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die bank 10 // 2016

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

PRODUKTENTWICKLUNG

PRODUKTENTWICKLUNG Kundenfeedback nicht willkommen? ó Lediglich 42 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen Kundenfeedbacks aus Foren und Portalen zur Verbesserung ihrer Dienstleistungen und Produkte. Beschwerden von Kunden finden bei 41 Prozent der Studienteilnehmer Eingang in die Optimierung oder Neugestaltung ihrer Angebote. Selbst dedizierte Kundenzufriedenheitsbefragungen berücksichtigt nur jedes zweite der befragten Unternehmen bei der Service- und Produktentwicklung, wie aus einer aktuellen Umfrage von Sopra Steria Consulting hervorgeht. Je nach Branchenzugehörigkeit und Firmengröße gibt es jedoch deutliche Unterschiede. So verwenden vor allem größere Mittelständler überdurchschnittlich oft (63 Prozent) Zufriedenheitsbefragungen als Input für ihre Produktentwicklung. Auf den Wirtschaftszweig bezogen, sind Automotive-Unternehmen mit 78 Prozent Spitzenreiter bei der Nutzung von Kundenfeedbacks, gefolgt vom Finanzsektor mit 51 Prozent. Berücksichtigt man, dass neun von zehn Kunden gemäß anderer Studien individuelle Finanzdienstleistungen erwarten, sollte dieses Ergebnis zu denken geben, betont Simon Oberle, Manager Digital Banking. Immerhin: 92 Prozent der befragten Unternehmen beziehen ihre Kunden in verschiedenen Phasen in die Produktentwicklung ein – vor allem in der Konzeptionsphase. MITTELSTAND UND DIGITALISIERUNG Noch im Grundstadium ó Der deutsche Mittelstand befindet sich noch in einer frühen Phase der Digitalisierung. Zwar haben vier von fünf kleinen und mittleren Unternehmen in den zurückliegenden drei Jahren Digitalisierungsprojekte umgesetzt und in neue Technologien investiert, dies allerdings meist nur in einem überschaubaren Umfang. So zeigt eine aktuelle KfW-Studie auf, dass vor allem kleine Unternehmen dafür weniger als 10.000 € pro Jahr einsetzen. Knapp die Hälfte der großen Mittelständler geben über 100.000 € im Jahr aus. Hochgerechnet auf den gesamten deutschen Mittelstand entspricht dies jährlichen Ausgaben in Höhe von etwa 10 Mrd. € für Projekte zum Ausbau der Digitalisierung. „Die mittelständische Wirtschaft schöpft das Potenzial der Digitalisierung bisher bei weitem noch nicht aus“, kommentiert Chefvolkswirt Jörg Zeuner die Ergebnisse. Schlimmstenfalls laufen Unternehmen sogar Gefahr, den Anschluss zu verlieren, denn aktuell befindet sich etwa ein Drittel der Mittelständer noch in einem Grundstadium der Digitalisierung. So sind bei ihnen selbst grundlegende Anwendungen wie ein eigener Internetauftritt unterdurchschnittlich verbreitet. Als wesentliche Hemmnisse nennen die Unternehmen mangelnde IT- Kompetenzen ihrer Belegschaft (67 Prozent), Anforderungen des Datenschutzes und der Datensicherheit (62 Prozent) sowie die mangelhafte Geschwindigkeit der Internetverbindung (58 Prozent). EINS, ZWEI, VIELE Entscheider wälzen Kosten oft bedenkenlos auf große Gruppen ab ó Die meisten Menschen handeln bei der Verteilung finanzieller Mittel nicht rein eigennützig, sondern berücksichtigen die positiven wie negativen Folgen für alle Beteiligten. Zahlreiche Beispiele deuten jedoch darauf hin, dass vielen ein effizientes Abwägen von Kosten und Nutzen schwer fällt, wenn diese Kosten auf mehrere Personen verteilt werden. Die Ergebnisse einer aktuellen experimentellen Untersuchung der Universität Leuven, der Goethe-Universität Frankfurt und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zeigen, dass sich zwei Drittel der Testpersonen unempfänglich gegenüber Gruppengrößen verhält. Das heißt, das Kosten- Nutzen-Verhältnis wird berücksichtigt, wenn die Kosten auf eine oder sehr wenige Personen verteilt werden, nicht aber wenn viele Leute betroffen sind und somit die Kosten pro Kopf klein erscheinen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Menschen Schwierigkeiten damit haben, Gruppen als Gesamtheit in ihr Urteil einzubeziehen. Es fiele schwer, sich in die Position einer Gruppe von Menschen hineinzuversetzen, wie Michael Kosfeld, Professor für Organisation und Management an der Goethe-Universität Frankfurt, erklärt. „Daher tendieren wir dazu, die Position eines repräsentativen Mit- glieds der Gruppe anzunehmen. Das kann dann dazu führen, dass wir die Größe der betroffenen Gruppe außer Acht lassen.“ Ob dann 10, 100 oder 1.000 Personen von einer Entscheidung, die nur einigen wenigen nutzt, negativ betroffen sind, spielt keine Rolle mehr. Folglich kann ein solches Verhalten je nach Ausmaß enorme gesamtwirtschaftliche Kosten verursachen. Mean units provided 10 8 6 4 2 0 Game 16 a = 1.0 b = 1.5 c = 1.0 Game 17 a = 1.0 b = 1.0 c = 1.0 1 payer 4 payer 8 payer 16 payer 32 payer Graph includes 90 % confidence intervals Game 18 a = 1.0 b = 0.5 c = 1.0 58 diebank 10.2016

