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die bank 10 // 2017

die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

MARKT 4 | Bankenmärkte

MARKT 4 | Bankenmärkte im Vergleich: Eurozone fällt weiter zurück Kernkapital, Vermögenswerte und Vorsteuergewinne 2016 (in Mrd. US-$) Kernkapital Bilanzsumme Gewinn vor Steuern China 1718 25339 293 USA 1404 15539 215 Eurozone 1170 23249 68 Japan 610 12495 51 Großbritannien 384 7195 17 Quelle: The Banker. höhere Renditen erwirtschaftet. So markiert der ROA in Afrika 2,11 Prozent, der ROE in Lateinamerika übertrifft die Marke von 25 Prozent. In China betragen die Werte immer noch beachtliche 1,15 Prozent bzw. 16,64 Prozent. In Nordamerika wird sogar ein noch höherer ROA erzielt. Das international beste Ergebnis beim ROA aber erzielt die mexikanische Banco Compartamos mit knapp 14 Prozent, gefolgt von der amerikanischen United National Corporation und der Indischen Bandhan Bank. Die Vorsteuergewinne in Westeuropa sind auf 125,6 Mrd. US-$ gesunken, ein Minus von 17 Prozent zum Vorjahr. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und der Bank of England allein ist dafür aber wohl nicht verantwortlich. Immerhin schwankt die Profitabilität der Banken stark von Land zu Land. Vergleichsweise gut haben sich die britischen Banken behauptet. Zwar haben sich der Brexit und die Abwertung des britischen Pfund negativ auf das Ranking ausgewirkt. Dennoch konnten Adressen wie Barclays und Lloyds ihre Gewinne deutlich ausbauen. BRIC-Staaten stehen besser da Während Europa sich insgesamt in eher schwacher Verfassung zeigt, geben die Vertreter der sogenannten BRIC-Staaten in den Top 1.000 ein besseres Bild ab. Die Banken in den aufstrebenden Wachstumsmärkten hatten in den vergangenen Jahren mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen. Während in China und Indien Sorgen um notleidende Kredite herrschen, mussten Brasilien und Russland schwere Rezessionen überstehen. Für die zwei Nachzügler war 2016 ein Wendepunkt. Die führenden Banken aus beiden Ländern konnten ihre Gewinne vervielfachen. Weltweit weisen Banken aus Griechenland und Zypern den höchsten Anteil an Problemkrediten aus. So ist bei der Attica Bank fast die Hälfte aller Ausreichungen notleidend. Auch italienische Banken bleiben in dem Negativ-Ranking prominent vertreten. Einige Institute wie die National Bank of Greece oder die Piräus Bank haben jedoch große Fortschritte gemacht. Einen Befreiungsschlag wagte die UniCredit. Sie schrieb einen großen Teil der Problemkredite ab, wodurch sie zum Top-Verlustmacher 2016 wurde. Dank einer Kapitalerhöhung von 13 Mrd. € im Februar 2017 steht UniCredit jetzt allerdings auf deutlich stabileren Beinen. Rückzug aus dem Risiko Weltweit sank das Verhältnis von Kundenkrediten zu Kundeneinlagen (Loan / Deposit Ratio). Auch hier zählte Westeuropa zu den Regionen mit den größten Rückgängen. Die Quote sank von 120 auf 108 Prozent. Damit ist sie jedoch immer noch höher als andernorts. Innerhalb der Branche verlief die Entwicklung jedoch unterschiedlich. So lässt die Statistik darauf schließen, dass vor allem Großbanken beim Kreditgeschäft abspeckten, während kleinere und mittelgroße Kandidaten einen Anstieg verzeichneten. Insgesamt hielt der Rückzug europäischer Institute aus risikobehafteten Geschäftsfeldern an. 2016 schrumpften die aggregierten Vermögenswerte in Westeuropa um rund drei Prozent – die Risk Weighted Assets (RWA) gingen sogar um fast 15 Prozent zurück. Damit sank der Anteil von RWA an den gesamten Assets von 36 auf knapp 32 Prozent. Nur in Japan ist die Kennziffer ähnlich niedrig. Der Trend könnte sich fortsetzen: Wenn die Bankenregulierung weiter verschärft und die Nutzung interner Risikomodelle eingeschränkt wird, könnten weitere Kapitalerhöhungen europäischer Großbanken nötig werden. Höhere Regulierungskosten sind eine Ursache für den fortschreitenden Personalabbau bei großen europäischen und US-Banken. Allein UniCredit hat im vergangenen Geschäftsjahr mehr als 15 Prozent aller Stellen gestrichen. Bis 2019 sollen weitere 14.000 Jobs obsolet werden. Nimmt die Mitarbeiterzahl bei einzelnen europäischen Banken zu, ist der Grund fast immer ein vorangegangener Zukauf. Große Personalzuwächse, wie es sie noch vor einigen Jahren gab, leistet sich international kaum noch ein Institut. „Das suggeriert, dass die größten Banken nicht nur im Hinblick auf Kernkapital und Bilanzsummen, sondern auch bei den Beschäftigtenzahlen ihre natürliche Grenze erreichen“, so die Analysten des „Banker“. Autorin: Birga Teske 16 10 // 2017

MARKT GIGANTISCHES GELDVERMÖGEN Trotz Minizinsen kaum Interesse an Aktien Die Deutschen sind wohlhabend wie nie zuvor. Auf 5,6 Bio. € stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland Ende 2016. In der ersten Jahreshälfte 2017 nahm das Vermögen weiter zu. Das Interesse an renditestarken Aktien bleibt jedoch trotz der anhaltenden Nullzinspolitik der EZB gering. Die Zinsen für Bankeinlagen wie Sparguthaben und Termingelder tendieren gegen Null. Bei einer aktuellen Inflationsrate in Deutschland von etwa 1,7 Prozent bedeutet das einen schleichenden realen Wertverlust für diese Formen der Geldanlage. Dennoch schichten die privaten Haushalte ihr Geldvermögen kaum um. Mit 36,4 Prozent blieb der Anteil der Bankeinlagen im Jahr 2016 unverändert. In der Summe nahmen die Bankeinlagen von 1.942 auf 2.034 Mrd. € zu. ÿ 2 Die früher von Privatanlegern sehr geschätzten Bundeswertpapiere führen ebenfalls zu Kaufkraftverlusten des Vermögens. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen rutschte am 14. Juni 2016 sogar erstmals ins Negative. Aktuell hat die Rendite dieser Papiere zwar wieder bis auf etwa 0,5 Prozent angezogen, doch das reicht für einen Kaufkrafterhalt bei weitem nicht aus. Allerdings halten die privaten Haushalte inzwischen auch nur noch einen sehr geringen Teil ihrer Ersparnisse in Bundeswertpapieren. Der seit Jahren schrumpfende Anteil der Schuldverschreibungen am Geldvermögen sank im vergangenen Jahr weiter von 2,6 auf 2,3 Prozent. Nur noch 127 Mrd. € sind in Schuldverschreibungen angelegt, gegenüber 140 Mrd. € Ende 2015 und 162 Mrd. € im Jahr davor. Trotz der extrem gesunkenen Kapitalmarktzinsen – eine Entwicklung, die es so nie zuvor in der deutschen Wirtschaftsgeschichte gegeben hat – stocken die Deutschen ihre Ersparnisse weiter auf. Das gilt nicht zuletzt auch für die private Altersvorsorge in Form 10 // 2017 17

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