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die bank 10 // 2015

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die bank gehört zu den bedeutendsten Publikationen der gesamten Kreditwirtschaft. Die Autoren sind ausnahmslos Experten von hohem Rang. Das Themenspektrum ist weit gefächert und umfasst fachlich fundierte Informationen. Seit 1961 ist die bank die meinungsbildende Fachzeitschrift für Entscheider in privaten Banken, Sparkassen und kreditgenossenschaftlichen Instituten. Mit Themen aus den Bereichen Bankmanagement, Regulatorik, Risikomanagement, Compliance, Zahlungsverkehr, Bankorganisation & Prozessoptimierung und Digitalisierung & Finanzinnovationen vermittelt die bank ihren Lesern Strategien, Technologien, Trends und Managementideen der gesamten Kreditwirtschaft.

WACHSTUMSSCHWÄCHE

WACHSTUMSSCHWÄCHE Anleiheinvestoren in Nöten ó Für Anleiheinvestoren war 2015 kein gutes Jahr: Die Gesamtrenditen der Anleger liegen bei null oder sogar darunter, denn sowohl die Renditen sicherer Staatsanleihen als auch die Credit Spreads haben sich nach oben bewegt. Und Hoffnung auf schnelle Besserung ist nicht in Sicht – meint jedenfalls Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers. Auf kurze Sicht bessert sich die Lage offenbar nicht. Allenfalls könnte es sich auszahlen, auf höhere Durationen zu setzen, denn das Risk-Off-Sentiment zum Ende des Sommers dürfte dazu führen, dass Core- Staatsanleihen sich bald wieder auf dem niedrigen Renditeniveau der ersten Jahreshälfte befinden. Darüber hinaus komme sicher irgendwann ein Zeitpunkt, an dem günstigere Bewertungen schwerer wögen als die fundamental begründeten Sorgen der Investoren, vor allem in den entwickelten Industrienationen, wo das gesamtwirtschaftliche Umfeld Anleihen mit Kreditrisiko nach wie vor begünstige und zudem nur geringe Zinserhöhungen zu erwarten seien. In den Schwellenländern sei die Situation dagegen nicht so einfach: „China muss mit seiner Wachstumsschwäche klarkommen, die Rohstoffpreise müssen sich stabilisieren, und der Anstieg des US-Dollar muss ein Ende finden“, so Iggo. Auf den richtigen Zeitpunkt für den Wiedereinstieg warten noch viele. SCHWELLENLÄNDER Politische Risiken steigen rapide ó Wirtschaftliche Schwäche, eine wachsende Zahl von Firmenpleiten, rapide ansteigende Arbeitslosenzahlen, höhere Zinsen, rückläufiges Kreditgeschäft, schwächelnde Währung – all das erhöht zwangsläufig den Druck auf das politische System. Inwieweit sich eine politische Krise vermeiden lässt, so eine aktuelle Analyse von NN Investment Partners, hängt letztlich vom Ausmaß der wirtschaftlichen Probleme und der Leistungsfähigkeit der politischen Institutionen ab. Nach rund fünf Jahren rückläufigen Wirtschaftswachstums und wiederholter Wechselkurskorrekturen nehmen die Spannungen in den aufstrebenden Volkswirtschaften deutlich zu. Das zeigt sich unter anderem am Finanzsystem: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen steigt, während die Gewinne der Banken rapide sinken. In der Konsequenz steigen die politischen Risiken in den aufstrebenden Volkswirtschaften – ob erster oder zweiter Kategorie – rapide. Das erklärt zumindest teilweise, warum es an den Anleihe- und Devisenmärkten weiterhin abwärtsgeht. Korruptionsskandale, Regierungskrisen und zunehmende Repressalien unterminieren die Reformbestrebungen. Und Reformen sind dringend geboten, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte abzubauen, das Investitionsklima zu verbessern und die Weichen für erneutes Wachstum zu stellen. FINTECH-BLASE Die Jagd nach dem Einhorn ó Die globale FinTech-Szene kann inzwischen 42 sogenannte Einhörner vorweisen. Im Start-up-Jargon werden damit Jungunternehmen bezeichnet, die eine Marktkapitalisierung von mindestens 1 Mrd. US-$ aufweisen können. Sieben Unternehmen wiegen sogar mehr als 5 Mrd. US-$ und alle 42 FinTechs zusammengenommen bringen immerhin 150 Mrd. US-$ auf die Waage. Diese Zahlen sind einer aktuellen Erhebung der Düsseldorfer Barkow Consulting GmbH zu entnehmen, die neben eigenen Recherchen auf Quellen von Finovate, Bloomberg und Pitchbook zurückgreift. Demnach vereinen die FinTechs bereits ein Drtittel aller weltweiten Einhörner auf ihr Segment. Unangefochten an der Spitze rangiert dabei PayPal, das bereits eine Marktkapitalisierung von 49 Mrd. US-$ erreicht hat. Damit ist der Online- Zahlungsdienstleister mehr wert als alle acht nachfolgenden FinTech- Einhörner zusammen. Und mehr noch: PayPal übertrifft damit sogar die Deutsche Bank, die im direkten Vergleich lediglich auf eine Marktkapitalisierung von 45,1 Mrd. US-$ kommt, sowie die Commerzbank mit 16,5 Mrd. US-$. Paypal ist also mehr wert als die Deutsche Bank und dreimal so viel wert wie die Commerzbank? Dieses Phänomen deutet auf eine Überhitzung des Markts – eine FinTech-Blase droht. Den Investoren scheint es gleichgültig, der Risikoappetit ist derzeit grenzenlos. Das US-Start-up Instacart, das Privatpersonen aktiviert, um von Nutzern im Internet bestellte Waren im Supermarkt einzukaufen und anschließend auszuliefern, hat bereits im Dezember 2014 die Marke von 2 Mrd. US-$ geknackt. Instacart, erst im Jahr 2012 gegründet, zeigt, dass beinahe alles möglich ist. Besonders gefragt sind Online-Marktplätze für Peer-to-Peer-Lending. Biz2Credit, Prosper, On- Deck Capital und Lending Club sind wohl die bekanntesten Kreditvermittler-Plattformen – allesamt zwischen 1,7 und 5,6 Mrd. US-$ bewertet. In diese Peer-Gruppe gehört auch das chinesische FinTech Lufax, das mit 9,6 Mrd. US-$ bewertet wird. Der US-Bezahldienst Square ist mit 9,0 Mrd. US-$ auch einer der ganz Großen im Club der Einhörner. Die astronomischen Zahlen werfen jedoch die Frage auf, ob die Bewertungen für Finanz-Start-ups nicht doch ein wenig zu hoch sind. Inwieweit einzelne FinTechs wirklich über das Potenzial verfügen, den Markt zu revolutionieren, muss sich erst noch zeigen. In der Mystik ist das Einhorn bekanntlich ein magisches Wesen. Mitunter erlegt es sich allerdings auch selbst, wenn es nämlich im Übermut auf einen Baum zugaloppiert und mit dem Horn im Stamm stecken bleibt. 26 diebank 10.2015