Betriebswirtschaft Kompakt CREDITREFORM ZAHLUNGSINDIKATOR Länger warten aufs Geld ó Im 1. Halbjahr 2016 hat sich der Zahlungseingang in Deutschland gegenüber dem zweiten Halbjahr des Vorjahrs verschlechtert. Zwischen Februar und August 2016 liegt der durchschnittliche Verzug, mit dem Unternehmen ihre Rechnungen bezahlen, bei 10,45 Tagen (Juli bis Dezember 2015: 9,96 Tage). Wie die halbjährliche Auswertung des Creditreform Debitorenregisters darüber hinaus zeigt, wurden zudem längere Zahlungsziele vereinbart und somit – im Zuge der guten Wirtschaftslage – eine gewisse Lockerung im Credit Management festgestellt. War das durchschnittliche Zahlungsziel im 2. Halbjahr 2015 noch 30,82 Tage, so gewährten die Kreditgeber im 1. Halbjahr dieses Jahres 31,52 Tage. Großzügige Zahlungsziele der Unternehmen führen jedoch gleichzeitig zu einem noch längeren Zahlungsverzug. Wenn Kunden das Zahlungsziel nicht einhalten, verstreichen insgesamt im Durchschnitt 41,97 Tage, bis die Forderung letztlich realisiert wird. Mehr als ein Drittel dieser Gesamtforderungslaufzeit ist durch Zahlungsverzögerungen bedingt. Dabei ist mehr als die Hälfte des gesamten offenen Forderungsvolumens auf Großunternehmen als Schuldner zurückzuführen. Zwar sind Zahlungsverzögerungen hier vergleichsweise selten (im Durchschnitt 8,94 Tage), die Forderungslaufzeit bei diesen Großkunden aber eher lang (42,75 Tage) und die Kosten für die Liquiditätssicherung bei den Lieferanten entsprechend hoch. LOHNGLEICHHEIT IN DEUTSCHLAND Besser als wahrgenommen ó Die Reichen in Deutschland werden immer reicher, die Armen verlieren den Anschluss. Doch diese weitläufige Wahrnehmung hat wenig mit der wirtschaftlichen Realität zu tun. Nach Jahren der Lohnzurückhaltung steigen die realen Bruttolöhne in Deutschland zuletzt wieder stark an. Mit einem Zuwachs von 6,6 Prozent haben die Bruttoerwerbseinkommen der unteren 10 Prozent der Vollzeitbeschäftigten im Zeitraum 2009 bis 2013 am stärksten zugelegt. Die reichsten 10 Prozent hingegen konnten ihre Einkommen im selben Zeitraum nur um 2,8 Prozent steigern. Insgesamt haben die Löhne seit 2012 real stärker zugelegt als die Arbeitsproduktivität. Die Nettoeinkommen der Gesamtbevölkerung sind dabei nahezu gleich beziehungsweise ungleich verteilt wie 2005. Damit liegt Deutschland im Europavergleich im besseren Mittelfeld, wie die Ergebnisse einer jüngsten Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) aufzeigen. Anders als vermutet, hat auch die Vermögensungleichheit in Deutschland zuletzt nicht weiter zugenommen. Maßgeblich dazu beigetragen hat die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt. DEUTSCHER CROWDFUNDING-MARKT Europaweit auf Platz 3 ó Der deutsche Crowdfunding-Markt ist mit einem Volumen in Höhe von 249 Mio. € drittgrößter Markt Europas – hinter Großbritannien (4,3 Mrd. €) und Frankreich (319 Mio. €). Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Annual European Alternative Finance Survey, der von der University of Cambridge gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG veröffentlicht wurde. Durch das Kleinanlegerschutzgesetz seien viele Finanzierungsprojekte ins Jahr 2016 verschoben worden. „Dadurch kam es 2015 zu einem Wachstumsdämpfer“, so Jamal El Mallouki vom Bundesverband Crowdfunding. An den aktuellen Quartalszahlen sei aber abzulesen, dass dies nur eine kleine Wachstumsdelle gewesen sein muss. 2016 sollte erneut ein Rekordjahr im Marktvolumen werden. Kritik wurde am Regulierungsrahmen geübt. Die Bundesregierung müsse die deutsche Crowdfunding-Branche unterstützen und einen zeitgemäßen Regulierungsrahmen liefern, so Tamo Zwinge, Vorstandsmitglied des Bundesverbands. Die Branche dürfe nicht den Anschluss an Europa verlieren. Hierfür will der Verband einen Vorschlag an die Politik liefern, wie Crowdfunding in Deutschland noch besser im europäischen Wettbewerb positioniert werden könne. 10.2016 diebank 59

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