert. Von den Verbindlichkeiten entfällt laut Bundesbank der überwiegende Teil auf Wohnungsbaukredite (etwa 1,2 Bio. €). Diesen Schulden steht Sachvermögen in Form von Immobilien gegenüber, deren Wert inzwischen eine Größenordnung von etwa 7 Bio. € erreicht oder sogar überschritten haben dürfte. Geldvermögen entspricht 1,8 mal dem BIP Seit dem Jahr 2000 hat das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland um beachtliche 65 Prozent zugenommen. ÿ 1 Abgesehen von einem kurzfristigen Rückgang im Zug der Finanzkrise 2008 stieg es von Jahr zu Jahr kontinuierlich weiter an. Ende 2016 war das Geldvermögen der Deutschen 2,4-mal so groß wie das Volkseinkommen in jenem Jahr (2.339 Mrd. €). Bezogen auf die Wirtschaftskraft Deutschlands erreichte das Geldvermögen 2016 das 1,8-Fache des Bruttoinlandsprodukts (3.134 Mrd. €). Würde man das Geldvermögen der privaten Haushalte auf sämtliche Einwohner Deutschlands gleichmäßig verteilen, käme man für 2016 im Schnitt auf etwa 67.500 € pro Person. Davon entfallen auf Bargeld etwa 2.000 €, auf Bankeinlagen etwa 24.600 €, auf Schuldverschreibungen wie Bundesanleihen, Pfandbriefe und Zertifikate nur etwa 1.500 € pro Person. Weiterhin entfielen auf Aktien und andere Anteilsrechte (Anteile an GmbHs etc.) etwa 7.100 € pro Einwohner, auf Investmentfondsanteile knapp 6.300 €. Die Ansprüche an Versicherungen und Pensionskassen summierten sich auf rund 26.000 €. Gemessen an der Bedeutung, die die private Altersvorsorge neben der gesetzlichen Altersvorsorge eigentlich haben sollte, sind 26.000 € als Durchschnittswert pro Person eine eher bescheidene Größe. Über die Vermögensverteilung gibt eine Studie der Deutschen Bundesbank Auskunft, die im Monatsbericht März 2016 veröffentlicht wurde. Sie beruht auf einer Befragung von 4.461 privaten Haushalten in Deutschland mit 9.256 Personen ab 16 Jahren im Jahr 2014. Nach den Ergebnissen dieser Vermögensbefragung verfügten rund 40 Prozent der Haushalte in Deutschland über ein Finanzvermögen von unter 10.000 €. Nur etwa 20 Prozent der Haushalte besaßen ein Finanzvermögen von mehr als 74.000 €. Ab einem Finanzvermögen von 128.400 € aufwärts gehörte man nach dieser Studie zu den zehn Prozent der vermögendsten deutschen Haushalte, bei mehr als etwa 210.000 € sogar zu den oberen fünf Prozent. Autor: Dr. Bernd Sprenger ist Dipl.-Volkswirt und Wirtschaftshistoriker. 10 // 2017 19

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