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die bank 10 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

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ó BANKING Die Schrumpfkur geht weiter KREDITWIRTSCHAFT Die Zahl der Kreditinstitute und Zweigstellen in Deutschland ist weiter rückläufig. Laut dem aktuellen Bankstellenbericht der Bundesbank wurden im vergangenen Jahr fast 900 Bankfilialen geschlossen. Ende 2014 gab es in Deutschland etwas über 35.000 Filialen. 1995 waren es mit annähernd 68.000 Zweigstellen noch fast doppelt so viele. Heute werden viele Netzwerke ausgedünnt, dafür digitale Angebote deutlich ausgebaut. Die Talsohle scheint noch immer nicht erreicht, das Bank- und Filialsterben dürfte sich weiter fortsetzen. Stefan Hirschmann Keywords: Organisation, Geschäftsmodell, Bankenbranche, Personal Eine vordringliche Aufgabe besteht für die Banken derzeit darin, ihre Geschäftsmodelle zu überprüfen und auf nachhaltige Ertragskraft zu adjustieren. Der neue aufsichtliche Überprüfungsprozess SREP dürfte tendenziell eine drastische Anhebung der Mindesteigenkapitalanforderungen zur Folge haben, sodass die Institute vor allem mehr Eigenkapital aufbauen müssen. Der Ertragsdruck nimmt dadurch zu und wird durch die anhaltende Phase niedriger Zinsen mitunter zu einer echten Belastung. Der Spielraum ist begrenzt. Neben Diversifizierung und Ausbau des Nicht-Zinseinkommens bleibt de facto nur die Kostenseite. Hier schneiden deutsche Kreditinstitute im internationalen Vergleich zwar vergleichsweise gut ab, gleichwohl wird die Beschneidung der Filialnetze als probates Mittel gesehen, die Ertragskraft indirekt zu stärken. Unterm Strich ist die Zahl der Bankfilialen in Deutschland zwar schon seit einiger Zeit rückläufig, aber der Bankenmarkt in Deutschland ist weiterhin relativ dicht besetzt und bietet noch immer Raum für weitere Konsolidierung. Gemäß einer Szenarioanalyse der KfW könnte sich unter Berücksichtigung aktueller Bevölkerungsprognosen die Filialdichte in Deutschland bis zum Jahr 2035 von vormals 4,1 Niederlassungen je 10.000 Einwohner auf 2,6 reduzieren, sollte der zu- derzeitige Trend beibehalten werden. Dies entspräche einem Abbau von nahezu 9.000 Filialen in den kommenden 20 Jahren. Selbst bei leichter Erholung würden im Jahr 2035 rund 20 Prozent der vormals existierenden Filialen von Banken und Sparkassen geschlossen sein. 1 So oder so wird sich eine flächendeckende Versorgung mit Bankdienstleistungen insbesondere in ländlichen Regionen zunehmend schwieriger gestalten. Hier stellt der demografische Wandel alle Institute vor strategische Herausforderungen. Trotz regionaler Unterschiede ist der Rückbau von Bankfilialen ein gesamtdeutscher Trend – und er geht schneller voran als der Rückgang der Bevölkerung. Ein weiterer Abbau im Filialnetz der Kreditinstitute ist deshalb sehr wahrscheinlich. In der Konsequenz müssen künftig also mehr Kunden pro Filiale betreut werden. Die KfW-Ökonomen erachten sogar das Szenario einer „verschärften Ausdünnung“ als sehr realistisch. Tritt dies ein, könnte die Filialdichte in Deutschland im Jahr 2035 fast halbiert sein – dies entspräche einem Abbau von weiteren 14.600 Filialen ab 2013 (minus 49 Prozent). Aderlass bei den Kreditgenossen Die Entwicklung der Zweigstellen ist untrennbar mit der Gesamtzahl der Kreditinstitute verbunden. Weniger Banken bedeutet generell eine geringere Zahl von Filialen. Zwar hat sich die rückläufige Entwicklung seit 2005 etwas abgeschwächt, der Negativtrend ist jedoch weiterhin ungebremst ” 1. Einen regelrechten Aderlass mussten insbesondere die Kreditgenossen hinnehmen. Im Jahr 1990 gab es noch 3.377 Genossenschaftsbanken in Deutschland, deren Zahl Ende 2005 bereits auf 1.295 Institute abgeschmolzen war. Gegenwärtig zählt der genossenschaftliche Sektor noch 1.052 Institute, was einer Reduzierung im Laufe des Jahres 2014 um 2,9 Prozent entspricht. Damit war die Abnahme deutlich stärker als in den beiden vergangenen Jahren (2013: 2,1 Prozent, 2012: 1,8 Prozent). 2 Institute des Sparkassensektors gingen im gleichen Zeitraum von 782 im Jahr 1990 auf 425 am Jahresende 2014 zurück, darunter zuletzt noch neun Landesbanken. Die Gesamtzahl der Zweigstellen in Deutschland sank zuletzt um 894 auf nunmehr 35.302 Zweigstellen. Dies entspricht einem Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber 2013. Betrachtet man die Entwicklung in der Gesamtschau seit dem Jahr 1995, erkennt man eine kontinuierliche Ausdünnung des Zweigstellennetzes im deutschen Bankensektor, der damals noch 67.930 Filialen (einschließlich 19.706 Zweigstellen der Deutschen Postbank AG) verzeichnen konnte ” 2. Somit hat sich die Anzahl gegenüber 1995 um 48 Prozent vermindert. Die rapide Abnahme erfolgte vor allem in den Jahren 1996 bis 2006 und traf das Postbanknetz allein mit rund 10.000 Filialen besonders hart. 54 diebank 10.2015