Finanzmarkt Trends REGULIERUNG EU-Standard für Anlageprodukte ó Die PRIIPs-Verordnung (Packaged Retail and Insurance-based Investment Products) soll in Europa einen neuen Informationsstandard für alle verpackten Anlageprodukte schaffen. Als „verpackt“ gelten Produkte, die das Geld der Kunden indirekt am Kapitalmarkt anlegen oder deren Rückzahlungsanspruch in sonstiger Weise an die Wertentwicklung bestimmter Papiere oder Referenzwerte gekoppelt ist. Künftig erhalten Verbraucher in der EU für alle verpackten Finanzprodukte wie Investmentfonds, kapitalbildende Lebensversicherungen und Zertifikate ein einheitliches Informationsblatt nach dem Vorbild des Key Information Document (KID). Letzteres ist für Publikumsfonds auf Grundlage der OGAW-Richtlinie bereits seit Mitte 2011 vorgeschrieben. Die Informationen für die Anleger umfassen die wichtigsten Merkmale der jeweiligen Produkte, insbesondere deren Risiken und Kosten. Die drei europäischen Aufsichtsbehörden ESMA, EBA und EIOPA haben nun ein Diskussionspapier zum PRIIPs-KID veröffentlicht. Hierin stellen sie erste Überlegungen zur Ausgestaltung der wesentlichen Informationen für PRIIPs-Anleger zur Debatte. Zudem erfolgt eine technische Konsultation der ESAs zur Darstellung von Risiken, Performance-Szenarien und Kosten im PRIIPs-KID. AUSVERKAUF AN DEN BÖRSEN Alles ganz normal ó Sorgen um das globale Wachstum, insbesondere in China, die politische Ungewissheit in Griechenland und die Möglichkeit steigender Zinsen in den USA haben die globalen Märkte zuletzt sichtlich erschüttert. Laut den Kapitalmarktstrategen von J. P. Morgan Asset Management sollten Investoren die Volatilität an den Finanzmärkten im Zusammenhang sehen: Zwar machte der MSCI Europe einen Großteil seines bis dato 2015 erzielten Gewinns zunichte, allerdings seien unterjährige Verluste überhaupt nicht ungewöhnlich. In den letzten 35 Jahren verzeichneten die Märkte in der Regel einen durchschnittlichen unterjährigen Verlust von 16 Prozent; in 27 der letzten 35 Jahre stiegen die Märkte dann jedoch wieder und beendeten das Jahr im Plus. Die letzten Kursrutsche entsprechen also weitgehend den früheren historischen Abverkäufen. Vor allem die Besorgnis wegen des schwächeren Wachstums in China und in anderen Schwellenländern haben verstärkt auf die Rohstoff- und Währungsmärkte übergegriffen und sorgten für eine neue Welle der Risikoaversion. Dabei verstärke die geringe Liquidität an den Märkten den Sell-Off noch. DIRECT LENDING Fremdkapital wird salonfähig ó Das dynamisch wachsende Finanzsegment der Kreditfonds profitiert unmittelbar von einem finanzwirtschaftlichen Umfeld, das durch niedrige Zinsen und mangelnde Investitionsmöglichkeiten geprägt ist. Im Niedrigzinsumfeld können institutionelle Investoren ihren Bedarf nach solide besicherten Schuldtiteln von guter Bonität befriedigen. Gleichzeitig bieten Kreditfonds Banken eine Möglichkeit, regulatorisches Kapital freizusetzen, sagt Chefvolkswirt Benjamin Mohr von Creditreform Rating. Die Analysten haben in einer aktuellen Studie eine umfassende Bestandsaufnahme des europäischen Markts für Kreditfonds vorgelegt. Sie vergleichen unter anderem die Trends in den Assetklassen Real Estate, Infrastruktur und Direct Lending mit der Entwicklung des nordamerikanischen Markts. Der US-Markt für Infrastruktur-Kreditfonds ist aktuell nur unwesentlich größer als sein europäisches Pendant, hier stehen für dieses Jahr (geschätzte) Werte von 19,5 Mrd. € in den USA 16,4 Mrd. € in Europa gegenüber. Vor dem Hintergrund, dass Intermediäre zunehmend an Bedeutung verlieren und vermehrt neue Marktteilnehmer mitspielen, erfahren alternative Finanzierungsquellen mehr Aufmerksamkeit. 10.2015 diebank 27

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