BANKING ó Anhaltender Personalabbau durch Restrukturierungen Auch die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe war 2014 insgesamt leicht rückläufig. Gegenüber 2013 verringerte sich der Personalbestand um knapp 0,9 Prozent auf 640.050 (Vorjahr: 645.550). Zu diesem Ergebnis kommt der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) in seiner aktuellen Beschäftigtenerhebung. Im privaten Bankgewerbe blieb die Beschäftigtenzahl – nach sieben Jahren mit kontinuierlichem Rückgang – im vergangenen Jahr stabil: Zum Jahresende 2014 waren hier rund 171.200 Personen beschäftigt, das ist ein leichtes Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (170.700). Dahinter stehen gegenläufige Entwicklungen. Dämpfend wirkte erneut der anhaltende Personalabbau durch notwendige Restrukturierungen im Filialgeschäft. Auch in der Gruppe der Bausparkassen sank der Personalbestand spürbar. Dagegen erhöhte sich die Beschäftigtenzahl bei Regionalbanken und Privatbankiers, bei Konsumfinanzierern, Hypothekenbanken und Spezialinstituten. Personalzuwächse ergaben sich parallel über alle Geschäftsmodelle und Unternehmensbereiche hinweg durch die zunehmende Regulierung, die teilweise erheblichen Fachkräftebedarf auslöst. Mehr Frauen in Führungsfunktionen Der Anteil von Frauen in Führungspositionen ist im privaten Bankgewerbe innerhalb eines Jahres um über sechs Prozent gestiegen und liegt inzwischen bei fast einem Drittel: 2014 waren 32,6 Prozent aller außertariflich Angestellten weiblich (Vorjahr: 30,7); damit hat sich diese Quote allein in den vergangenen fünf Jahren um ein Sechstel (oder fünf Prozentpunkte) erhöht. Der Anstieg belegt, dass die vielfältigen Maßnahmen und Initiativen der privaten Banken zur Förderung von Frauen Wirkung zeigen. Erneut gestiegen ist auch die Teilzeitquote: Annähernd ein Viertel der Beschäftigten arbeitet in Teilzeit. Dabei hat sich insbesondere der Anteil der Teilzeitkräfte unter den außertariflich Beschäftigten deutlich erhöht; er stieg innerhalb eines Jahres um fast einen Prozentpunkt auf 12,9 Prozent. Die Ausbildungsquote (Auszubildende im Verhältnis zum Stammpersonal) im privaten Bankgewerbe ist dagegen auf 5,5 Prozent gesunken (Vorjahr: 5,9 Prozent). Auslöser ist der insgesamt sinkende Personalbedarf im Privatkundengeschäft, für das die meisten Nachwuchskräfte ausgebildet 1 Entwicklung der Gesamtzahl der Kreditinstitute 5000 4500 4000 3500 3000 2500 2000 1500 1000 500 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 0 Quelle: Deutsche Bundesbank, Bankstellenbericht 2014. 2 Entwicklung der Gesamtzahl der Zweigstellen 80.000 70.000 60.000 50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 0 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 Quelle: Deutsche Bundesbank (ab 1995 einschl. Deutsche Postbank AG). werden; darüber hinaus sind viele Institute dazu übergegangen, nicht mehr – wie früher üblich – deutlich über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden. Die Ausbildungsquote liegt aber im Vergleich zu anderen Bankengruppen und zur Gesamtwirtschaft weiterhin auf einem guten Niveau. ó 1 KFW Research. Fokus Volkswirtschaft, Nr. 99, 24. Juli 2015, S. 4. 2 Deutsche Bundesbank, Bankstellenbericht 2014, S. 2. 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 1.990 10.2015 diebank 55

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